Oliver Schablitzki © Nitro
Nitro-Chef Oliver Schablitzki über die neue Saison

Nitro künftig ohne RTL-Zusatz und mit neuen Akzenten

 

RTL Nitro nennt sich künftig nur noch Nitro. Und nicht nur das ändert sich: In der neuen TV-Saison will der Sender mit neuen Programmfarben punkten, darunter der neuen Bundesliga-Show am Montag. DWDL.de sprach mit Nitro-Chef Oliver Schablitzki über die Zukunftspläne seines Männersenders.

von Alexander Krei , Köln
10.07.2017 - 16:15 Uhr

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Herr Schablitzki, aus RTL Nitro wird in wenigen Wochen Nitro. Was haben Sie denn gegen RTL?

(lacht) Wir haben nichts gegen RTL, ganz im Gegenteil, schließlich haben wir mehr als fünf Jahre gebraucht, um uns davon zu trennen. Das war ein sehr schwerer Trennungsprozess, denn die Idee bestand schon vom ersten Tag an. Für den Aufbau des Senders haben wir die Markenstärke von RTL allerdings aus guten Gründen genutzt, mit einem nachweisbaren Markentransfer. Jetzt sind wir der Überzeugung, dass es eine ungestützte Bekanntheit gibt, die uns auf eigenen Beinen stehen lässt. Ab dem 31. Juli werden wir daher auf den RTL-Zusatz verzichten.

Woher rührt die Idee?

RTL ist ein weiblich geprägter Sender. Das hat uns nicht geschadet, im Gegenteil. Inzwischen sind wir aber an einem Punkt, an dem wir unsere Eigenständigkeit präsentieren wollen. Das vermitteln wir nicht über den Namen, sondern auch über ein neues Design.

Was macht den jetzigen Zeitpunkt in Ihren Augen perfekt?

Wir haben uns die Umbenennung im vorigen Jahr konkret vorgenommen. Der Start unserer neuen Bundesliga-Sendung ist aus meiner Sicht ein perfekter Anlass, zumal ich ein großer Freund davon bin, Kampagneninhalte zu verheiraten. Eine reine Relaunch-Kampagne finde ich verschenkt – jetzt können wir unseren Zuschauern gleich zwei Neuerungen präsentieren.

Wie wird sich Nitro optisch verändern?

Nitro wird aufgeräumter daherkommen. Das hat auch mit einer klareren Positionierung zu tun, die wir anstreben. Gleichzeitig wollen wir in Zukunft zum Ausdruck bringen, dass wir einen neuen Fokus auf Live-Fernsehen, Gesichter und echtes Leben legen. Aus diesem Grund werden wir beispielsweise unsere Werbetrenner nicht mehr grafisch gestalten, sondern unsere Moderatoren und andere Menschen darin auftreten lassen. Es wird aber auch bei vertrauten Elementen Sachen bleiben, wie etwa dem prägenden Grün und unserem Sound-Logo, das in abgewandelter Form fortbesteht.

Der Markt der Männersender ist inzwischen sehr groß geworden. Was bedeutet das für Nitro?

Der Markt um uns herum hat sich etwas schneller verändert als wir das erwartet haben. Glücklicherweise sind wir recht konstant gewachsen, was ja nicht jedem Sender gelungen ist. Als wir zwischenzeitlich ein wenig verloren haben, haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, uns noch einmal an die ursprünglichen Ambitionen zu erinnern, mit denen wir gestartet sind. Denn gerade weil es so gut gelaufen ist, hatten wir unser Ziel, Nitro als reines "Männerangebot" zu positionieren, nie mit der vollen Intensität verfolgt. Das letzte Jahr hat uns also noch einmal die Chance gegeben, uns zurückzubesinnen.

Inwiefern?

Im Sommer sind wir in eine umfangreiche Analyse eingestiegen, extern wie intern. Wir haben daraufhin eigentlich nichts so gelassen wie es war und alles nochmal auf links gedreht. Das ist ein Prozess, der bis heute andauert. In einem ersten Schritt wurde das Schema grundlegend aufgeräumt, indem wir "Männerflächen" geschaffen und Brüche reduziert haben, um den Flow zu verbessern. Das hatte einen Marktanteilsanstieg zur Folge. Aber es geht auch um die inhaltliche Positionierung. Wenn wir uns an ein Männerpublikum richten wollen, dann können wir uns nicht nur auf die eine Säule verlassen. Neben Fiction addieren wir deshalb sind das Factual und Sport.

"Wir wollen neue Perspektiven reinbringen."
Oliver Schablitzki über die Bundesliga bei Nitro

Sport ist allerdings teuer und die Bundesliga wird’s nicht gerade zum Schnäppchenpreis gegeben haben. Wie kann die Bundesliga für Nitro auch finanziell ein Erfolg werden?

Es muss gelingen, dass neue Zuschauer durch die Bundesliga zu uns finden und wir dadurch ein Wachstum verzeichnen können. Das ist die Grundherausforderung. Gleichzeitig ist die Bundesliga eine attraktive Marke, mit der wir Kunden zu uns führen können. Das erleben wir sogar schon jetzt zu diesem frühen Zeitpunkt. Mit Tipico und Layenberger haben wir bereits beide Co-Sponsorings für die Bundesliga verkauft. Das ist für einen kleinen Sender eher ungewöhnlich. Daran erkennt man die magnetische Wirkung, von der wir uns in Zukunft noch einiges versprechen.

Was erwartet Fußball-Fans, wenn sie künftig am späten Montagabend Nitro einschalten?

Wir haben uns im Vorfeld sehr genau mit der Frage beschäftigt, was der Zuschauer an einem Montagabend sehen möchte. Die nicht überraschende, aber doch sehr klare Antwort war: Spielberichte, Zusammenfassungen und Tore. Danach kommt lange nichts und dann geht es weiter mit Analyse und Experten. Bunte Unterhaltung zuletzt. Diese Erkenntnisse nehmen wir sehr ernst und werden daher den kompletten Spieltag mit allen Toren und allen wichtigen Szenen präsentieren – deshalb auch der Name "100% Bundesliga". Es reicht uns allerdings nicht, nur "Bundesliga pur" zu sein. Wir wollen neue Perspektiven reinbringen und etwa die Tabelle auch mal danach anschauen, wer im Laufe der Saison am meisten Geld ausgegeben hat.

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