Roman Steuer, Reiner Calmund und Carsten Schmidt © Sky/API/Michael Tinnefeld
DWDL.de-Interview mit Sky-Neuzugang Reiner Calmund

Calmund: "Das ist schon ein strammes Programm"

 

Mit Beginn der neuen Bundesliga-Saison wird Reiner Calmund jeden Samstag acht Stunden lang im Sky-Studio sitzen - ein strammes Programm, gibt der Ex-Manager und heutige Experte im DWDL.de-Interview zu. Wie er sich darauf vorbereitet...

von Alexander Krei
17.08.2017 - 16:00 Uhr

Herr Calmund, Sie werden bei Sky ab sofort jede Woche acht Stunden im Fernsehstudio verbringen. Überwiegt die Vorfreude oder der Respekt?

Ich freue mich wie ein kleines Kind auf Sky und meine Experten-Rolle. Ich bin von ganzem Herzen ein Fußball-Bekloppter - daher ist das wie Ostern und Weihnachten an einem Tag. Aber natürlich habe ich mich bei der Aussicht auf acht Stunden Sendung und zwei Stunden Vorbereitung zunächst am Kopf gekratzt. Das ist schon ein strammes Programm, auch wenn es nicht ganz neu für mich ist. Die Produktion von "Grill den Henssler" hat in der Vergangenheit nämlich auch schon um die sieben Stunden in Anspruch genommen.

Woher kommt Ihr Spaß an dieser Sache?

Ich bin einfach ein Quatschkopf. Das war ich schon als kleiner Junge. Und Fußball ist eben etwas ganz Besonderes für mich. Mir geht es ja nicht nur um das reine Spiel, sondern auch um das Unternehmerische, Wirtschaftliche, das Marketing und die Fans. Bei Sky kommt dazu, dass ich mich in der Truppe wohl fühle. Sebastian Hellmann und seine Kollegen haben einfach Ahnung von den Themen, über die sie reden. Das gilt natürlich auch für Christoph Metzelder als Vertreter der jungen Garde und erst recht für Lothar Matthäus. Bei ihm gibt's zwar immer welche, die meckern, aber es lässt sich nicht wegdiskutieren, dass er der letzte deutsche Weltfußballer war. Für mich ist er auch als Experte absolute Weltklasse.

Was haben Sie Ihren Experten-Kollegen voraus?

Mir liegt vor allem die Seite der Vereine am Herzen. Viele schimpfen auf die Verantwortlichen, ohne jedoch die Hintergründe zu kennen. Ich kann das viel besser verstehen, auch wenn ich natürlich aus Scheiße keine Rahm-Kamellen machen kann. Aus diesem Grund bin ich in den vergangenen Wochen durchs Land gefahren und habe mit Verantwortlichen fast aller Klubs gesprochen. Heute Vormittag war ich noch in Dortmund, später geht es weiter nach Leipzig.

Aber da wird sicherlich einiges beredet, was nicht für die Öffentlichkeit bestimmt ist.

Ja, natürlich. Das ist auch wichtig. Durch die Hintergründe, die ich in den Gesprächen erfahre, habe ich aber auch die Möglichkeit, zu einem späteren Zeitpunkt der Saison gewisse Sachen zu relativieren – zum Beispiel, wenn es in den Klubs mal nicht so läuft.

In der öffentlichen Wahrnehmung scheint es, als seien die Stimmen der Experten oft wichtiger als das Spiel. Teilen Sie den Eindruck?

Jeder Journalist versucht, seine Kommentare so gut und pointiert wie möglich zu schreiben. Das muss der Anspruch jedes einzelnen sein. Genauso ist es mein Anspruch als Experte, einen guten Job zu erledigen - wenn dann am nächsten Tag darüber gesprochen wird, dann habe ich einiges richtig gemacht. Wer das als Experte nicht so sieht, der sollte so schnell wie möglich aufhören.

"Wenn man sich nicht einig wird, dann muss man eben die Konsequenzen ziehen und sich trennen."
Reiner Calmund über Mehmet Scholl

Mehmet Scholl hat gerade als ARD-Experte aufgehört. Wie sehen Sie diese Debatte?

Ich mochte Mehmet Scholls Art, er hat mir immer sehr gut gefallen. Ich verstehe natürlich, wenn er über gewisse Themen nicht sprechen möchte. Aber ich kann die Redaktion, die die Inhalte der Sendung vorgibt, genauso gut verstehen. Wenn man sich nicht einig wird, dann muss man eben die Konsequenzen ziehen und sich trennen.

Streiten Sie gerne?

Ich bin von Haus aus sehr harmoniebedürftig, aber ich mag es auch, mit Freunden kontrovers zu diskutieren - und zwar über Politik, Wirtschaft und Sport. Ich kann es nicht leiden, wenn alle einer Meinung sind.

Mit wem aus dem Bundesliga-Geschäft können Sie sich am besten streiten?

Seine Zähne sind jetzt sehr stumm geworden, aber früher konnte ich mich mit dem Uli Hoeneß am besten streiten. Der Mann ist bis heute ein absoluter Maßstab für mich. Er hat 50 Titel als Spieler und Manager geholt - da hat er dann in den Diskussionen ein paar Mal automatisch recht. Ich gebe zu, dass ich nicht alles geglaubt habe, was er gesagt hat. Aber er hat viele Dinge prognostiziert, die heute eingetroffen sind - seien es die hohen Ablösesummen für Profis oder die deutlich gestiegenen TV-Einnahmen.

Wie nehmen Sie es wahr, wenn Fernsehsender mittlerweile hunderte Millionen bezahlen, um Fußball zu übertragen?

Der Sport ist das liebste Kind der Deutschen, aber es gibt andere Länder, in denen die Rechte für noch viel mehr Geld über den Tisch gehen. Da muss in Deutschland noch niemand rote Ohren bekommen.

Sie sind viel in den Vereinen unterwegs, haben Sie vorhin erzählt. Kribbelt es da nicht manchmal wieder in den Fingern?

Ich war für einen der am besten geführten Klubs des Landes verantwortlich, habe einige junge Spieler und sehr gute junge Manager wie Andreas Rettig, Ilja Kaenzig und Michael Reschke rausgebracht, die heute Ihren Mann stehen. Darauf bin ich stolz, aber zurück wollte ich nicht mehr, auch wenn mir der Job ganz sicher noch immer großen Spaß machen würde. Dafür müsste ich allerdings 20 Jahre jünger sein. Wenn man für alles verantwortlich ist, dann geht das mit der Zeit schon sehr an die Nerven. Wissen Sie, früher war ich froh, wenn Sommerpause war. Heute bin ich froh, wenn sie vorbei ist.

Heute sitzen Sie dafür in der Jury von "Grill den Henssler". Sind Sie traurig darüber, dass Steffen Henssler damit nun aufgehört hat?

Ich habe Verständnis für seine Entscheidung. Das Angebot, die Nachfolge von Stefan Raab anzutreten, bekommt man schließlich nicht alle Tage. Da werde ich ihm selbstverständlich die Daumen drücken. Zunächst stehen ab Sonntag aber noch drei Sommerspecials an, die wir in Magdeburg gedreht haben. Das war ein Abschied mit Stil, so wie ich mir das vorstelle. Mir persönlich war wichtig, ihm vor der letzten Bewertung meine Wertschätzung auszudrücken, auch wenn er manchmal ein kleines Ekelpaket war. (lacht)

Herr Calmund, vielen Dank für das Gespräch.

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