Oliver Heidemann © ZDF/Kerstin Bänsch
Interview mit ZDF-Showchef Oliver Heidemann

"Nicht jede Show kann auf drei Stunden gestreckt werden"

 

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Wie sehr schielen Sie eigentlich auf den internationalen Formatmarkt?

Natürlich sind auch internationale Formate für uns interessant, allerdings muss es schon passen, weil wir bei allem, was wir tun, stets auch die ZDF-DNA transportieren wollen. Bei „Mit 80 Jahren um die Welt“ war das der Fall und auch bei „Greetings from...“, das ursprünglich aus Belgien stammt und Fabiola für uns produziert, sehen wir das gegeben. Das ist ein Format, in dem ein Prominenter mit seiner Familie in die Zeit zurückreist, in der er selbst zwölf Jahre alt war. Ein Wochenende lang verbringen sie in einem auf die damalige Zeit umgestalteten Haus. Alle tragen die Original-Klamotten, es kommen Gäste und abends wird das Fernsehen von früher geschaut. Das ist auch deshalb spannend, weil die Kinder dadurch die Kindheit der eigenen Eltern erleben. Und es geht weit darüber hinaus, dass es damals noch keine Handys gab. Ausgestrahlt wird das Format im Sommer auf der zweiten Sendeschiene.

Kommen wir nochmal auf die Primetime zu sprechen. Der Samstagabend war mal der Sendeplatz, auf dem sich das ZDF über Jahrzehnte mit der erfolgreichsten Unterhaltungsshow Europas brüsten konnte. Wie wichtig ist dieser noch für Shows?

Die Suche nach einem neuen Samstagabend-Erfolg ist eine große Herausforderung. Seit dem Ende von „Wetten, dass..?“ vor fünf Jahren sind wir noch immer auf der Suche nach der klassischen Familienshow. Vielleicht ist das Lagerfeuer heute kleiner geworden, dennoch bin ich davon überzeugt, dass der Samstag weiterhin ein Schaufenster für große Unterhaltung sein kann – aller Krimi-Erfolge zum Trotz. Ich habe das dringende Gefühl, dass wir dort etwas machen müssen. Und das werden wir Ende April beispielsweise mit „50 Jahre Hitparade“ tun, und später im Jahr mit einer 80er-Jahre-Show, beide Male präsentiert von Thomas Gottschalk.

Man hört, Sie wollen ihm ein Geschenk zum 70. Geburtstag machen. Was ist dran an einer Rückkehr von „Wetten, dass..?“.

Der runde Geburtstag von Thomas Gottschalk steht nächstes Jahr im Mai an – und ich will es mal so ausdrücken: Wenn Sie Baggerfahrer sind und eine gute Idee haben, sollten Sie sich definitiv bewerben. (lacht)

Aktuell setzen Sie am Samstagabend auch noch auf Shows mit Carmen Nebel. Florian Silbereisen hat ihr inzwischen aber den Rang abgelaufen. Was macht die ARD besser?

Die Kollegen der ARD haben es geschafft, Ihre Shows zu eventisieren. Das ist einfach richtig gut inszeniert. Durch die großen Hallen und die Art der Präsentation entwickeln die Sendungen eine große Sogkraft. Das verfängt auch bei jungen Leuten.

Was schließen Sie daraus? Man hört, die Verträge mit Carmen Nebel und Florian Silbereisen laufen aus. Und Silbereisen heuert ohnehin als „Traumschiff“-Kapitän beim ZDF an.

Florian wird unser neuer „Traumschiff“-Kapitän, und mit Carmen befinden wir uns aktuell in Gesprächen. Mehr kann ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen.

Wo wir gerade über Personalien sprechen: Können Sie Jan Böhmermann Hoffnungen auf einen besseren Sendeplatz machen? Seit einiger Zeit schon stänkert er in seiner Show über „Aspekte“...

Auch mit Jan sind wir in Gesprächen, was wir weiter zusammen machen. Mit der btf hat er eine tolle, kreative Firma hinter sich – sei es für das „Neo Magazin“ oder die Ausflüge in die Fiction wie an Weihnachten. Und mit „Prism is a Dancer“ hat Jan die Überraschungsshow auf ein völlig neues Niveau gehoben. Daher werden wir das Format in diesem Jahr mit gleich zwei neuen Folgen fortsetzen.

Wie viel Platz ist überhaupt noch für neue Comedy-Formate im ZDF?

Das ZDF ist seit einigen Jahren im Comedy-Bereich sehr gut aufgestellt, allen voran natürlich mit der „Anstalt“, „Mann, Sieber!“ und der „heute-show“, die in diesem Jahr ihren zehnten Geburtstag feiert. Mit „Geht doch!“ arbeiten wir allerdings gerade an einer neuen Comedyshow mit Sebastian Pufpaff, die Ende April starten wird. Damit wollen wir auch abseits der tages- und wochenaktuellen Comedy ein Publikum ansprechen. Dazu kommt an Ostern noch unsere neue Comedyserie „Merz gegen Merz“ mit Christoph Maria Herbst und Annette Frier, die uns so gut gefällt, dass wir bereits eine zweite Staffel in Auftrag gegeben haben. Da ist uns wirklich etwas Besonderes gelungen.

Herr Heidemann, vielen Dank für das Gespräch.

Über den Autor

Alexander Krei ist seit 2009 Redakteur beim Medienmagazin DWDL.de. Liebt die große Fernsehshow ebenso wie das kleine Kammerspiel. Analysiert neue Formate und die Quoten am Morgen danach. Sport mag er am liebsten, wenn er in der Glotze läuft.

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