Ian Somerhalder © Netflix
DWDL.de-Gespräch zu "V Wars"

Ian Somerhalder: "Ich will klimafreundlich arbeiten"

 

Nachdem Schauspieler Ian Somerhalder "Vampire Diaries" beendet hat und sich vor allem um seine Umweltorganisation kümmerte, kehrt er nun mit "V Wars" bei Netflix zurück. Im Gespräch verrät er, wie wichtig ihm klimafreundliches arbeiten ist.

von Kevin Hennings
05.12.2019 - 10:25 Uhr

In ihrer neuen Serie "V Wars" schlüpfen Sie in die Rolle von Dr. Luther Swann, der gegen eine aufkommende Vampirseuche ankämpft. Sind Sie jetzt die inoffizielle Nachfolge von "Buffy"?

Tatsächlich bin ich die deutlich freundlichere Version eines klassischen Vampirjägers und möchte in meiner Rolle als Doktor vor allem Heilung bringen. In "V Wars" wird durch die Polarkappenabschmelzung ein uraltes Virus freigesetzt, das die Menschen in blutrünstige Vampire verwandelt. Vor allem, dass sich Luthers bester Freund unter den Opfern befindet, macht ihm zu schaffen. "V Wars" bietet jedoch genauso wie "Buffy" allerhand Actionszenen und gruselige Bilder, keine Sorge.

Nachdem "True Blood" und "The Vampire Diaries" endeten, wurde auch ein Allzeithoch des Genres erreicht. Wieso fällt der Fokus einmal mehr auf Vampire?

Ich war über acht Jahre Teil der "Vampire Diaries"-Crew und weiß deswegen nur zu gut, welcher Hype dadurch ausgelöst wurde. Ich hätte jedoch keine Lust darauf gehabt, noch einmal exakt das Gleiche zu machen. Deswegen ist unsere neue Netflix-Serie von Anfang an so interessant für mich gewesen: In "V Wars" werden Vampire nicht als mystifizierte, übernatürliche Wesen eingeführt. Sie sind Opfer einer Krankheit, die es zu behandeln gilt. Diesen Ansatz habe ich noch in keiner Vampir-Serie gesehen. Als ich das Drehbuch zum ersten Mal gelesen hatte, musste ich unweigerlich an Danny Boyles "28 Days Later" denken, der dieses beklemmende Gefühl einer Postapokalypse, die Monster enthält, auf authentischste Art inszenierte. Wir hatten Danny Boyle zwar nicht mit an Bord. Ich hoffe dennoch, dass die Zuschauer erkennen werden, dass wir in die gleiche Kerbe schlagen möchten. "V Wars" soll auf jeden Fall daran erinnern.

"V Wars" ist auch überraschend aktuell. Wie erwähnt schmelzen zu Anfang der Serie die Polarkappen, was natürlich Ergebnis des Klimawandels ist.

Es ist absolut relevant aufzuzeigen, was derzeit in unserer Welt vonstatten geht. Deswegen geht es in "V Wars" nicht nur um den Klimawandel, sondern auch um viele andere Themen, die die Gesellschaft derzeit beschäftigen: Grenzen, Rassismus, Krankheiten, Angst, Politik, die Angst über Politik. Die Vampir-Krankheit verkörpert all das und verbreitet sich wie Krebs im ganzen Land. Wir sehen tagtäglich was Krebs mit Familien macht: Es zerstört Beziehungen und scheint unaufhaltsam zu sein. Um das alles zu vereinen, möchte ich anbringen, dass es seit dem Klimawandel deutlich mehr Krebspatienten gibt, was vor allem am wachsenden Ozon-Loch liegt. Die Veränderung unseres Klimas ist also nichts, was wir uns für den Unterhaltungswert dieser Sendung ausgedacht haben. Es ist ein wichtiges wissenschaftliches Thema, das in jedem Lebensaspekt berücksichtigt werden sollte.

Nachdem "Vampire Diaries" Anfang 2017 endete, konzentrierten Sie sich vor allem auf ihre eigens gegründete "Ian Somerhalder Foundation", die sich um Tierschutz und allerlei andere Umweltthemen kümmert. Wie wichtig war es Ihnen nun, dass am Set umweltbewusst gearbeitet wird?

Das ist eine wichtige Frage, da die meisten Filmsets unfassbar viele Ressourcen verbrauchen und auch verschwenden. Wir haben "V Wars" in Kanada gedreht – ein Land, das so umweltbewusst agiert, wie kaum ein anderes. Das hat uns natürlich geholfen, nachhaltiger arbeiten zu können. Aber auch abgesehen von Kanadas Einstellung war es mir wichtig, grün zu arbeiten. Es ist nämlich nicht mehr eine Option, es so zu tun, sondern der einzig richtige Weg. Wenn jeder Arbeitsplatz so organisiert werden würde, dass umweltbewusst gehandelt wird, hätten wir auf dieser Erde deutlich weniger Probleme.

Sie dürften auch deswegen ein besseres Bewusstsein dafür bekommen haben, da Sie nun nicht nur Darsteller, sondern auch Regisseur und Produzent sind. Würden Sie im Allgemeinen behaupten, dass es vernünftig ist, wenn eine Person derart viele Aufgaben übernimmt?

Ich würde auf jeden Fall sagen, dass es nicht der gesündeste Weg ist, den ein Mensch gehen kann (lacht). Es war für mich aber der einzig wahre Weg, um sicherzugehen, dass die Geschichte genauso umgesetzt wird, wie ich sie mir vorstelle. Bei "Vampire Diaries" war ich nur an gewissen Stellen als Produzent tätig. Öfters kam dann mal der Gedanke auf, dass ich gewisse Dinge anders umgesetzt hätte. Die Serie ist absolut gut so, wie sie geworden ist. Jedoch wollte ich nun einfach mal die Erfahrung machen, wie es ist, wirklich alles verantworten zu müssen. Und ich bin zu der Erkenntnis gekommen, dass ich wohl nie wieder nur Schauspieler sein möchte. Ich möchte den kreativen Prozess mit beeinflussen, da es einfach Spaß macht.

Sie wirken recht reflektiert. Durch ihre achtjährige Rolle als Damon Salvatore in "Vampire Diaries" werden Sie für viele jedoch auf ewig in eine Schublade gesteckt. Wie gehen Sie damit um?

Diese Rolle hat beinahe ein Jahrzehnt meines Lebens ausgemacht und tatsächlich macht es mir kaum etwas, wenn mich ein Mensch nur noch als Damon Salvatore betrachtet. Jedoch bin ich mir sehr sicher, dass sich einige meiner Hardcore-Fans "V Wars" anschauen und realisieren werden, dass in mir mehr steckt, als nur eine Rolle. Dr. Luther Swann und Damon Salvatore könnten unterschiedlicher nicht sein, was gleichzeitig der Beweis dafür ist, dass meine Bandbreite deutlich facettenreicher ist, als man annehmen könnte.

Wenn Sie sich eine Schlagzeile für die Premiere von "V Wars" wünschen könnten – wie sähe sie aus?

"Genre-Fans sorgen dafür, dass "V Wars" zum erfolgreichsten Netflix-Neustart aller Zeiten wird"

Herr Somerhalder, vielen Dank für das Gespräch!

Die erste Staffel von "V Wars" steht ab sofort bei Netflix zum Streaming zur Verfügung. 

Über den Autor

Der Gerade-noch-Volo-nun-Jung-Redakteur Kevin Hennings ist seit 2016 bei DWDL.de. Neben seiner Liebe zur Serienwelt, die er oft in Form von Kritiken und Kommentaren zeigt, hegt er eine intensive Leidenschaft für Stand-Up-Comedy und Podcasts.

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