Mit den „Key TV-Facts“ legt RTL AdAlliance, der internationale Vermarkter der RTL Group, jährlich Kennzahlen und Fakten zur TV-Nutzung in Europa vor und gibt damit einen Blick über den deutschen Tellerrand hinaus. Neben einigen der aus unabhängigen Quellen zusammengetragene Fakten, die sich aus Eigeninteresse der Werberelevanz und -wirkung des Mediums widmen, gibt es auch einige grundsätzliche Analysen des europäischen TV-Markts.

So etwa der Blick auf den Zeitpunkt der jeweils höchsten TV-Nutzung in europäischen Märkten. In Deutschland, aber auch vielen anderen Märkten, hat sich der Konsum von linearen Programmen seit Jahren nach hinten verschoben: Längst schon ist in Deutschland 20.15 Uhr nicht mehr die Uhrzeit mit der höchsten Fernsehnutzung. 

Eine Entwicklung die einher geht mit veränderten Berufsbildern und Arbeitsalltagen. Die Zunahme von Bürojobs u.a. zu Lasten von verarbeitender Industrie sorgt in der Breite für späteren Feierabend der Deutschen. Längst nicht jede bzw. jeder ist also um 20.15 Uhr schon entspannt nach dem Abendessen vor dem Fernseher, vorausgesetzt man schaut überhaupt linear TV.

Die „Key TV Facts“ der RTL AdAlliance lassen unter Berufung auf Daten der Marktforscher von Glance einen europäischen Vergleich zu. Auf Viertelstunden gerundet geht es um die TV-Nutzung an Werktagen, also Montag bis Freitag. In Deutschland erreicht der lineare Fernsehkonsum seinen Höhepunkt um 21 Uhr. Damit liegen wir in der Mitte, zusammen mit Großbritannien, Irland, Italien, Kroatien, der Niederlande und Polen.

Nur etwas früher, also gerundet um 20.45 Uhr, erreicht die TV-Nutzung ihren Höhepunkt in Bulgarien, Finnland, Österreich, Slowakei, Slowenien. Auch über den großen Teich, drüben in den USA, lag die höchste lineare TV-Nutzung an Werktagen im betrachteten Zeitraum des Jahres 2024 übrigens gegen 20.45 Uhr. Leicht später als bei uns, also 21.15 Uhr, erreichen die TV-Märkte in Belgien, Frankreich, Nordmazedonien, Portugal, Rumänien, Serbien und der französischen Schweiz, ihre höchste Nutzung.

Die Schweiz und ihre Sprachen. Das sorgt auch bei der Fernsehnutzung für Unterschiede. Unter deutschsprachigen Schweizerinnen und Schweizer verzeichnet die TV-Nutzung schon um 20.15 Uhr den Höhepunkt, bei den französischsprachigen Eidgenossen erst um 21.15 Uhr und auf italienisch kommt es erst um 21.30 Uhr zur höchsten Nutzung in der Schweiz.

Und damit wird es interessant: Während der Großteil Europas zwischen 20.45 Uhr und 21.15 Uhr die höchste TV-Nutzung an Werktagen verzeichnet, tanzen einige Länder bzw. Fernsehmärkte aus der Reihe: In Spanien und Griechenland sitzen erst gegen 22.15 Uhr die meisten Menschen vor dem Fernseher und verfolgen lineares TV, später als in allen anderen Ländern Europas. Bemerkenswert ist, dass Italien - entgegen möglichen Vorurteilen - mit 21 Uhr überraschend früh dran ist.

Und wer sitzt in Europa schon besonders früh vor dem Fernseher? Da schlägt keiner die Dänen. Dort erreicht das Medium um 20.15 Uhr schon seine höchste Nutzung laut den von Glance zusammengetragenen Daten. Übrigens ähnlich wie am anderen Ende der Welt auch in Japan. Mit dem Nutzungs-Peak um 20.30 Uhr folgen Ungarn und Norwegen. Bleibt am Ende die Erkenntnis: Zwischen der Primetime (im Sinne von höchsten TV-Nutzung), liegt der größte Unterschied von gleich zwei Stunden zwischen Dänen und Griechen bzw. Nord und Süd.