Als RTL am vergangenen Samstag nach dem erfolgreichen Start von "Wer weiß wie wann was war?" eine Folge von "Take Me Out" zeigte, war der Sender auch damit überaus erfolgreich. 900.000 Zuschauerinnen und Zuschauer sowie ein Marktanteil von mehr als 15 Prozent in der Zielgruppe waren das erfreuliche Resultat. Das ist auch deshalb beachtlich, weil der Privatsender bloß eine Wiederholung der Datingshow ausstrahlte.
Neue Folgen waren zuletzt vor fast zwei Jahren zu sehen. Dabei läge theoretisch sogar Nachschub bereit, denn UFA Show & Factual hat längst weitere Ausgaben von "Take Me Out" produziert. Deren Ausstrahlung stellt RTL-Sprecher Claus Richter dann auch auf DWDL.de-Nachfrage in Aussicht, bleibt dabei allerdings sehr vage. "'Take Me Out' bleibt ein fester Bestandteil unseres Portfolios", sagt er, "und ist derzeit weiterhin im Programm präsent - perspektivisch auch wieder mit neuen Folgen."
© RTL / Guido Engels
"Take Me Out"
Doch es gibt auch anders gelagerte Fälle - etwa, wenn Formate nicht so geworden sind wie erhofft oder sich die strategische Ausrichtung zwischenzeitlich gewechselt hat. Schon 2022, auf dem Höhepunkt der Retro-TV-Welle, stellte RTL ein neues Format mit Harry Wijnvoord in Aussicht. Der hatte zu diesem Zeitpunkt gerade ein recht passables Comeback mit "Der Preis ist heiß" hingelegt und sollte in "Schlager, mein Leben" nichts weniger als den "nächsten Schlagerstar" suchen. Und auch wenn alle Folgen längst im Kasten sind - auf das Ergebnis wird man wohl vergeblich warten. "Eine Ausstrahlung von 'Schlager, mein Leben' ist nicht geplant", heißt es aus Köln.
"Wir überprüfen kontinuierlich unser Portfolio an Show-Formaten"
Noch keine Entscheidung getroffen hat man in Köln mit Blick auf das "Sommerhaus der Normalos", das bei RTL+ erstmals vor einem Jahr probiert wurde. Auch die von Sonja Zietlow moderierte RTL-Quizshow "Schlauer als Alle", deren erste Folge im Mai 2025 immerhin fast zwölf Prozent Marktanteil erzielte, ist noch nicht gänzlich abgeschrieben worden. "Grundsätzlich gilt: Wir überprüfen kontinuierlich unser Portfolio an Show-Formaten und entwickeln dieses entlang von Zuschauerinteressen, strategischen Prioritäten und Marktbedingungen weiter", sagt RTL-Sprecher Claus Richter gegenüber DWDL.de. "Dabei befinden sich viele Projekte in unterschiedlichen Stadien – von der Konzeptphase über die Produktion bis hin zur möglichen Ausstrahlung. Wie üblich erfolgen konkrete Entscheidungen immer im Kontext der Gesamtplanung und werden zu gegebener Zeit kommuniziert."
© RTL / Stefan Gregorowius
"Denn sie wissen nicht, was passiert"
Die Spielshow "Drei gegen Einen" mit Tim Mälzer, Knossi und Jan Köppen wiederum soll trotz der zuletzt arg enttäuschenden Quoten "später im Jahr" noch einmal zurückkehren. In früheren Ausgaben war auch Elton Teil des Teams. Der wiederum wartet mit seiner Samstagabendshow "Eltons 12" auf eine Fortsetzung, obwohl zwei Folgen davon schon vor über einem Jahr von Raab Entertainment produziert wurden. Dabei waren die Quoten im Frühjahr 2025 mit bis zu 11,6 Prozent Marktanteil in der Zielgruppe durchaus ordentlich. "Das ist ein Bereich in dem ich die Erwartung haben kann, dass es weitergehen wird", sagte Raab-Entertainment-Chef Daniel Rosemann schon im November im DWDL.de-Interview und fügte hinzu: "Aber in diesen Zeiten weiß man nie." Auf Nachfrage stellt RTL nun allerdings noch einmal klar, dass die Folgen zu einem späteren Zeitpunkt im Jahr noch gezeigt werden sollen.
Tatsächlich wirkt die Branche in diesen Tagen allerdings reichlich verunsichert, was sich nicht zuletzt an der Zurückhaltung bei der Bestellung bestehender Formate ablesen lässt. Da werden Produzenten und Publikum mitunter gleichermaßen auf die Probe gestellt.
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