Foto: International Emmy© International Emmy

War nicht gerade erst Emmy-Fieber in Los Angeles? Zugegebenerweise, an Emmy-Verleihungen mangelt es nicht. Anders als bei den Primetime Emmy Awards im August, bei denen ausschließlich us-amerikanische TV-Produktionen ins Rennen gehen, wird bei den International Emmy Awards der Rest der Welt ins Visier genommen. 1969 wurde die Auszeichnung zum ersten Mal verliehen und gilt als wichtigste internationale Anerkennung für nicht-amerikanische TV-Produktionen. Unumstritten sind die International Emmy Awards aber keineswegs.

Verliehen werden die iEmmys, wie sie meist abgekürzt werden, von der International Academy of Television Arts & Sciences, die in New York ihren Sitz hat. Dort werden am Montag, den 22. November, wieder Gewinner in insgesamt zehn Kategorien gekürt. Einen ausführlicheren Blick auf alle Nominierten liefert DWDL.de in diesem Special zur diesjährigen Verleihung. Dazu gibt es auch eine Chronik der bisherigen Gewinner aus Deutschland.

Nächsten Montag könnte es weitere deutsche Emmy-Preisträger geben. In der Kategorie "Beste Schauspielerin" ist Iris Berben für ihre Rolle im ZDF-Dreiteiler "Krupp - eine deutsche Familie" nominiert. Sebastian Koch kann für seine Rolle in der ZDF-Neuverfilmung von "Der Seewolf" auf einen iEmmy in der Kategorie "Bester Schauspieler" hoffen. Und als bester TV-Movie könnte "Marcel Reich-Ranicki: Mein Leben" (ARD) abräumen.

Den Ehrenpreis erhält in diesem Jahr der britische TV-Produzent Simon Cowell, Erfinder der international erfolgreichen Castingshow-Formate "Got Talent" und "The X Factor". Während Cowell erst am Montag kurz vor der Verleihung in New York ankommen wird, weil er am Wochenende noch für das britische "X Factor" vor der Kamera steht, treffen sich die meisten Nominierten und Academy-Mitglieder schon am Wochenende zum International Emmy Festival.

Wie auch die Rose d'Or in Luzern so tun sich auch die International Emmy Awards allerdings schwer: Ein Überhang an Gewinnern aus dem englischsprachigen Ausland lässt immer den bitteren Beigeschmack aufkommen, dass es englischsprachige Produktionen bei den internationalen Juroren nun einmal einfacher haben als untertitelte Produktionen nicht englischsprachiger Länder. Gerade aus großen TV-Märkten wie Deutschland hält sich daher das Interesse, Produktionen für den Wettbewerb der iEmmys einzureichen, oft in Grenzen.

Doch trotz aller Kritik schmückt ein International Emmy. Gerade für kleinere Fernseh-Nationen ist die Auszeichnung ein Ritterschlag und so wird das Festival wie auch die Preisverleihung zum Klassentreffen der internationalen TV-Branche. DWDL.de wird direkt aus New York City ausführlich berichten. In diesem Special und über Twitter.