Was Paisner zu sagen hatte, fasste den Gedanken der Academy noch einmal zusammen: "Ich bin weit weg von zuhause aber fühle mich nicht so: Ich bin zu Gast bei Freunden." Die Überschwänglichkeit mag uns fremd sein und typisch amerikanisch klingen, doch hat sie einen wahren Kern: Die International Academy of Televison Arts & Sciences mit ihren Judgings und dem jährlichen Treffen in New York ist sicher durch die International Emmys von einem Wettbewerb geprägt, aber wirkt dennoch wie ein Familientreffen ausgesuchter und preisgekrönter Fernsehmacher. Es hat so gar nichts vom Haifischbecken einer Fernsehmesse wie der MIP oder NATPE. Das machte es dann auch nicht schwer gemeinschaftlich Fußball zu schauen.
An diesem Abend im Kölner Süden fallen die Probleme und Herausforderungen der Academy natürlich unter den Tisch. Man feiert - insbesondere zu fortgeschrittener Stunde den Sieg der deutschen Nationalmannschaft. Aber der deutsche iEmmy-Botschafter Leopold Hoesch, selbst ein Gewinner des internationalen Fernsehpreises, berichtet auch in diesem Jahr wieder von mühsamer Überzeugungsarbeit in Deutschland: Um eine Chance auf den Sieg zu haben, müssen Sender und Produktionsfirmen ihre Formate und Produktionen erst einmal einreichen. Da muss man aus einem Teufelskreis ausbrechen: Dass zuletzt seltener deutsche Produktionen bei der Gala in New York ausgezeichnet wurden, erhöht natürlich auch nicht gerade die Bereitschaft, teilzunehmen.
Aber auch wenn es in Deutschland immer noch etwas schwerer fällt das Prestige der International Emmy Awards zu vermitteln, so ist Academy-Präsident Bruce Paisner mit dem weltweiten Feedback zufrieden. "Als ich zur Academy kam, freuten wir uns über einige hundert Einreichungen weltweit. In diesem Jahr waren es über tausend." Kein Wunder also, dass es immer mehr und längere Judgings bedarf, um die eingereichten Produktionen zu sichten. Ein Lied von dem anstrengenden Tag konnten am Abend eine Jury-Teilnehmer singen, die teilweise beeindruckt, teilweise amüsiert von den Produktionen aus aller Welt berichteten. Einig waren sich jedoch alle Befragten, dass es seine Reize hat zu sehen, wie erfolgreiches Fernsehen aus anderen Kontinenten und abseits der USA aussieht. Und diesen Blick über den Tellerrand hinweg macht die International Emmys eben aus. DWDL.de berichtet übrigens auch in diesem Jahr wieder - wie schon seit 2007 - von Festival und Preisverleihung in New York City.
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