Jedes Jahr werden im November in New York City die International Emmy Awards verliehen, der wichtigste internationale Fernsehpreis. Doch bevor man im Oktober bei der MIPCOM in Cannes die diesjährigen Nominierten bekanntgeben kann, finden in diesem Sommer wieder weltweit unzählige Jurysitzungen statt. In diesem Jahr sind es sogar zwei in Deutschland: Nach dem Vorbild der Veranstaltung in Köln trafen sich Fernsehmacher und -akteure vergangene Woche schon in Berlin zu einem Jury-Tag, am Mittwoch ging es dann in Köln weiter, wo der deutsche iEmmy-Botschafter Leopold Hoesch aus den früher pragmatisch nüchtern veranstalteten Jury-Sitzungen inzwischen ein Event mit abendlichen Empfang - sozusagen der Belohnung für die Mühen der ehrenamtlichen Juroren - gemacht hat.
Stundenlang wurden in Köln die Einreichungen in den Kategrien "Best Performance by an Actor/ English Speaking", "Comedy/South America", "Drama Series/ Asia Africa" und "Current Affairs/ English Speaking" gesichtet. Danach war ein kühles Getränk auf der Terrasse oder im Garten der Villa Marienburg recht willkommen. Zu den Juroren und Veranstaltern kamen noch rund hundert weitere Gäste, die der Einladung von Hoesch und Academy-Mitglied Dr. Frank Dieter Freiling (ZDF) gefolgt sind. So war der Empfang mit anschließendem Public Viewing des Deutschland-Spiels recht prominent besetzt: Bettina Zimmermann, Sibel Kekilli, Rick Kavanian, Michael Kessler, Frank Plasberg, Martina Hill, Roger Willemsen, Paul Jackson (Eyeworks UK), Oliver Berben (Constantin Film AG), Jim Manos (Autorenteam 'Die Sopranos') sowie Petra Müller, Geschäftsführerin der Film- und Medienstiftung NRW und LfM-Direktor Prof. Brautmeier gehörten zu den Gästen.
Angesichts des bevorstehenden EM-Spiels der deutschen Elf gegen die Niederlande fassten sich die Redner, angefangen bei Leopold Hoesch, kurz. Auch Dr. Frank-Dieter Freiling, Leiter Internationale Angelegenheiten beim ZDF, scherzte nur schnell: "Das Beste, was Ihnen das ZDF heute bieten kann, sehen Sie eh auf der Leinwand" Die wiederholten Tonaussetzer wird er damit aber sicher nicht gemeint haben. Doch die waren in der Marienburg eh nicht zu vernehmen. In den Räumlichkeiten der Villa war das Spiel auf diversen Fernsehern und einer Leinwand zu verfolgen, doch parallel zum Fußballspiel bewährte sich der Cocktail-Empfang zu den International Emmy Judgings wieder einmal als fester Termin im Mediensommer NRW für den Austausch der Branche.
Gespür für Timing bewies als letzter Redner des Abends dann Bruce Paisner, der eine seltene Gabe besitzt: Verständnis und Kenntnis von Verlagswelt und gleichzeitig Fernsehbranche. Nach diversen Stationen machte sich Paisner in der US-Branche einen Namen als führender Fernsehmacher des Hearst-Verlages, der stark im TV-Geschäft engagiert ist. Seit 2004 macht er sich international einen Namen als Präsident der International Academy of Television Arts & Sciences. Und am Mittwochabend als Meister des Timings: Denn kaum wurde seinen kurzen Grußworte beendet, der Ton des Mikrofons abgeschaltet und das des EM-Spiels aufgeschaltet, tönte die deutsche Nationalhymne durch die Villa Marienburg.
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