Nein, weltbewegend ist ein Abschied wie der von Tom Buhrow am Sonntagabend nicht. Aber doch ein schönes kleines Stück Fernsehen, das wir gerne schriftlich dokumentieren. Schon beginnend mit Günther Jauchs Abschiedsworten an Buhrow bei der Überleitung seiner Flut-Sondersendung zu den „Tagesthemen“. In der Schalte schloß Jauch mit den Worten: „Im Namen von Millionen Zuschauern sage ich, dass wir Sie an diesem Platz vermissen werden. Ich wage aber auch die Prognose, dass Sie die Arbeit als moderierender Journalist an dieser Stelle auch noch schwer vermissen werden. Sollen wir wetten?“ Da dürfte viel Wahres drin stecken - was auch dem sichtlich berührten Gesichtsausdruck von Tom Buhrow zu entnehmen war.
Auf die Abschiedsworte am Ende der „Tagesthemen“ reagierte der künftige WDR-Intendant gelassener. Als etwa Wetter-Experte Sven Plöger sagte: „Lieber Tom, vor 2481 Tagen hattest Du Deine erste ,Tagesthemen‘-Sendung. Heute ist die letzte. Deswegen möchte ich an dieser Stelle - und das ganze Wetterteam auch, Claudia Kleinert und Karsten Schwanke - danke sagen für eine schöne Zeit und Dir eine wunderbare Zukunft mit Deinen interessanten Aufgaben wünschen.“, da konterte Buhrow schmerzlos direkt mit seinen eigenen Abschiedsworten: „Dankeschön, netter Kollege Sven Plöger. Dankeschön. Tja, Mensch. Von abrupten Wetterwechseln hat er eben gesprochen. Abrupte Wetterwechsel hat es schon einige gegeben in diesem Jahr. Hier gibt es nun einen abrupten Abschied.“
Und weiter sagte Buhrow: „Sie haben es ja gelesen und eben nochmal gehört: Nach fast sieben Jahren verlasse ich jetzt diesen Platz bei den ,Tagesthemen‘. Anfang des Jahres hätte ich das selbst nicht geglaubt. Ich hab‘ sie sehr, sehr gerne informiert und ich hätt‘s auch gerne noch manche Jahre weiter getan, aber nun wartet halt eine andere Herausforderung: Die Leitung des größten Senders der ARD, des Westdeutschen Rundfunk, der mir seit 28 Jahren Aufgaben zutraut, die mich durch viele Ereignisse und Länder geführt haben. Jetzt holt er mich zurück. Aber ich bleibe den ,Tagesthemen‘ treu, denn ich verspreche Ihnen, dass ich gemeinsam mit allen Intendantinnen und Intendanten der ARD alles tun werde, damit Sie weiter Nachrichten von der hohen Qualität und Zuverlässigkeit bekommen, wie sie das erwarten dürfen.“
Zum Ende hin wurde es noch einmal tiefsinnig. Buhrow: „Nun sind ja Nachrichten oft schwer zu ertragen, manchmal sind sie furchtbar. Es wendet sich nicht alles zum Guten, die Welt ist nicht heil. Aber sie gibt uns immer wieder einen neuen Anfang. Ein Zitat von Theodor Fontane: ,Tröste dich, die Stunden eilen und was all dich drücken mag. Auch die Schlimmste kann nicht weilen und es kommt ein andrer Tag.“ Heute Abend danke ich allen Kolleginnen und Kollegen vor und hinter den Kulissen für ihre gute Arbeit. Ihnen zu Hause danke ich für Ihr Vertrauen. Ich wünsche Ihnen vor allem eins - trotz aller schlechten Nachrichten: Zuversicht. In diesem Sinne also: Das waren die Tagesthemen von heute. Morgen ist ein neuer Tag.“ Kurz darauf kam der obligatorische Blumenstrauß und das Team ins Studio. In genau 2 Wochen tritt er in Köln an - als neuer WDR-Intendant.
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