Jerks © maxdome / ProSieben / Andre Kowalski
Noch kein grünes Licht für die Fortsetzung

Zukunft von "Jerks": Beflügelt, aber unentschlossen

 

Die Kritiken waren gut und die Abrufzahlen - wenn man Maxdome glauben darf - waren es auch. Und doch zögert man in Unterföhring aktuell noch, wenn es darum geht, die Serie "Jerks" mit Christian Ulmen fortzusetzen. Doch weshalb eigentlich?

von Alexander Krei
12.04.2017 - 12:30 Uhr

Kaum gestartet, schon verlängert: Amazon machte kurzen Prozess bei der Beantwortung der Frage, wie es um die Fortsetzung seiner ersten deutschen Serien-Produktion bestellt ist. Konkrete Zahlen nannte der Streamingdienst mit Blick auf "You are wanted" zwar nicht, doch die Serie von und mit Matthias Schweighöfer habe mehr Fünf-Sterne-Bewertungen erhalten als jede Serie zuvor bei Amazon. Hinzu kommt, dass "You are wanted" am Premieren-Wochenende in gleich 70 Ländern zu den fünf meistgesehenen Serien des Dienstes zählte.

Es hat also offensichtlich gute Gründe dafür gegeben, grünes Licht für die Beauftragung neuer Folgen zu geben. Ganz so schnell geht es im Falle von "Jerks" nicht - und das, obwohl Maxdome der Konkurrenz von Amazon und Netflix mit dem Start einer deutschen Serien-Eigenproduktion sogar zuvorkam. Bereits Ende Januar schickte die ProSiebenSat.1-Tochter die Talpa-Produktion, die von der Freundschaft zwischen Christian Ulmen und Fahri Yardim erzählt und sich voll und ganz auf ihr gemeinsames Scheitern fokussiert, an den Start und heimste für das Ergebnis erstaunlich viel Lob ein.

Marvin Lange© ProSiebenSat.1
"Meistens bin ich ja bescheiden, aber in Sachen 'Jerks' einfach nur mächtig stolz", freut sich Maxdome-Geschäftsführer Marvin Lange (Foto) im Gespräch mit dem Medienmagazin DWDL.de und zeigt sich "sehr zufrieden" mit der Resonanz auf die erste Eigenproduktion der Plattform. "Die Abrufraten waren sensationell, und das konstant über einen längeren Zeitraum. Und das Echo war überwältigend, sowohl von der Fernsehkritik als auch von den Nutzern selbst in den sozialen Netzwerken."

Wie genau Maxdome "sensationell" definiert, ist nicht bekannt, doch sollten die Zahlen tatsächlich so gut ausgefallen sein, stellt sich die Frage, weshalb sich in Unterföhring bislang noch niemand zu einer Fortsetzung durchringen konnte. Vielleicht ist es das ungewöhnliche Zusammenspiel mit ProSieben, wo "Jerks" schon wenige Wochen nach der Maxdome-Premiere zu sehen war - mit durchwachsenem Erfolg. Von dem zwischenzeitlichen Höhenflug mit mehr als 13 Prozent Marktanteil in der Zielgruppe blieben am Ende gerade mal noch sechs Prozent übrig. Vielleicht auch, weil viele Zuschauer - angefixt durch ProSieben - den Weg zu Maxdome suchten.

"Das Auswertungsfenster im TV lohnt sich für uns enorm", sagt Lange. "Bei jeder Ausstrahlung im Fernsehen stieg danach der Abruf auf Maxdome sehr deutlich an." Aus Nutzersicht sei das logisch. "Wer gerade im linearen Programm 'Jerks' gesehen hat und jetzt wissen möchte, wie es weitergeht, der kommt zu Maxdome", so der Geschäftsführer der Online-Videothek zu DWDL.de. "Wir werten auf beiden Feldern aus, weil sich die digitale und die lineare Welt gegenseitig befeuern. Wir sind nun mal der einzige Anbieter in Deutschland, dem beide Auswertungsfenster zur Verfügung stehen. Und genau deshalb machen wir’s auch."

Angesprochen auf eine mögliche zweite Staffel sagt Lange: "Natürlich setzt man sich nach einem solchen Erfolg mit allen Beteiligten zusammen und überlegt, ob und wie es weitergeht." Nichts Genaues weiß man nicht, auch mehrere Wochen nach Ausstrahlung der letzten Folge bleibt somit unklar, wie ob und wie es mit "Jerks" weitergeht. Auch andere Eigenproduktion hält Marvin Lange weiter für denkbar, wenngleich er betont, dass sie nicht das Alleinstellungsmerkmal von Maxdome seien. "Der große Erfolg von 'Jerks' beflügelt uns natürlich", sagt er. "Wir denken derzeit in sehr viele verschiedene Richtungen." Man darf weiter gespannt sein, für welche davon sich Maxdome entscheiden wird.

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