Curvy Supermodel - Jury Staffel 2 © RTL II
RTL II hat an einigen Stellschrauben gedreht

"Curvy Supermodel": Schluss mit den Nettigkeiten

 

Die neue Staffel der RTL II-Castingshow "Curvy Supermodel" steht an. Der Sender setzt auf eine härtere und kantigere Gangart als zuletzt, dafür sorgt unter anderem Neu-Juror Peyman Amin. Ein Erfolg wäre für den Sender wichtig, hat man doch kräftig investiert.

von Timo Niemeier
17.07.2017 - 16:35 Uhr

Die neue Staffel von "Curvy Supermodel" startet und RTL II spart nicht mit Superlativen: "Es gibt von allem ein wenig mehr, wir haben überall eine Schippe drauf gelegt", sagt Martin Blickhan, Leiter der Programmkommunikation. Es gab doppelt so viele Bewerberinnen als bei der ersten Staffel, gedreht wurde verstärkt auch im europäischen Ausland. Durch die zwei zusätzlichen Folgen ist auch das Budget entsprechend gestiegen. "2017 wird alles übertreffen", dröhnt es auch aus den Trailern, mit denen der Sender seine Zuschauer auf die neuen Folgen der Modelsuche einstimmt. Nach wie vor ist von einer "Körper-Revolution" die Rede.

"Curvy Supermodel" ist neben "Love Island" eine der wichtigsten Produktionen für RTL II in diesem Jahr. Die Superlative und die sehr präsente Werbung sind da nur konsequent. Ob das Format aber nachhaltig das Zeug zu einem großen Erfolg hat, muss sich erst noch zeigen. Die erste Staffel startete zwar gut, baute dann aber deutlich ab und endete bei weniger als 6,0 Prozent Marktanteil. Dass man bei RTL II an das Format glaubt, zeigt schon die Tatsache, dass man in diesem Jahr sieben statt fünf Folgen zeigen wird. Der Stellenwert von "Curvy Supermodel" ist noch einmal gestiegen, jetzt muss das Format liefern. Bei RTL II ist man optimistisch: "Wir haben ein relevantes Thema, das viele Menschen bewegt."


Gelingen soll das mit weniger Wohlfühl-Atmosphäre und mehr Wettbewerbs-Charakter. Verdeutlicht wird das am Anfang durch ein Massencasting, das es so ja auch schon bei "Germany’s Next Topmodel" gab. So will RTL II schon in den ersten beiden Ausgaben deutlich mehr Kandidatinnen zeigen als 2016. Im weiteren Verlauf müssen die Frauen dann Jobs von Kunden ergattern - auch hier gibt es mehr als noch in der ersten Staffel. Prüfungen sollen zu Konkurrenzdruck und Spannungen unter den Models führen, sodass man auch ein paar Streitereien zeigen kann. Und wenn dann mal eine Handvoll Frauen vor der Jury steht, werden sie auch gefragt, welche ihrer Konkurrentinnen rausfliegen soll. Auch das wird mit Sicherheit für Gesprächsstoff unter den Kandidatinnen sorgen.

Diese Änderungen erscheinen durchaus sinnvoll. Die erste Staffel war überwiegend lieb und nett, auch für früh ausgeschiedene Kandidatinnen fand die Jury stets nette Worte. Das war zwar aller Ehren wert, wirkte stellenweise aber auch unglaubwürdig. Castingshows leben schließlich davon, dass nicht alle Teilnehmer perfekt sind. Den harten Hund in der Jury mimt in diesem Jahr Peyman Amin, der ja auch schon neben Heidi Klum über Models urteilte. Sein Auftrag: Die Wolke an Nettigkeits-Floskeln durchbrechen und auch mal unbequeme Tatsachen ansprechen. "Du kannst nicht laufen, du hast nicht die Figur. Du bist hier fehl am Platz", sagt er zu einer Kandidatin. Es ist diese neue Art der Direktheit, mit der RTL II punkten will.

Trotz der neuen Härte will "Curvy Supermodel" aber natürlich weiterhin das Gefühl vermitteln, dass jede Frau auf ihre eigene Weise schön ist und dass man keine Maße von 90-60-90 braucht, um erfolgreich zu sein. Sinnbildlich für diese Einstellung ist Angelina Kirsch, die als einzige Jurorin aus der ersten Staffel übrig geblieben ist und selbst als "Curvy Model" arbeitet. Neben ihr und Peyman Amin urteilen RTL-II-Allzweckwaffe Jana Ina Zarrella und der Laufsteg-Coach Carlo Castro über die Models. Gerüchteweise sollte ja auch Sarah Lombardi einen Platz in der Jury bekommen.

Curvy Supermodel
© RTL II
Zum Start müssen die Kandidatinnen von "Curvy Supermodel" zum Massencasting. 

Den hat sie nun zwar nicht, Lombardi wird dennoch ein Teil der Sendung. Sie wird nicht nur als Backstage-Moderatorin im Einsatz sein und so die Kandidatinnen begleiten, sie präsentiert auch "Curvy Supermodel - Das Magazin", das RTL II in diesem Jahr erstmals zeigt. Mit dem Magazin verlängert der Sender seine Model-Strecke am Montagabend bis 23 Uhr. Noch ein Beleg dafür, wie wichtig das Projekt "Curvy Supermodel" ist. Neben Geschichten zu den Kandidatinnen will sich das Magazin auch mit dem Curvy-Trend befassen. Warum sich der Sender für Sarah Lombardi als Moderatorin entschieden hat? "Sie ist absolut professionell und sehr routiniert. Sarah hat Casting-Hintergrund und versteht das Business", sagt Blickhan.

Anders als 2016 zeigt RTL II "Curvy Supermodel" nicht am Mittwoch, sondern montags. Auf Anfrage für den Grund des Sendeplatzwechsels verweist man auf eine Vielzahl von Einflussfaktoren in der Programmplanung. Über (Quoten-)ziele will man beim Sender im Vorfeld nicht sprechen. Martin Blickhan sagt: "Wir würden uns freuen, wenn die neue Staffel bei den Zuschauern für so viel Begeisterung sorgt wie bei uns."

Für Gesprächsstoff sorgte im Vorfeld der zweiten Staffel auch die Werbekampagne, die RTL II für "Curvy Supermodel" aufgefahren hatte. Die Deutsche Bahn weigerte sich ein Motiv zu zeigen und begründete das mit zu viel nackter Haut. RTL II protestierte, besserte aber trotzdem nach und lieferte ein Motiv mit mehr Stoff. Für Wirbel war damit schon gesorgt. Keine Frage: Der PR-Aufwand im Vorfeld war groß, etliche Schlagzeilen hat die Show schon produziert. Nun muss RTL II nur noch darauf hoffen, dass auch die Zuschauer Gefallen an der neuen Staffel finden werden.

RTL II zeigt die zweite Staffel von "Curvy Supermodel" ab heute 20:15 Uhr.

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