Roman Steuer © Sky
Wie steht's um "skysport.de"?

"Die Lücke zu schließen ist ein Marathon und kein Sprint"

 

Vor knapp zwei Jahren brachte Sky ein Online-Sportportal an den Start. Zittern muss die direkte Konkurrenz allerdings nicht, denn "skysport.de" erreicht deutlich weniger Nutzer als "kicker" oder Sport1. Sky-Sportchef Roman Steuer sagt dennoch, man liege im Plan.

von Alexander Krei
07.06.2019 - 08:25 Uhr

Ein "neues Zuhause für alle Sportinteressierten" wolle man schaffen und mit "hochwertigem Video-Content" seinen Nutzern "das beste Sporterlebnis" bieten. Keine Frage, Sky hat nicht gerade tiefgestapelt, als der Bezahlsender im Herbst 2016 den Start eines neuen, kostenfreien Sportportals ankündigte. Vor fast zwei Jahren ist "skysport.de" schließlich an den Start gegangen - wohl auch in der Hoffnung, etablierten Angeboten Beine zu machen. Das ist bislang allerdings nur bedingt gelungen, und zwar in mehrerlei Hinsicht.

Schaut man sich die Besucherzahlen an, so hinkt "skysport.de" den Portalen von "kicker" oder Sport1 deutlich hinterher. Auf gerade mal 9,34 Millionen Visits brachte es "skysport.de" laut IVW im Mai - trotz des spannenden Kampfs um die deutsche Meisterschaft stagnierte die Zahl somit auf dem Niveau der Vormonate. Zum Vergleich: "Sport1.de" lag bei rund 81 Millionen Visits, "kicker.de" durchbrach sogar die Schallmauer von 200 Millionen. 

"Wir sind mit der Entwicklung wirklich zufrieden", beteuert Sky-Sportchef Roman Steuer auf DWDL.de-Nachfrage und verweist auf Wachstum in allen Bereichen. So sei die Zahl der Unique Visitors im Jahresvergleich um 37 Prozent gestiegen, die Visits um 57 Prozent und die Page Views gar um 85 Prozent. Auch die Zahl der Videoviews fällt deutlich höher als vor einem Jahr. Zudem sei das Portal Bestandteil eines Gesamtangebots, das auch die App und Social-Media-Kanäle umfasst. "Hiermit liegen wie voll im Plan", sagt Steuer.

Der Sportchef verweist in diesem Zusammenhang auf mehr als eine Million Abonnenten des YouTube-Kanals und auf 144.000 Abrufe bei der Halbfinal-Auslosung des Champions League, was einen Spitzenwert darstelle. Und doch erreicht Sky letztlich deutlich weniger Nutzer als direkte Konkurrenten - und das, obwohl man mit Bundesliga, Champions League oder Handball attraktive Rechte besitzt. Doch wer etwa Stimmen zu den Spielen sucht, wird häufig enttäuscht - was vielleicht auch daran liegen mag, dass "skysport.de" erstaunlicherweise gar keine Suchfunktion besitzt.

"Zeigen, was Nicht-Abonnenten verpassen"

Generell fällt auf: Die Zahl der Artikel ist deutlich geringer als bei vergleichbaren Sportportalen. Darauf angesprochen, wiegelt Roman Steuer ab: "Für uns sind weniger die Anzahl der veröffentlichten Beiträge entscheidend, sondern die Qualität. Wir wollen mit dem Content unseren Nutzern einen echten Mehrwert in Ergänzung zu unserem Live-Sport-Programm bieten, den der Nutzer auf anderen Portalen nicht findet." Dabei setze man auch auf frei empfangbare Livestreams wie jüngst beim Golf Masters in Augusta oder zu Wimbledon im kommenden Monat.

Steuer spricht in diesem Kontext von einem "schönen Second-Screen-Angebot", zu dem auch die In-Match-Videos passen, die Kunden während der laufenden Partien der Bundesliga und Champions League zu sehen bekommen. Doch reicht das, um dauerhaft am Markt zu bestehen? "Wir wollen die Reichweiten weiter steigern und noch stärker den Nutzern die Sky-Sport-Welt präsentieren, und zeigen, was Nicht-Abonnenten bei uns verpassen, wenn sie kein Abo haben", erklärt der Sky-Sportchef gegenüber DWDL.de. Genau wie Sky Sport News HD sei auch das Portal ein Schaufenster für das Pay-TV-Angebot.

Mit der Hilfe des Portalangebots sei es zudem bereits gelungen, die Buchung des "Sky Supersport Tickets" zu steigern, so Steuer. Helfen soll im weiteren Verlauf des Jahres auch die Premier League, deren Rechte Sky nach einigen Jahren von DAZN zurückerobern konnte. Steuer gibt sich entsprechend optimistisch. "Die Richtung stimmt bei uns und wir liegen mit unserem Digitalangebot voll im Plan. Aber es liegt noch ein Weg vor uns. Die Lücke zu schließen ist ein Marathon und kein Sprint."

Über den Autor

Alexander Krei ist seit 2009 Redakteur beim Medienmagazin DWDL.de. Liebt die große Fernsehshow ebenso wie das kleine Kammerspiel. Analysiert neue Formate und die Quoten am Morgen danach. Sport mag er am liebsten, wenn er in der Glotze läuft.

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