Endlich kapiert? © TVNow/Ruprecht Stempell
Lutz van der Horst als Streichespieler

"Endlich kapiert?!" bei Vox: Versteckte Kamera mal anders?

 

Bislang war Vox nicht gerade als Comedy-Sender bekannt, doch mit der Unterstützung von Lutz van der Horst und einer Weiterentwicklung der Versteckten Kamera soll sich das jetzt ändern. Die Messlatte liegt hoch: Das Original-Format gewann bereits einen Emmy.

von Alexander Krei
15.07.2019 - 16:30 Uhr

Ehefrau Filiz ist genervt, weil sie das Familienauto ständig nur mit leerem Tank vorfindet, Ruben ärgert sich über seinen Mitbewohner, weil dieser regelmäßig Plastikmüll in den Papiermüll wirft, und Schlauberger Stefan bekommt einen Denkzettel, weil er immer und überall alles besser weiß. Das sind nur drei von sieben Botschaften, die das Team von Vox den Übeltätern im Rahmen einer neuen Show übermitteln soll. "Endlich kapiert?!" heißt sie und ihren Ursprung in Belgien, wo sich die Macher von "Benidorm Bastards" an einer neuen Form der Versteckten Kamera versuchten.


Dass ausgerechnet Vox das Format nach Deutschland holt, kommt überraschend, schließlich hat sich der Privatsender in der Vergangenheit nicht gerade als Comedy-Spezialist hervorgetan. Dass man in diesem Genre Fuß fassen will, ist noch unter der Führung von Bernd Reichart entschieden worden, der bei der RTL-Mediengruppe mittlerweile bekanntlich zu Höherem berufen wurde. Der neue Vox-Chef Sascha Schwingel hat das Vorhaben also gewissermaßen geerbt und schickt die erste Staffel am späten Montagabend auf Sendung. Viel kann da aus Quotensicht also nicht schiefgehen.

Als Übermittler der Botschaften fungiert Lutz van der Horst, der vielen Zuschauern als "heute-show"-Reporter bekannt ist. "Ziel war es, neue, originelle Ansätze zu finden, die man so nicht gesehen hat", sagt er gegenüber DWDL.de, angesprochen auf das Format, das die Produktionsfirma SEO Entertainment für den deutschen Markt adaptiert hat. Tatsächlich lässt sich "Endlich kapiert?!" schwer vergleichen mit anderen Versteckte-Kamera-Shows, auch wenn die Hinführung mitunter spannender ist als der Streich selbst.

Endlich kapiert?!© TVNOW

Glücklicherweise beschränkt sich die Sendung nicht ausschließlich auf gemeine Denkzettel, sondern setzt auch auf Danksagungen und Liebesbotschaften, was im Laufe der Stunde für Abwechslung sorgt. "Mir gefällt, dass die Überraschten keine Promis sind, sondern ganz normale Menschen, über deren Macken wir vorher einiges erfahren", so Lutz van der Horst, der in die Planungen von Anfang an involviert war und somit auch eigene Ideen beisteuerte.

Vom belgischen Original, das kürzlich sogar einen International Emmy erhielt, hat er sich nach eigener Aussage alle Folgen angeschaut. "Die Messlatte hing verdammt hoch", betont er im Gespräch mit DWDL.de, doch Grund für Tiefstapelei hält der Kölner nicht für angebracht. "Ich bin jetzt mal so arrgogant und sage: Die deutsche Version wird mindestens genauso gut. Bei einigen Filmen haben wir uns von den Belgiern inspirieren lassen, andere sind komplett neu erfunden." Nun muss nur noch das Publikum darauf anspringen.

Sollte "Echt kapiert?!" bei den Zuschauern ankommen, dürfte das auch die Erfolgschancen für "True Story" erhöhen - das zweite Comedy-Format, an dem sich Vox demnächst versuchen will. Bleibt die Frage, welche Botschaft Lutz van der Horst gerne dem deutschen Fernsehen übermitteln würde. "Mehr Mut", sagt er unmissverständlich. "Man sollte häufiger auf neue Ideen und neue Gesichter vertrauen. Und ein gutes Konzept sollte nicht von zu vielen Leuten in zu vielen Konferenzen zerredet werden."

Vox zeigt "Endlich kapiert?!" montags um 22:15 Uhr. Bei TVNOW steht die erste Staffel schon jetzt komplett zum Abruf bereit.

Über den Autor

Alexander Krei ist seit 2009 Redakteur beim Medienmagazin DWDL.de. Liebt die große Fernsehshow ebenso wie das kleine Kammerspiel. Analysiert neue Formate und die Quoten am Morgen danach. Sport mag er am liebsten, wenn er in der Glotze läuft.

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