Wie schwierig der Prozess des Sounddesigns ist, erklärten Klaus Schuntermann, Chefdesigner und Art Director des MDR und der Komponist Anselm Kreuzer. Die beiden arbeiten oft gemeinsam. Im Zentrum ihres Vortrages stand die Frage, wie der Prozess des Briefings, also der Abstimmung zwischen dem Sender als Auftraggeber und dem Komponisten als Auftragnehmer, funktioniert. Das Ergebnis: Es ist schwierig, Schließlich gibt es im Sender viele verschiedene Interessen. Die Redaktion hat ihre Sendung und ihre Inhalte im Blick, der Sender das Gesamtdesign, der Komponist kommt als Künstler daher. Weniger der streng faktisch-fachlich Diskurs ist hier in der Abstimmung wichtig. Es geht vielmehr darum, dass die Chemie stimmt. Als Designer könne er lediglich näher bestimmen, welche Gefühle er vermitteln wolle und wie es sich nicht anhören solle, beschreibt Schuntermann die an ihn gestellte Herausforderung im Briefing-Prozess. "Ich muss Leute finden, die einen verstehen, wenn man stammelnd dasteht und sagt, wo es langgehen soll", beschreibt er seine Schwierigkeiten. "Es geht um einen spielerischen Austausch", pflichtet Kreuzer ihm bei.
Zu sehen und vor allem zu hören gab es dann natürlich auch was. Vorgestellt wurden die verschiedenen Entwicklungsstufen der Vorspannmusiken zu zwei MDR-Produktionen, an Hand derer sich der Weg der Abstimmung genauer nachvollziehen lies. Zwischen den Zeilen wurde erkennbar, dass auch die öffentlich-rechtlichen Sender bei der akustischen Erscheinung immer weniger dem Zufall überlassen. So kommentierte Schuntermann die ursprüngliche Version der Musik zur Reihe "Geschichte Mitteldeutschlands" sie stamme "aus einer Zeit, in der Redaktionen noch mitreden durften in Sachen Design."
Neben der immer weiter fortschreitenden Professionalisierung im Bereich des Audio-Designs könnte eine weitere Neuerung auf die Macher zukommen, denn Alexander Nijmolen, Managing Director der holländischen Agentur Ala Kondre präsentierte während der Veranstaltung eine neue Studie, aus der hervorgeht, dass nicht wie bislang unterstellt, die Melodie - also eine bestimmte Abfolge von Tönen - für Aufmerksamkeit und Wiedererkennung entscheiden sei.
Vielmehr sei es die Klangfarbe - also die Art der verwendeten Instrumente und die Tonlage, die den tiefsten Eindruck bei den Hörern hinterließe. Bleibt also genug zu tun für die Designer, sich neue Betätigungsfelder zu suchen und mit weiteren Plings und Plongs die Fernsehlandschaft zu verfeinern.
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