Bei RTL steht eines der großen Programm-Highlights mal wieder zu Beginn des Jahres an. Wenn am kommenden Freitag, den 23. Januar, gezeigt wird, wie sich zwölf mehr oder weniger bekannte Prominente in den australischen Busch begeben, wird wieder ein Millionenpublikum mit dabei sein. Und auch in den Tagen danach verspricht das erneut täglich um 20:15 Uhr ausgestrahlte Format hohe Quoten. Das ist wichtig für die Verantwortlichen der Ad Alliance, die "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" vermarkten.
Mit dem Dschungelcamp erzielt RTL seit vielen Jahren nicht nur hohe Reichweiten, sondern ebenso hohe Werbeeinnahmen. Die Zeiten, in denen das Format als Ekel-TV verschrien war und Werbekunden einen Bogen um die RTL-Show gemacht haben, sind jedenfalls schon lange vorbei. Und so gibt’s auch in diesem Jahr wieder viele Unternehmen und Marken, die die Popularität des Dschungels für sich nutzen wollen und im Umfeld der Sendung werben.
Auffallend dabei ist: In diesem Jahr sind besonders viele Food-Marken dabei. Das ist nicht selbstverständlich, wenn man weiß, dass Die Ekel-Elemente in den Dschungelprüfungen früher durchaus für Diskussionen gesorgt haben - und dazu, das Werbekunden teilweise einen Bogen um das Format machten. Davon ist heute nichts mehr zu sehen. 2026 werden unter anderem Marken wie Maggi, Gutfried, Zott Monte, McDonald’s oder auch RUF Lebensmittelwerk als Werbepartner in Erscheinung treten. Hinzu kommen weitere Unternehmen wie Kleinanzeigen oder Penny, die nicht oder nicht in erster Linie für Food-Werbung stehen.
Für einige der genannten Unternehmen ist es eine Premiere. Maggi ist in diesem Jahr erstmals mit Sonderwerbeformen im Dschungel dabei und will dabei die im Herbst neu gelaunchten Airfryer Fixe bewerben. Zott Monte feiert ebenfalls Premiere im Dschungel: Beim erstmalig umgesetzten Ad Special "Food Drop Move" wird der Pudding des Unternehmens wie im Moment des Food-Drops nach erfolgreich absolvierter Dschungelprüfung aus einer Point-of-View-Kameraperspektive in einem Korb in der Baumkrone platziert und langsam Richtung Boden heruntergelassen. In diesem Fall passiert das visuell und nicht tatsächlich vor Ort. Die Kandidatinnen und Kandidaten bekommen also keinen Pudding zu essen.
"Formate wie das Dschungelcamp werden heute stärker als popkulturelle Events verstanden und weniger auf einzelne Show-Elemente reduziert. Dadurch ist auch der Blick auf passende Werbeumfelder offener geworden."
McDonald's-Sprecher
RUF Lebensmittelwerk und Gutfried sind darüber hinaus erneut als Co-Sponsoren des Dschungelcamps zu sehen. Ebenfalls zum wiederholten Male mit dabei ist McDonald’s. Die Fast-Food-Kette ist mit situativen Cut-Ins, situativen Spezial-Framesplits und einer Verlängerung zu RTL+ prominent während des Dschungels zu sehen. Ein aus Werbesicht wiederkehrendes Highlight ist auch in diesem Jahr das Product Placement von McDonald’s. Nachdem die Teilnehmenden lange vor allem Reis und Bohnen gegessen haben, darf einer von ihnen nach dem erfolgten Camp-Exit erst einmal einen Burger in einem McDonald’s-Restaurant verspeisen.
Ekel-Elemente als klarer Kontrast
Doch warum ist der Dschungel vor allem für Food-Werbekunden so ein interessantes Format? Und besteht nicht auch die Gefahr, dass die Marken mit den Ekel-Elementen der Show verbunden werden? Also allen voran den Essensprüfungen, in denen es Hoden, Maden und andere Unappetitlichkeiten zu essen gibt, was nicht selten dazu führt, dass sich die Kandidatinnen und Kandidaten übergeben müssen.
"Das Dschungelcamp steht seit Jahren für hohe Reichweiten, große Aufmerksamkeit und intensive Gespräche – im linearen TV ebenso wie in den sozialen Medien. Für eine Marke wie McDonald’s, die eine breite und vielfältige Zielgruppe anspricht, ist dieses Umfeld daher besonders relevant", heißt es von McDonald’s auf Anfrage des Medienmagazins DWDL.de. Die Ekel-Elemente seien klar als Unterhaltung inszeniert und würden einen bewussten Kontrast zu dem bilden, wofür die eigene Marke stehe. "Genau dieser Gegensatz sorgt für Aufmerksamkeit und Gesprächsanlässe, ohne unsere Produktqualität infrage zu stellen."
Und von Maggi heißt es: "Das Dschungelcamp bündelt eine außergewöhnlich hohe Aufmerksamkeit und macht Essen – im positiven wie im negativen Sinne – permanent zum Thema." Und auch das Schweizer Unternehmen betont den Kontrast, für den "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" sorge. "Im Camp werden Ausnahmezustand und Verzicht inszeniert. Die neu gelaunchten Maggi Airfryer Fixe stehen dem bewusst gegenüber – für unkomplizierten Genuss und zeitgemäßes Kochen im Alltag. Das gilt für die Zuschauer zu Hause ebenso wie für die Vorfreude auf leckeres Essen, wenn die Stars das Camp wieder verlassen."
Dass inzwischen viele Food-Kunden im Dschungel-Umfeld werben, haben sich RTL und die Ad Alliance hart erarbeitet. Die Akzeptanz von Werbekunden aus diesem Bereich ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. "Formate wie das Dschungelcamp werden heute stärker als popkulturelle Events verstanden und weniger auf einzelne Show-Elemente reduziert. Dadurch ist auch der Blick auf passende Werbeumfelder offener geworden", heißt es von McDonald’s. Sowohl im Unternehmen als auch in der Branche hätte sich die Erkenntnis durchgesetzt, "dass Reichweite, Relevanz und der richtige Ton entscheidend sind".
"Das Dschungelcamp bündelt eine außergewöhnlich hohe Aufmerksamkeit und macht Essen – im positiven wie im negativen Sinne – permanent zum Thema."
Maggi-Sprecher
Gutfried wiederum begleitet das Dschungelcamp schon seit Jahren als Co-Sponsor und stellt im Rahmen dessen oft auch Produktneuheiten vor - in diesem Jahr beispielsweise die neue Junior Snack Box. "Das Format wird stark von Familien, jungen Eltern und jungen Erwachsenen rezipiert, die für innovative Snacking-Konzepte offen sind. Gleichzeitig bietet das Dschungelcamp eine Bühne, auf der bekannte Marken Vertrauen schaffen können – ein wichtiger Faktor gerade bei neuen Produkten im Kinder- und Familiensegment", heißt es vom Unternehmen.
"Deutliches Wachstum" bei RTL+
© RTL
Lars-Eric Mann
Dass man auch in diesem Jahr einige Neukunden aus der Food-Branche vom Format habe überzeugen können, wertet Lars-Eric Mann als "starkes Signal, gerade in herausfordernden Marktphasen". Und doch gibt es zumindest einen kleinen Dämpfer: Die früher oft mit verschiedenen Markenpartnern durchgeführte Schatzsuche, wird es in diesem Jahr so wohl nicht geben, weil man bislang noch keinen Partner gefunden hat. Das heißt: Sollten die Promis bei einer Schatzsuche eine Schatztruhe mit ins Camp bringen, warten darin für sie keine Chips oder Schokoriegel. Die Ad Alliance bestätigt, dass der Werbe-Klassiker aktuell noch frei ist - und wirbt um Kurzentschlossene. Für Marken, die kurzfristig auf maximale Aufmerksamkeit und hohe Wirkung setzen wollen, sei die Schatztruhe "spannend".
Dafür steht in diesem Jahr in der Dschungel-Vermarktung auch RTL+ im Fokus. Der Streamingdienst ist in den zurückliegenden Jahren stark gewachsen, das will man entsprechend kapitalisieren. Lars Eric-Mann spricht von einem "deutlichen Wachstum" der Werbebuchungen bei RTL+. Das ist eigentlich nur folgerichtig: 2025 war das Dschungelcamp die erfolgreichste private Programmmarke im VoD-Ranking. Das muss sich zwangsläufig auf die Werbebuchungen auswirken.
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