Seien Sie ehrlich! Wann haben Sie mit Ihren Freundinnen und Freunden oder Familienmitgliedern zuletzt einen analogen Spieleabend veranstaltet? Und nach wie vielen Minuten in der Spielanleitung dachten Sie sich: Danke, können wir etwas anderes machen? Für Menschen mit wenig Geduld gibt es seit dem vergangenen Jahr eine App, die Abhilfe schaffen soll: "Splash - Partyspiele". In der App können klassische Games wie Werwölfe, Wer bin ich?, Wahrheit oder Pflicht oder auch Song Raten gespielt werden. 

Die App der beiden TikTok-Creator Hannes (Kessel) und Jeremy (Okoth) - oder wie sie auf TikTok heißen: hannesundjeremy - setzt auf radikale Einfachheit. Fast alle Spiele und ihre Regeln sind in kurzen Tutorial-Videos, die rund 20 Sekunden lang sind, erklärt. Selbst ein etwas komplizierteres Spiel wir Werwölfe wird in unter 30 Sekunden abgehandelt. Danach stellt man noch schnell die Anzahl der Spielerinnen und Spieler ein - und schon geht’s los. 

Kessel und Okoth haben mit ihrer Idee offenbar eine Marktlücke entdeckt, denn den Nerv vieler Nutzerinnen und Nutzer haben sie getroffen. Bis heute kommt die App, die am 12. April 2025 veröffentlicht wurde, alleine im deutschsprachigen Raum auf mehr als 9 Millionen Downloads. Weltweit sind es bereits mehr als 19 Millionen. Damit gehört "Splash" zu den erfolgreichsten in Deutschland entwickelten Smartphone-Apps der vergangenen Jahre.

Während man die meisten Spiele gratis spielen kann, gibt es auch die Möglichkeit, eine Art Premium-Abo (Alle Kategorien, keine Werbung) entweder auf Wochen- oder Jahresbasis abzuschließen. Nach eigenen Angaben zählt man mittlerweile mehr als 175.000 aktive Premium-Abonnenten. Alleine damit machte man zuletzt monatlich mehr als 500.000 Euro Umsatz. Es gibt nur wenige Produkte von deutschen Social-Media-Persönlichkeiten, die aktuell noch erfolgreicher sind als Splash.

Zweites Creator-Event: Alles wird größer

Splash House © i&u Studios/Splash Partyspiele
Und der Splash-Kosmos wächst - auch außerhalb der App. Bereits im vergangenen Jahr haben die beiden Creator zusammen mit i&u Studios die Idee zum Event "Splash House" entwickelt und erstmals umgesetzt. Zwischen dem 29. April und 3. Mai folgt nun "Splash House 2", die zweite Staffel der Veranstaltung, bei der einige der reichweitenstärksten deutschen Content Creator mit dabei sind. Neben Hannes und Jeremy sind das auch Livia & Romina, Nahim Sky, Riton, Woistlena, Lamborgina, Fibii und Tobifas. Hinzu kommen Überraschungsgäste. 

Die Creator ziehen ab Mittwoch in Kroatien in eine Villa und sind dann fünf Tage lang im Dauer-Sendemodus. Gestreamt wird vor allem via Twitch und TikTok, hinzu kommen hunderte direkt von vor Ort gedrehte TikToks, die für zusätzliche Reichweite sorgen sollen. Die insgesamt zehn Influencer drehen tagsüber Videos für TikTok, kochen zusammen und werden sogar nachts beim Schlafen gefilmt. Ab 19 Uhr wartet auf das Publikum dann die "XXL Splash Night", wo verschiedene Spiele aus der "Splash"-App live gespielt werden, hier geht das Format in Richtung einer klassischen Unterhaltungsshow. Und wenn die Teilnehmenden, wie 2025, "Spicy Fragen" beantworten müssen oder sich angeregt unterhalten, kann einen durchaus das Gefühl beschleichen, hier eine Realityshow zu sehen. 

Die fünf Zweier-Teams treten in der "XXL Splash Night" gegeneinander an und bekommen pro Sieg Punkte. Am Ende des fünftägigen Events steht ein Gewinner-Duo fest, das als Preis eine Woche lang über die "Splash"-App bestimmen kann. Das heißt: Die Gewinner können sowohl über das Design der App entscheiden als auch neue Spiele veröffentlichen. Es klingt ein bisschen wie "Wer stiehlt mir die Show", nur eben konsequent für ein sehr junges Publikum gedacht: "Wer stiehlt mir die App". 

"Wer stiehlt mir die App"

Schon 2025 war der Erfolg von "Splash House" gigantisch, damals kamen sämtliche Videos rund um das Event auf mehr als 110 Millionen Abrufe. In diesem Jahr lechzen die Macher nach mehr. "Wir hatten sechsmal so viel Vorbereitungszeit als im letzten Jahr", sagt Hannes Kessel gegenüber DWDL.de. Und das soll sich auch in den Spielen sowie im Tagesablauf widerspiegeln. Alles soll größer werden: Größere Villa, größere Creator und auch mehr Creator. Beim ersten "Splash House" im vergangenen Jahr auf Mallorca waren acht Creator im Hauptcast, jetzt sind es zehn. 

"Wir haben bei der Produktion aufgerüstet. Die Qualität der Streams wird besser sein. Es gibt neuere Kameraperspektiven und ein trainierteres Team, das sich mehr mit Twitch auskennt."
Hannes Kessel


Aber auch technisch verspricht Kessel ein anderes Niveau als noch 2025. "Wir haben bei der Produktion aufgerüstet. Die Qualität der Streams wird besser sein. Es gibt neuere Kameraperspektiven und ein trainierteres Team, das sich mehr mit Twitch auskennt", so der "Splash"-Co-Gründer. Während den fünf Tagen sollen auf der App auch neue Spiele veröffentlicht werden - das soll ihnen zusätzliche Aufmerksamkeit verschaffen. 

Lidl als Haupt-Partner mit an Bord

Das alles sorgt dafür, dass "Splash House" mittlerweile auch für Marken aller Art attraktiv geworden ist. Gab es im vergangenen Jahr noch keine Placements, finden in der zweiten Staffel gleich mehrere Marken ihren Weg in die Show. Als Hauptpartner mit dabei ist der Discounter Lidl. Weitere Marken, die im Verlauf der fünf Tage in Erscheinung treten werden, sind Pepsi und ruf Jugendreisen. Darüber hinaus besteht eine Kooperation mit der DKMS. Im Rahmen von "Splash House" nutzen die Creator ihre Reichweite, um Aufmerksamkeit für die gemeinnützige Organisation zu schaffen und interaktiv zur Registrierung als potenzielle Stammzellspender zur Bekämpfung von Blutkrebs aufzurufen.

"Wir freuen uns sehr, dass Lidl der Main Partner von ‘Splash House 2’ wird. Lidl bringt ein tiefgehendes Verständnis für kulturelle Relevanz auf Social Media und für echte Talkability mit und passt damit perfekt zum Format", sagt Henrik Wittmann, Head of Digital bei i&u Studios, im Gespräch mit dem Medienmagazin DWDL.de. Generell lege man großen Wert darauf, "dass Brand Placements authentisch in den Content eingebunden sind – beispielsweise in gesponserten Challenges." Am Ende stünden bei dem Creator-Event die Unterhaltung sowie "authentische Reality-Momente" im Vordergrund. Wittmann: "Die Markenintegrationen sind bewusst so gestaltet, dass sie das Format nicht überlagern."

"Lidl bringt ein tiefgehendes Verständnis für kulturelle Relevanz auf Social Media und für echte Talkability mit und passt damit perfekt zum Format."
Henrik Wittmann, Head of Digital bei i&u Studios


Neben klassischen Produktionen für TV-Sender sind Formate, die teilweise oder voll durch Marken finanziert sind, für i&u Studios längst Alltag geworden. Alleine in diesem Jahr wird die Produktionsfirma, die zu Leonine gehört, mindestens 15 größere Projekte dieser Art umsetzen. Zuletzt produzierte man beispielsweise Creator-Lizenzformate wie "Twenty4Tim: Love Hunter" (Joyn), Doku-Realityserien wie "Brabus: One Second Wow" (Prime Video), Owned YouTube Channels wie "Breaking Lab" oder Brand Channels wie "Mach mal mit OBI".

"i&u Studios produziert seit Jahren erfolgreich creator-driven Formate und arbeitet dabei mit einigen der größten deutschen YouTube-, Twitch- und TikTok-Creator zusammen. Dazu zählen unter anderem MontanaBlack, Papaplatte, Rezo, Julia Beautx, SelfieSandra, Twenty4Tim und Knossi", sagt Henrik Wittmann. Reichweite und junge Zielgruppen seien wichtige Treiber. "Entscheidend ist für uns aber vor allem, dass Creator weit mehr mitbringen: eine eigene Art des Storytellings, eine neue Tonalität und enorme Kreativität. Oft vereinen sie mehrere Rollen in einer Person – als Autoren, Moderatoren, Cutter, Community-Manager und Produzenten zugleich." Auch "Splash House" basiere maßgeblich auf der engen Zusammenarbeit mit Hannes, Jeremy und dem gesamten Splash-Team.