Von einem Ende der rasant sinkenden Einnahmen aus dem linearen Programm kann noch längst keine Rede sein, aber es ist ein Hoffnungsschimmer: Die Mediengattung TV hat im September Brutto-Werbeeinnahmen in Höhe von 1,65 Milliarden Euro erzielt, das waren 1,3 Prozent mehr als im September des vergangenen Jahres. Drei Monate in Folge (Juni bis August) ging es für das Fernsehen in der Werbestatistik von Nielsen deutlich bergab, zum Start in die neue TV-Saison drehten die Vermarkter nun aber wieder ins Plus.
Der Aufschwung erfolgt dabei über alle Unternehmen hinweg, vor allem die drei großen Privat-Vermarkter legten zu. Sowohl die Ad Alliance (+1,3 Prozent) als auch Seven.One Media (+0,7 Prozent) und die El Cartel Brothers (+1,3 Prozent) legten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu. Sie alle hatten über den Sommer hinweg mit Problemen zu kämpfen und mussten teils Rückgänge im zweistelligen Prozentbereich verkraften. Große Unterschiede gab es im September bei den öffentlich-rechtlichen Vermarktern: Während ARD Media um 11,2 Prozent zulegte, musste das ZDF Werbefernsehen mit einem Minus in Höhe von 12,8 Prozent leben.
Auf Jahressicht stehen die TV-Vermarkter zwar noch immer mit -1,8 Prozent im Minus. Dass es nun aber ausgerechnet zum Start in die neue TV-Saison nach oben geht, ist ein kleiner Hoffnungsschimmer für die krisengebeutelte Branche. Entwarnung gibt es freilich noch nicht: Linear dürften die Reichweiten weiter bröckeln - und mit ihr die Werbeeinnahmen. Und noch ist der Zeitpunkt, an dem die steigenden Digitalerlöse die linearen Einnahmen vollständig kompensieren, nicht absehbar.
Durch das Wachstum des Fernsehens lag auch der gesamte Markt im September übrigens im Plus. Nielsen weist Brutto-Werbespendings in Höhe von 3,39 Milliarden Euro aus - und das über alle Mediengattungen hinweg. Das sind 1,1 Prozent mehr als im September 2025. Neben dem Fernsehen ging es auch für den Bereich Online (+6,2 Prozent; Social, Search und YouTube wie immer ausgenommen) und die Außenwerber (+5,4 Prozent) bergauf.
Schwerer taten sich im September dagegen die gedruckten Medien: Während die Zeitungen ein Minus bei den Brutto-Werbeeinnahmen in Höhe von 2,5 Prozent verzeichneten, waren es bei den Publikumszeitschriften sogar -6,2 Prozent. Das Radio lag bei -2,3 Prozent. Das Kino weist traditionell die größten Schwankungen auf und ist auch die mit Abstand kleinste Mediengattung in der Nielsen-Betrachtung. Im September gingen die Brutto-Einnahmen hier um 13,9 Prozent zurück, zwischen Januar und September stehen die Kinos aber noch immer bei einem komfortablen Plus in Höhe von 18,3 Prozent.
Für den Monat August haben die Marktforscher von Nielsen übrigens noch eine relativ große Korrektur veröffentlicht. Zunächst hieß es, der Gesamtmarkt sei im achten Monat des Jahres um 0,9 Prozent gewachsen. Mittlerweile steht hier ein Plus in Höhe von 1,6 Prozent. Zurückzuführen ist diese recht deutliche Veränderung auf ein nachträgliches Plus der klassischen Online-Vermarkter. Sie erzielten im August Brutto-Werbeeinnahmen in Höhe von 420 Millionen Euro statt zunächst nur ausgewiesenen 405 Millionen.
Wie immer gilt es bei den Nielsen-Zahlen zu berücksichtigen, dass hier die Listenpreise zugrunde gelegt werden und Rabatte, Eigenanzeigen und Tauschgeschäfte nicht berücksichtigt sind. Die tatsächlichen Einnahmen etwa der TV-Sender sind teils deutlich geringer. Dennoch sind die Nielsen-Zahlen ein Indikator für die grundsätzliche Entwicklung des Marktes.
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