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Media-Update vom 17. Oktober

Mini nutzt Zalando-Daten, Facebook widerspricht SevenOne

 

ProSiebenSat.1 und Zalando weiten ihre Datenkooperation auf Videokampagnen aus. Außerdem: Die Anti-Facebook-Studie von SevenOne weise "starke Schwächen" auf – sagt Facebook. Ströer darf UAM Media Group übernehmen.

von Torsten Zarges
17.10.2017 - 12:05 Uhr

SevenOne Media
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Seit Jahresbeginn machen die Werbevermarkter von ProSiebenSat.1 und Zalando gemeinsame Sache: Im Mittelpunkt der Kooperation zwischen SevenOne Media und Zalando Media Solutions steht die Auswertung von Zielgruppendaten (DWDL.de berichtete). Jetzt weiten die beiden Partner ihre Zusammenarbeit aus und bieten auch die Aussteuerung von Videokampagnen nach dem gemeinsamen Targeting-Modell an. Erster Kunde ist Mini, dessen Kampagne für das Modell John Cooper Works aktuell auf den von SevenOne vermarkteten Videoumfeldern läuft. Generell können Werbekunden ihre Kampagnen in ProSiebenSat.1-Umfeldern auf Basis anonymisierter Zielgruppendaten von Zalando aussteuern. Im konkreten Fall nutzt Mini nun das auf Zalandos E-Commerce-Daten basierende Targeting-Kriterium "Car Enthusiast".

PREX, das Joint Venture für Programmatic Advertising von Mediaplus und Plan.Net, verantwortet im Auftrag von Plan.Net Media die programmatische Ausspielung der Werbemittel. "Mit unserer Kooperation bringen wir den Wunsch der Webetreibenden nach einem Commerce-Daten-Targeting mit unseren sicheren Premium-Umfeldern zusammen", so Thomas Port, Geschäftsführer Digital bei SevenOne. "Eine Kombination, die schon zahlreiche Kunden aus den unterschiedlichsten Branchen überzeugen konnte."

Facebook
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Vorige Woche hatten wir im Media-Update darüber berichtet, wie ProSiebenSat.1-Vermarkter SevenOne Media mit einer Werbewirkungsstudie gegen Facebook geschossen hatte. Klassische TV-Spots, hieß es da, erzielten "deutlich höhere Aufmerksamkeit" und auch sonst durchweg bessere Werte als Video Ads im Facebook-Newsfeed. Die Gegenreaktion ließ nicht lange auf sich warten: Facebook konterte mit einigen Vorabergebnissen aus der eigenen Studie "Parallel Screening Behaviour TV/Smartphone", die in Kooperation mit den Omnicom-Agenturen MEC und Annalect die Parallelnutzung ergründen soll. Demnach wird nur in maximal 55 Prozent der Zeit, in der TV-Werbung läuft, überhaupt der Bildschirm betrachtet. 42 Prozent der Zuschauer griffen täglich während der Werbepausen zu einem mobilen Endgerät. Dagegen werde die Werbung auf dem mobilen Screen und damit auch in der Facebook-App in über 80 Prozent der Zeit, die sie auf dem Bildschirm erscheint, auch betrachtet. Die SevenOne-Studie, so Facebook, weise "starke konzeptionelle Schwächen" auf.

Sky Media
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Starke Werbewirkung und hohes Transferpotenzial bescheinigt Sky Media seinen Fußball-Umfeldern. Für eine Auftragsstudie des Pay-TV-Vermarkters haben die Marktforscher von Nielsen Sports rund 2.000 Sky-Abonnenten sowie 2.000 Free-TV-Zuschauer befragt, um Wahrnehmung und Erfolg der Werbepartner zu ermitteln. Demnach ist die Werbeerinnerung bei Sky-Abonnenten höher als bei Free-TV-Zuschauern. So liege das Niveau der durchschnittlichen Bekanntheit der Werber bei Sky im Bundesliga-Umfeld um 15 Prozent höher als im Free-TV. Generell werde die Fußballberichterstattung bei Sky qualitativ hochwertiger, kompetenter, unterhaltsamer und innovativer als im Free-TV bewertet. "Die Fußball-Bundesliga live ist das hochwertigste und emotionalste Umfeld im deutschen Werbemarkt", so Sky-Media-Geschäftsführer Martin Michel. "Aber auch die anderen Fußball-Übertragungen von Sky wirken sich deutlich positiv auf den Werbeerfolg unserer Kunden aus. Werbende Unternehmen können durch die starken Abstrahleffekte profitieren und das Wirkungspotenzial ihrer Kampagnen voll ausschöpfen."

Mindshare
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Digitale Verstärkung für die Media-Agentur Mindshare: Als neuer Head of Strategy zeichnet Lukas Adamis ab 1. Dezember für die strategische Markenentwicklung der Agenturkunden verantwortlich. Er kommt von Carat Deutschland, war dort Director Strategy und Mitglied der Geschäftsleitung. Für Kunden wie Lego, MasterCard, Mondelez oder Ergo entwickelte er kanalübergreifende Media-Kampagnen und Datenstrategien. Bei Mindshare soll er sich um die Verbindung von Markenstrategie und digitaler Transformation von Kunden wie Jaguar Land Rover, Red Bull, Ravensburger oder Nike kümmern. Ebenfalls von Carat kommt zum 1. Januar der Digital-Experte Thilo Süßmann und verstärkt die GroupM-Agentur in Adamis' Team als Strategy Group Head Digital. Seit Anfang Oktober ist Dennis Heidman als neuer Client Lead Unilever und Standortleiter Hamburg an Bord. Er war zuvor Mitglied der Geschäftsleitung von Masterplan Media und Head of Digital bei Vizeum Deutschland.

Ströer
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Ströer darf weiter wachsen. Das Bundeskartellamt hat das Vorhaben des Digital- und Outdoor-Vermarktungsriesen freigegeben, die Mehrheit an der Hamburger UAM Media Group zu übernehmen. UAM ist einer der größten Ambient-Media-Vermarkter in Deutschland, bietet Werbung in der Gastronomie, in Kinos, Universitäten, Schulen und Fitnessstudios an. Bekanntestes Produkt sind die Edgar-Gratispostkarten. Zudem vermarktet UAM Riesenposterflächen und In-Store-TV. "Wie in anderen Bereichen der Wirtschaft ist auch in der Außenwerbung eine zunehmende Digitalisierung zu beobachten", so Kartellamtspräsident Andreas Mundt. "In den letzten Jahren sind neue Standorte für Werbeträger im Innen- und Außenbereich erschlossen worden. Bestehende Plakatflächen wurden und werden abgebaut und umgewandelt. Das Marktsegment Digital-out-of-Home wird immer bedeutsamer und steht zunehmend im Fokus der Werbetreibenden. Wir haben das Vorhaben genau geprüft, im Ergebnis aber freigegeben, da die Übernahme von UAM nicht zu einer wesentlichen Verstärkung der Marktposition von Ströer führt."

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