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Media-Update vom 17. April

Mediacom gewinnt Sky-Etat, Sorrell verlässt WPP

 

Der fast eine halbe Milliarde schwere, europaweite Sky-Etat geht an Mediacom. Nun will man neue "Standards für Transparenz und Verlässlichkeit" setzen. Außerdem: Neue Werbeformen bei RTL II, Martin Sorrell verlässt WPP und Christopher Samsinger geht bei Mediacom von Bord.

von Timo Niemeier
17.04.2018 - 11:36 Uhr

Sky
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Mediacom hat den europaweiten Media-Etat von Sky gewonnen, das hat der Bezahlsender nun bekanntgegeben. In einem dreistufigen Pitch hatten sich auch Zenith und Carat um den Zuschlag bemüht. Mediacom ist bislang schon Partner von Sky, teilte sich den Etat hierzulande aber mit der Schwesteragentur Mindshare, die nun komplett raus ist. Voraussichtlich zum 1. Juli übernimmt Mediacom alleine. Der Deal umfasst die Sky-Märkte Deutschland, Österreich, Großbritannien, Irland und Spanien. Sky Italia wird weiterhin von MEC und Simple Agency unterstützt.

Mediacom
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Mediacom sichert sich damit einen Etat von fast 500 Millionen Euro. Beide Unternehmen kündigten an, neue "Standards für Transparenz und Verlässlichkeit im gesamten Mediaprozess setzen". Marcello Maggioni, Chief Commercial Officer bei Sky Deutschland, sagt: "Die heute verkündete Mediapartnerschaft stellt einen Neustart für die Weiterführung einer langjährigen Kooperation dar. Sky Deutschland befindet sich auf einem soliden, kontinuierlichen Wachstumspfad und die Stärke unserer Marke war und ist ein entscheidender Faktor für diesen Erfolg. Das damit verbundene Investment macht eine starke, vertrauensvolle und effektive Partnerschaft erforderlich. Wir sind überzeugt, dass der umfangreiche Prozess, der zu unserer Entscheidung geführt hat, die Partnerschaft zwischen Sky und unserer Mediaagentur noch transparenter und verlässlicher macht."

El Cartel Media
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El Cartel Media entwickelt in seinem hauseigenen Ad Lab neue Werbeformen, daraus entstanden sind nun unter anderem der Chat-Break, Context-Split, Format-Branded-Postsplit und das Switch-In-Sponsoring. Mit Marvel testet nun ein erster Kunde den Chat-Break bei RTL II: Zwischen den beiden Soaps "Köln 50667" und "Berlin – Tag & Nacht" wird der Kinofilm "Avengers: Infinity War" in einem Chatverlauf zwischen zwei "Berlin – Tag & Nacht"-Protagonisten beworben.  Am Ende des Chats verschickt einer der Darsteller den Trailer des Films, der dann im Vollbild gezeigt wird. Andreas Kösling, Geschäftsführer von El Cartel Media, sagt: "Wir wollen unseren Kunden immer wieder innovative Lösungen für ihre Produktplatzierungen bieten. Aus dem Ad Lab heraus entstehen dafür kreative Ideen. Es freut mich für das ganze Team, dass mit Disney's Marvel nun ein erster Kunde den Chat-Break umsetzt."

 

PHD
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PHD Germany hat in Hamburg einen neuen Standort eröffnet und ist damit nach Frankfurt und Düsseldorf auch in der Hansestadt aktiv. Von Hamburg aus will man unter anderem Teilbereiche des neu gewonnenen VW-Etats betreuen. Geleitet wird der neue Standort von Axel Ahlbrecht, der als Managing Partner von der Omnicom-Tochter areasolutions zu PHD wechselt. "Für PHD Germany ist es ein wichtiger Schritt, das weiterhin starke Wachstum der Agentur am deutschen Markt auf ein drittes Standbein zu stellen und potentiellen Kunden das PHD Leistungsangebot auch am Medien- und Werbestandort Hamburg in direkter Nachbarschaft zu den Kollegen der Omnicom Media Group Germany anbieten zu können", sagt Holger Thalheimer, CEO von PHD.

VW
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VW stellt sich im Marketing komplett neu auf und überdenkt im Zuge dessen auch seine Agenturbeziehungen. CMO Jochen Sengpiehl will ein neues Agenturmodell etablieren, das bis Ende des Jahres stehen soll. Nun soll es erst einmal mehrere Pitchs geben, geplant ist eine künftige Unterteilung der Märkte Europa, China, Nordamerika, Südamerika und der Rest der Welt. Die verschiedenen Regionen können dabei durchaus von unterschiedlichen Agentur-Holdings betreut werden. "Wir haben in der Vergangenheit viel zu viel Geld für Paid Media ausgegeben, das wollen wir ändern", sagt Sengpiehl, der sich mit konkreten Zahlen zurückhält. TV-Werbung bleibe weiterhin wichtig, so der CMO. Man wolle künftig aber verstärkt auch eigene Inhalte anbieten - also Content Marketing betreiben. Geplant ist darüber hinaus ein neues Corporate Design und eine neue Corporate Identity - inklusive eines neuen Logos.

Personalien

Sir Martin Sorrell
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Dieser Abgang ist ein echter Paukenschlag in der Media- und Werbewelt: Martin Sorrell, Gründer und Chef der weltgrößten Werbeholding WPP tritt nach Vorwürfen persönlichen Fehlverhaltens von seinem Posten zurück. Damit endet eine 33 Jahre lange Ära. WPP ist der Mutterkonzern von unter anderem Group M, Ogilvy und Young & Rubicam. WPP arbeitet für Kunden wie Ford, Procter & Gamble und Unilever, alle Töchter des Konzerns verwalten zusammen genommen Werbeetats im Wert von insgesamt rund 64 Milliarden Euro. Mark Read, CEO der Konzernagentur Wunderman und von WPP Digital, sowie Andrew Scott, WPP Corporate Development Director und COO für Europa, werden vorübergehend CEOs von WPP. Sorrell ließ verlauten, er gehe "traurig", sehe den Konzern aber in "sehr guten Händen". Bei den internen Untersuchungen ging es laut WPP um "nicht relevante Summen".

Christopher Samsinger
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Und noch ein Abgang: Der Hamburg-Chef von Mediacom, Christopher Samsinger, geht nach nur einem Jahr schon wieder von Bord. Um den Standort der Mediaagentur kümmern sich ab sofort COO Dirk Fromm und CCO Anke Haag. Mediacom-CEO Tino Krause sagt dazu gegenüber den Kollegen von "Horizont": "Christopher hat mit viel Leidenschaft und Einsatz den Mediacom-Standort Hamburg geleitet und war ein fester Bestandteil unseres Geschäftsführerteams. Persönlich und im Namen von Mediacom möchte ich Christopher für seinen Einsatz danken. Für seine Zukunft wünschen wir Christopher alles Gute."

Was noch zu sagen wäre…

"Der Abgang von Sir Martin Sorrell geht einher mit der Orientierungslosigkeit der Mediaagenturen. Ihr Geschäftsmodell wird durch Programmatic Advertising und Künstliche Intelligenz überholt."

upday-Geschäftsführer Peter Würtenberger über den Abgang von Martin Sorrell

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