Deutscher Webvideopreis © EWVA
Countdown zum Deutschen Webvideopreis

Qualitätsinstanz für eine junge, wilde Branche

 

Zum vierten Mal wird am Samstag der Deutsche Webvideopreis verliehen - so groß wie noch nie. Seine Gründer Markus Hündgen und Dimitrios Argirakos sorgen für die Professionalisierung der Branche und kooperieren auch mit dem Medienforum NRW.

von Torsten Zarges
19.05.2014 - 11:20 Uhr

Wenn große Ereignisse ihre Schatten vorauswerfen, lässt sich das an den entsprechenden Pre-Partys ablesen. "Wir freuen uns auf ein rauschendes Fest", schreibt das UFA Lab und lädt für Freitag Abend ab 21 Uhr in eine der wenigen coolen Bars von Köln. Mit dem Foto einer zerquetschten Red-Bull-Dose und einer geleerten Bierflasche lockt Konkurrent Endemol beyond am Freitag Abend ab 21 Uhr in die andere coole Bar. Die Bewegtbild-Gemeinde muss sich entscheiden, wo sie für den Deutschen Webvideopreis vorglühen will - oder im Zweifelsfall Partyhopping betreiben.

Ältere Vertreter der TV-Branche erinnern sich daran, dass es beim Deutschen Fernsehpreis mal ähnlich war, als der noch wichtig genommen wurde. Doch die Zeit der feucht-fröhlichen Pre-Partys an dessen Vorabend ist lange vorbei. So groß wie dieses Mal war der Webvideopreis noch nie - diese Aussage konnten die Gründer Markus Hündgen und Dimitrios Argirakos bisher jedes Jahr treffen, und auch 2014 stimmt sie wieder. Mehr als eine Million Nutzer haben bereits über die Nominierten in 13 Kategorien abgestimmt. Die Ergebnisse präsentieren Joko und Klaas am kommenden Samstag bei der großen Gala im Düsseldorfer Capitol-Theater.



Wer immer noch leicht verächtlich auf die YouTuber-Szene hinabblickt, kann sich von den Nominierten schnell kurieren lassen. In Kategorien wie "AAA" (herausragendes Handwerk bei Kamera/Schnitt/Ton), "FYI" (beste Information), "LOL" (beste Comedy) oder "OMG" (größter Überraschungsfaktor) finden sich die geballte Vielfalt und Kreativität der Webvideo-Szene wieder. In der Negativ-Kategorie "Fail - der Silberne Sellerie" stehen etwa Werbefilmchen von NPD, AfD oder Grünen zur Auswahl.

"Die ewige Diskussion TV gegen Webvideo ist eigentlich völlig überflüssig", meint "Dimi" Argirakos. "Das sind zwei verschiedene technische Grundlagen und zwei verschiedene soziokulturelle Hintergründe. Beide sind Spiegelbilder einer Gesellschaft." Und Markus Hündgen ergänzt: "Uns ärgert es, wenn viele den Kanal nicht richtig bedienen. So wie man beim Fernsehen darauf achtet, welcher Sender wie ausgerichtet ist, sollte man stets die spezifischen Stärken und Schwächen der verschiedenen Plattformen berücksichtigen."

Den beiden Geschäftsführern der European Web Video Academy ist in relativ kurzer Zeit Erstaunliches gelungen: Mit dem Webvideopreis, der 2011 vor 350 Fans in einem Essener Kino startete, haben sie sich als allgemein anerkannte Qualitätsinstanz einer jungen, wilden, dynamisch wachsenden Branche etabliert. Player wie UFA/Divimove, Endemol beyond oder Mediakraft konkurrieren nicht nur um die bessere Pre-Party, sondern im Alltag vor allem um die Nutzungszeit der Konsumenten und das klügere Geschäftsmodell. Im Hinfiebern auf den Webvideopreis sind sie sich wiederum einig.

Längst kümmern Hündgen und Argirakos sich mit ihrer Academy auch um das Management und Coaching von Webvideo-Talenten. Gemeinsam mit der Film- und Medienstiftung NRW haben sie gerade ein Stipendienprogramm aufgelegt, das zur weiteren Professionalisierung der Szene an Rhein und Ruhr beitragen soll und bis zu zehn Kreative ein Jahr lang mit 100.000 Euro unterstützt. "Online-Videos und -Plattformen sind innovative Medien mit stetig wachsender Bedeutung, und NRW ist der derzeit führende Standort für Webvideo-Kreative in Deutschland", so Petra Müller, Geschäftsführerin der Film- und Medienstiftung NRW.

Ein Best-of der aktuellen Nominierten für den Webvideopreis zeigt Argirakos auch beim Entertainment-Gipfel des Medienforum NRW am Dienstag um 16 Uhr im Congress-Centrum Ost. In Kooperation mit der European Web Video Academy diskutieren im Anschluss Branchengrößen wie Philipp Laude (Y-Titty), Jens-Uwe Bornemann (UFA), Georg Ramme (Endemol beyond) und Benjamin Ruth (VICE) über den "Game Changer Online-Entertainment".

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