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Einmalig in Deutschland

"Raum für neue Ideen": Der "Lernsender" nrwision

 

Es ist ein einmaliges Projekt in Deutschland: Die TU Dortmund betreibt einen eigenen "Lernsender", auf dem sich angehende Profis aber auch normale Bürger ausprobieren dürfen. nrwision ist dabei landesweit ganz normal übers digitale Kabel zu empfangen

von Uwe Mantel
14.12.2011 - 09:58 Uhr

Im September gab die nordrhein-westfälische Landesmedienanstalt LfM grünes Licht: Am 1. Januar 2012 kann der Lernsender nrwision in den Regelbetrieb gehen. Damit wird der Sender, der schon seit 2009 im Rahmen des Pilotprojekts "Ausbildungs- und Erprobungsfernsehen" vom Institut für Journalistik der TU Dortmund betrieben wird, zur festen Dauereinrichtung für mindestens weitere vier Jahre. Zu empfangen ist er zum einen über einen Internet-Livestream, aber auch landesweit über das digitale Kabelnetz von Unitymedia auf Kanal 137.

Die Idee, die dahinter steckt, ist so bestechend, dass man schon fast fragen muss, wieso nrwision der einzige seiner Art ist: Ein Sender, auf dem sich Studenten diverser Medien-Studienrichtungen, aber auch ganz "normale" interessierte Bürgerinnen und Bürger des Landes mit eigenen Formaten ausprobieren dürfen. Gecoacht werden sie dabei von Mitarbeitern der TU Dortmund, die Projektleitung liegt bei ZDF-Moderator und Journalistik-Professor Michael Steinbrecher.

"Für die Studierenden ist es immer wieder ein großer Gewinn, wenn sie die von ihnen selbst mitentwickelten Formate unter realen Bedingungen testen können. Erst, wenn der Puls ein wenig schneller schlägt, stellt sich ein richtiger Lerneffekt ein", beschrieb Steinbrecher die Idee hinter nrwision. Und weiter anlässlich der Enthüllung des neuen Namens für den Anfangs nur als "TV-Lernsender.NRW" bezeichneten Kanal: "Wir wollen Zeichen setzen und in der TV-Landschaft Raum für neue Ideen geben."

Dementsprechend heißt der Claim und Anspruch des Senders auch "Neue Farbe ins TV". nrwision bietet Studenten die Möglichkeit, die von ihnen selbst entwickelten Formate auch umzusetzen und einem Publikum auch außerhalb der Uni und des Bekanntenkreises zu präsentieren. Der Sender ist dabei aber längst nicht auf die TU Dortmund begrenzt, es gibt ein NRW-weites Netzwerk an Lehrredaktionen und Redaktionsgruppen, zudem können auch alle interessierten Bürgerinnen und Bürger ihre Formate einreichen. Anlässlich des NRW-Tags erklärte Steinbrecher: "Im Lernsender kann jeder mit einer guten Idee zu uns kommen und diese umsetzen. Das ist Fernsehen, dass es so nirgends gibt."

Auf nrwision ist dabei sowohl Platz für Einzelstücke als auch für regelmäßige Formate wie etwa "Zoom - Das Mediencafé", einen Medien-Talk, bei dem in der Vergangenheit unter anderem schon RTL-Chefredakteur Peter Kloeppel oder WDR-Chefredakteur Jörg Schönenborn zu Gast waren. Für das kommende Jahr hat sich Stefan Niggemeier angesagt. Einen guten Einblick ins Programm kann man ab dem 2. Weihnachtsfeiertag bekommen: Dann laufen noch einmal die besten Filme, Sendungen und Beiträge des Jahres.

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