Foto: Cover © Cover
DWDL.de-Blattkritik

Besser als erwartet: "eBay Magazin" punktet

 

Seit Freitag liegt das neue "eBay Magazin" am Kiosk. DWDL.de hat das Heft unter die Lupe genommen. Aufmachung und Inhalt stimmen. Nur das Titelthema irritiert...

von Thomas Lückerath
12.05.2007 - 17:32 Uhr

Foto: CoverDie neue Zeitschrift aus der Stern-Verlagsgruppe versteht sich als "General-Interest-Magazin für eBay-Nutzer" - und macht damit erstaunlichweise das, was vorher noch niemand probiert hat. Wurde über eBay berichtet, so fanden sich entsprechende Artikel bislang meist in der Computer- und Internetpresse oder mit dem Tenor "Phänomen eBay" als immer mal wieder ausgegrabenes Thema in anderen Publikationen. Jetzt kommt das "eBay Magazin" - und das gewaltig. Die Druckauflage liegt bei 400.000 Exemplaren. Zum Preis von 2,50 Euro erhält der Leser 140 Seiten - darunter ertragbare 21 Werbeseiten.

Das Cover der Erstausgabe ist unspektakulär und aufgeräumt. Man versucht beim Ankündigen der Heftthemen den Spagat zwischen Lese- und Nutzwert-Themen, die deutlich dezenter angeteasert werden als es bei Computer- oder Internetzeitschriften der Fall ist. Blättert man zum Inhaltsverzeichnis spürt man die Wurzeln des Heftes. Das neue Heft wurde zwar von einer eigenständigen Redaktion in München entwickelt, die Neon Magazin GmbH hat allerdings als "Kreativschmiede" gedient. Und so erinnert die Aufmachung des Inhaltsverzeichnis und eine Doppelseite mit kurzen Geschichten von eBay-Nutzern im sechsspaltigen Design an "Neon".

Inhaltlich teilt sich das Heft in fünf Rubriken. Beginnend mit "Community" folgen "Kaufen & Gewinnen", "Verkaufen & Verdienen", "Trends & Produkte" sowie "Service & Wissen". In der Theorie eine klare Struktur, in der Praxis weniger. Beim Durchblättern lassen sich die Themen in den Kategorien "Kaufen & Gewinnen" und "Verkaufen & Verdienen" kaum voneinander unterscheiden. So schön die Rubriken formuliert wurden: In beiden gibt es praktische Tipps sowohl für Käufer als auch Verkäufer - und lesenswerte Storys über Menschen die eBay nutzen. Letzteres aber gibt es ebenso schon ganz am Anfang unter "Community".
Kurzweiliges Lesevergnügen

Lässt man die Rubrikenfrage mal beiseite und widmet sich den Inhalten, so bietet das "eBay Magazin" rubrikenübergreifend eine Mischung aus kleinteiligen News, Diagramme, Rankings, Lesestücken, Tests und Tipps, die die Lektüre sehr kurzweilig werden lassen. Selten nimmt man ein Magazin in die Hand und blättert gerne von vorne bis hinten durch. Beim "eBay Magazin" ist das der Fall. Die Optik der Seiten ist dabei relativ traditionell, das auffälligste Spielzeug der Layouter: Unterschiedliche Schriftgrößen im ganzen Heft.

Inhaltlich orientiere man sich "an den vielfältigen Bedürfnissen der eBay-Nutzer, und zwar unabhängig von den Altersgruppen", hieß es in der Ankündigung des Magazins. Das kann gelingen, wobei der Schwerpunkt des Magazins eben nicht die auch schon aus anderen Zeitschriften bekannten Tipps und Warnungen sind. Lesenswert sind in erster Linie die Storys und Statistiken zu den eBay-Auktionen und den Menschen dahinter. Die Texte entstehen unter der Redaktionsleitung von Fabrice Braun. Der ehemalige "GQ"-Journalist war bereits als leitender Online-Redakteur für das Jugendmagazin "jetzt.de" der "Süddeutschen Zeitung" verantwortlich.
 
Etwas "Geschmäckle" beim Titelthema

Das in der emag GmbH erscheinende "eBay Magazin" ist unabhängig von der weltweit größten Auktionsplattform. Das betonte der Verlag schon im Vorfeld der ersten Ausgabe. Und in der Tat beschäftigt sich die Redaktion umfassend mit eBay - ohne jemals die nötige Distanz zu verlieren. Lediglich die Titelstory ("Wir haben ausgemistet: 2900 Euro verdient") orientiert sich erstaunlich eng an der aktuellen eBay-Werbekampagne, die ebenfalls zum Entrümpeln des Kellers aufruft und den Leser fragt, wo er noch Geld in Form alter Sachen bunkert, die bei eBay Geld einbringen könnten.

Davon abgesehen gibt es keinen Kritikpunkt am neuen "eBay Magazin", der wichtig genug wäre um eine Erwähnung zu finden. Abwechslungsreich schafft die Redaktion den Spagat zwischen Nutzwert und Lesevergnügen und erreicht damit sowohl eBay-Anfänger wie auch Profis. Die Aufmachung ist angemessen. Das Preis/Leistungs-Verhältnis stimmt. "eBay Magazin" - drei, zwei, eins, meins.

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