Eine Liga für sich - Buschis Sechserkette © Sky/Willi Weber
DWDL.de-TV-Kritik zu "Eine Liga für sich"

"Buschis Sechserkette" bei Sky: Elektrisiert - aber warum?

 

"Eine Liga für sich" mit Frank Buschmann versteht sich als Comedyshow. Warum sich die Protagonisten ständig beömmeln, bleibt dennoch zumeist im Unklaren. Umso ärgerlicher, dass dem Sky-Neustart über weite Strecken hinweg auch noch das Tempo fehlt.

von Alexander Krei
13.03.2017 - 15:22 Uhr

Noch bevor der Late-Night-Talker James Corden es schaffte, sich mit seinem unterhaltsamen Carpool Karaoke weltweit einen Namen zu machen, stand der Engländer als Moderator von "A League of their Own" vor der Kamera. Der deutsche Corden ist, wenn man so will, Frank Buschmann – zumindest wenn es nach dem Pay-TV-Sender Sky geht, der den Sport-Fachmann nicht nur für Fußball-Übertragungen verpflichtet hat, sondern auch als Moderator der Adaption von Cordens Panelshow. "Eine Liga für sich – Buschis Sechserkette" nennt sich das Format, das sich als Mischung aus Sport, Comedy und Quiz versteht, dadurch aber leider mindestens eine Zutat zu viel enthält.

Das Problem der Sendung zeigt sich schon in den ersten zehn Minuten der Premiere, die der Unterhaltungskanal Sky 1 am Montagabend ausstrahlen wird. Zunächst mal passiert nämlich vor allem: Nichts. Auf eine vor Testosteron strotzende Eröffnungssequenz, in der Buschmann schon mal spaßeshalber zu verstehen gibt, dass es ihm in Wirklichkeit "scheißegal" ist, wer gewinnt, solange es nicht Stefan Kretzschmar ist, folgt zunächst eine Vorstellungsrunde, in der die beiden durchaus prominent besetzten Rateteams um Kretzsche, Effe und Peter Neururer keinen Zweifel daran lassen, dass sie sich selbst am besten finden. 

Dazu kommen noch die beiden fest zum Show-Ensemble gehörenden Chef-Quizzer Matze Knop und Panagiota Petridou – und weil auch Jessica Kastrop zum Kreis der Kandidaten zählt, wird dem Publikum gleich zu Beginn noch einmal vor Augen geführt, wie das damals so war, als die Sportmoderatorin während einer Live-Sendung einen Fußball an den Kopf geschossen bekam. Sie beschwichtigt allerdings dankenswerterweise, ihren "Dachschaden" auch vorher schon gehabt zu haben. Der Witz lag nahe und steckt das Humor-Feld, in dem sich "Eine Liga für sich" bewegt, dann auch schon ganz gut ab.

Man möchte den sieben Promis auf der Bühne gar nicht absprechen, dass sie wirklich Spaß haben, während sie an ihren Rate-Pulten sitzen. Allein, die gute Stimmung überträgt sich viel zu selten nach draußen. Und das liegt vor allem am mangelnden Tempo. Quälend lange zehn Minuten verstreichen, bis sich das Team um Stefan Kretzschmar an der Beantwortung der ersten Frage versuchen darf. Weil es gilt, drei Sportler-Autogrammkarten nach ihrem Wert zu sortieren, wenden Buschi und seine Sechserkette nämlich zunächst erschreckend viel Zeit auf, um sich über lustige Posen und skurrile Frisuren auf eigenen Autogrammkarten scheckig zu lachen, auch wenn das einst schon in Oliver Geissens "80er Show" fast niemand lustig fand – außer diejenigen, die es betrifft.

Eine Liga für sich - Buschis Sechserkette
© Sky/Willi Weber

Ähnlich behäbig geht es dann auch weiter. Wenn mehrere Torjubel nach ihrer vermuteten Länge sortiert werden müssen, füllt die Redaktion die Sendung einfach noch mit weiteren vermeintlich lustigen Jubel-Posen ("Quelle: Internet"), über die alle mal einen kurzen Augenblick herzlich lachen dürfen; und wenn erraten werden muss, welches Haustier zu Lukas Podolski passt, dann erzählt zur Not eben Panagiota Petridou eine Anekdote über ihre Mutter und deren Hündchen. Dass Matze Knop dazwischen wahlweise in die Rolle von Oliver Kahn und Jogi Löw schlüpft, fällt zu diesem Zeitpunkt schon gar nicht mehr ins Gewicht. 

Das alles mag lustig gemeint sein, erweist sich aber als zähe und damit schnell ermüdende Angelegenheit. Leider steht all die heiße Luft in keinem gesunden Verhältnis zur Anzahl der Fragen, die die beiden Dreierteams zu beantworten haben. Besonders deutlich wird das Dilemma der Show, wenn man sich zuvor eine Folge von "Genial daneben" ansieht. Während der Sat.1-Klassiker vor allem durch die Fokussierung aufs Spiel rasend schnell Fahrt aufnimmt, verliert sich "Eine Liga für sich" über alle Runden hinweg in Belanglosigkeiten. Da kann dann auch das vergleichsweise flotte Finale nichts mehr reißen.

Der krampfhafte Versuch aller Beteiligten, bei jeder sich bietenden Nichtigkeit lustig sein zu müssen, macht diese Sky-Show so anstrengend, dass man sich vor dem Fernseher schon binnen kürzester Zeit nach Ruhe sehnt. Daran ist jedoch kaum zu denken – vielleicht auch, weil niemand da ist, der Frank Buschmann bremst. In der Manier eines Marktschreiers scheint dem sonst so souveränen Sportkommentator das Gespür für die leisen Momente zumeist abhandengekommen zu sein. Warum er und seine Mitstreiter derart elektrisiert sind, wissen wohl nur sie selbst. An Podolskis Hund und Buschis alter Autogrammkarte kann es jedenfalls kaum liegen.

Sky 1 zeigt "Eine Liga für sich - Buschis Sechserketter" jeweils montags um 20:15 Uhr.

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