Clever abgestaubt © ZDF/Stephan Hamacher
DWDL.de-TV-Kritik

"Clever abgestaubt": Gut weitergedachter Trödel

 

Trödelformate liegen derzeit voll im Trend, das beweist nicht zuletzt "Bares für Rares" jeden Tag aufs Neue. Nun will ZDFneo verstärkt in entsprechende Formate investieren: Den Startschuss macht mit "Clever abgestaubt" eine Sendung, die Trödel mit Quiz verbindet.

von Timo Niemeier
03.04.2017 - 16:30 Uhr

Längst ist Horst Lichter der Quotenkönig am Nachmittag. Doch nicht nur im ZDF sorgt "Bares für Rares" für richtig gute Reichweiten und Marktanteile, auch die Wiederholungen bei ZDFneo laufen fantastisch und katapultieren den Sender regelmäßig vor kabel eins und RTL II. Kein Wunder also, dass beide Sender massiv in den Trödel-Trend investieren (DWDL.de berichtete). Die erste neue Show ist nun "Clever abgestaubt", in der ZDFneo das Thema Trödel mit einer klassischen Quizshow vermischt.

Das Konzept ist denkbar einfach: Drei Kandidaten-Duos treten gegeneinander an und müssen sich durch das Beantworten von Fragen die Antiquitäten sichern, von denen sie glauben, dass sie den meisten Wert haben. Dabei wissen sie natürlich nicht, wie viel die einzelnen Gegenstände tatsächlich wert sind. Die Palette reicht vom billigen Ramsch bis hin zu seltenen Schätzen, die mehrere tausend Euro wert sind. Im Verlauf der Sendung scheiden dann die Teams mit dem niedrigsten Gegenwert aus und überlassen das Feld den übrigen Kandidaten. Später können die Kandidaten auch aus dem Fundus der Konkurrenz klauen.

Keine Frage: Die von Tower Productions produzierte Show erfindet weder die Trödel-Sendung neu noch die Quizshow. "Clever abgestaubt" ist dennoch eine intelligent gemachte Sendung, die beide Genres schön miteinander verbindet. Der Zuschauer kann immer mitraten und selbst dabei seine Einschätzung testen: Würde ich das Tafelbesteck  nehmen oder doch lieber eine vermeintlich seltene Schallplatte? Erst wenn ein Team rausfliegt wird enthüllt, wie viel die Gegenstände im Besitz der ausgeschiedenen Kandidaten wert waren. Auch die Fragen sind auf einem Niveau, bei dem der Ottonormalzuschauer gut mitraten kann.

Das Tempo der Sendung ist eigentlich ganz angenehm, an einigen Stellen aber vielleicht doch zu langsam: Ganz am Anfang werden sämtlichen Kandidaten-Pärchen gezeigt, wie sie einzeln in einem Raum alle Gegenstände begutachten. Kommentiert wird das von einem Experten, der wohl witzig sein soll, das aber nur selten ist. Auch im Studio wirken die wechselnden Experten oft aufgeregt und unkonzentriert, wenn sie Details zu den jeweiligen Gegenständen erzählen sollen.

Clever abgestaubt
© Screenshot ZDFneo

Das ist durchaus verschmerzbar, sind doch zumindest die Kandidaten der ersten zwei Folgen gut ausgewählt worden. Sie sind schlagfertig und nie um einen Spruch verlegen: Hier hat das Casting ganze Arbeit geleistet. Auch Moderator Steven Gätjen macht einen soliden Job, wenngleich die Möglichkeit, um sich hier gut in Szene zu setzen, natürlich nur bedingt gegeben ist.

Am Ende gibt es in jeder Folge noch einen kleinen "Geh aufs Ganze!"-Gedenkmoment, wenn dem zuletzt übriggebliebenen Kandidatenpaar angeboten wird, ihren letzten Gegenstand noch gegen ein völlig neues Produkt zu tauschen. Das ist dann zwar kein Zonk, aber kann ebenso wertloser Trödel sein - oder eben eine begehrte Antiquität. Hier müssen sich die Kandidaten dann relativ schnell entscheiden und können nur einen kurzen Blick auf den neu hinzugekommenen Gegenstand werfen. In jedem Fall ist es ein Auf und Ab der Gefühle: Mal setzt man selbst auf das wertlose Ding, das irgendwie ganz selten und teuer aussieht. Und mal ist man sich sicher, den Hauptpreis zu haben, nur um dann wenig später festzustellen, dass die dafür veranschlagten 100 Euro doch nicht so richtig viel sind. Das macht "Clever abgestaubt" zu einer kurzweiligen und unterhaltsamen Show, die durchaus das Zeug zu mehr hat.

ZDFneo zeigt zunächst 20 Folgen von "Clever abgestaubt" ab sofort zwischen montags und freitags ab 19:30 Uhr. Im Vorfeld setzt der Sender auf "Bares für Rares".

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