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Big Bounce © MG RTL D / Markus Hertrich
DWDL.de-TV-Kritik zu "Big Bounce"

Wie eine Mischung aus Achterbahnfahren und Fliegen

 

Nach "Ninja Warrior Germany" bringt RTL mit "Big Bounce" die nächste Physical-Gameshow ins Fernsehen. Und auch wenn die Parallelen gewollt und nicht zu übersehen sind, entwickelt die Sendung eine eigene Dynamik. Die TV-Kritik zum Neustart...

von Alexander Krei
26.01.2018 - 22:40 Uhr

Wenn bei RTL die Dschungel-Zeit angebrochen ist, dann gibt sich der Sender gerne experimentierfreudig – stets in der Hoffnung, der Quoten-Hit aus Down-Under möge die Neustarts ein wenig beflügeln. Mit "Big Bounce" brachte man am Freitag ein neues Show-Format auf den Schirm, das sich erstaunlich vertraut anfühlt, obwohl es sich um eine Eigenentwicklung von Endemol Shine und RTL handelt, die bislang noch nirgendwo sonst auf der Welt zu sehen war. Um einen Zufall handelt es sich dabei selbstverständlich nicht – zu offensichtlich ist der Versuch, nach dem Erfolg von "Ninja Warrior Germany" eine weitere Physical-Gameshow im Programm zu etablieren.

Hier wie dort müssen die Kandidaten einen Parcours bewältigen; im Falle der Trampolinshow "Big Bounce" tut man diese allerdings vorwiegend hüpfend. Das sorgt für schöne Bilder, die bisweilen eher an ein Jump-and-Run-Spiel auf dem Computer erinnern. Im Unterschied zu "Ninja Warrior" steht zunächst ein Duell zweier Teilnehmer an, bei dem sich nur der schnellere für die nächste Runde qualifiziert, in der - nach einem kleinen "Taktikparcours", in dem Erinnerungsvermögen gefragt ist - ein anspruchsvollerer Höhenparcours besprungen werden will. Wer sich hier durchsetzt, kann wiederum aufs Finale hoffen, das in einigen Wochen für den Sieger eine stolze Prämie in Höhe von 100.000 Euro bereithält. 

Dass "Big Bounce" Spaß macht, hat mehrere Gründe. Einer davon ist das Tempo: In angenehmen zwei Stunden geht die Show über die Bühne und dankenswerterweise verzichten die Macher ebenso wie bei "Ninja Warrior" auf ausführliche Porträts der Kandidaten. Stattdessen steht das Springen im Fokus. Gelungen ist aber auch der Parcours, der so gestaltet ist, dass er von Hobbysportlern ebenso wie von Profis bewältigt werden kann und von Großen ebenso wie Kleinen. Das zeigt sich in der Premieren-Ausgabe vor allem, als mit dem 14-jährigen Vincent ausgerechnet einer der Jüngsten die Bestzeit schafft.

Big Bounce
© MG RTL D / Markus Hertrich

Wie ein Floh hetzt er durch in einem beachtlichen Tempo über die Hindernisse, die man ihm in den Weg gestellt hat. Mit dabei ist aber auch der 20-fache Deutsche Meister im Trampolinturnen, von dem der Parcours nicht minder geschmeidig bewältigt wird. Wie eine Mischung aus Achterbahnfahren und Fliegen fühle es sich an, gibt der Polizist zu Protokoll – und bewältigt die Vorrunde bereits nach nur 42 Sekunden. Natürlich sieht das nicht bei allen Kandidaten so gut aus und mitunter kommt auch mal ein Hauch von Schadenfreude auf, wenn vermeintliche Favoriten plötzlich ins Nichts springen. Oder wenn weniger begabte minutenlang am gleichen Hindernis scheitern - bemerkenswerterweise ohne aufzugeben.

"Ich freue mich am meisten aufs Gewinnen", tönt einer, bevor er kurz darauf im wahrsten Sinne des Wortes den Absprung verpasst. Am Ende hört man ihn kleinlaut ächzen: "Jetzt muss ich doch arbeiten gehen." Ansonsten sind für die Sprüche jedoch zwei Männer verantwortlich, für die RTL bei ARD und Sky wilderte. Matthias Opdenhövel und Wolff Fuss machen ihre Sache als Kommentatoren-Duo ordentlich, harmonieren aber noch längst nicht so gut wie Frank Buschmann und Jan Köppen bei "Ninja Warrior". Unterhaltsam sind ihre Anmerkungen zu den Sprüngen aber allemal - und bei Kandidaten mit dem richtigen Beinkleid laufen sie gar zu Hochform auf. Das macht "Big Bounce" zu einer runden Sache, die trotz der offensichtlichen Nähe zur erfolgreichen Sommershow eine eigene Note besitzt.

Über den Autor

Alexander Krei ist seit 2009 Redakteur beim Medienmagazin DWDL.de. Liebt die große Fernsehshow ebenso wie das kleine Kammerspiel. Analysiert neue Formate und die Quoten am Morgen danach. Sport mag er am liebsten, wenn er in der Glotze läuft.

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