Das Ding des Jahres © ProSieben/Willi Weber
DWDL.de-TV-Kritik

Hat Stefan Raab das "Ding des Jahres" neu erfunden?

 

Die Samstagabend-Bühne hat "Das Ding des Jahres" verlassen und auch sonst hat sich ProSieben bemüht, die Erfindershow von, aber nicht mit Stefan Raab zu verbessern. Das ist zumindest zum Teil gelungen, allerdings ist die Fallhöhe gesunken.

von Alexander Krei
19.02.2019 - 22:50 Uhr

Wirklich vermisst wurde sie nicht, dennoch ist die von Stefan Raab erfundene Erfindershow "Das Ding des Jahres" zurück bei ProSieben. Nach der ausbaufähigen ersten Staffel haben sich der einstige Star-Entertainer und sein langjähriger Haus- und Hofsender noch einmal in den Bastelschuppen zurückgezogen, um das Format zu verbessern. Herausgekommen ist eine Sendung, die tatsächlich in sich stimmiger wirkt als vor einem Jahr.

Besonders, weil ein großer Geburtsfehler korrigiert wurde: Dass die sich duellierenden Erfindungen kaum vergleichbar waren, entpuppte sich bei der Premiere schnell als Manko. Diesmal haben sich die Macher sichtlich darum bemüht, es besser zu machen, und ließen gleich zu Beginn die Erfinderin der "Schinkenfee", mit der sich im Nu Aufschnitt herstellen lässt, gegen zwei Männer antreten, die eine faltbare Backform aus Silikon entwickelt haben.

Diese hört kurioserweise auf den Namen "Coox", obwohl Tim Mälzer im Programm der Konkurrenz doch nun schon wahrlich oft genug erklärt hat, dass Kochen kein Backen sei. Die Backform-Bastler scheint dieses Detail allerdings nicht stören, weshalb sie stattdessen lieber hervorheben, dass ein Marmorkuchen in ihrem "Ding" niemals kleben bleibt. Die "Schinkenfee"-Frau wiederum verweist mit einigem Stolz auf den großen Vorteil ihres Produkts: "Das hat kein Kabel, das geht nie kaputt." 

Gewiss nette Erfindungen – als Zuschauer sollte man allerdings nicht den Fehler machen und während der Show nach ihnen googlen, weil das den Unterhaltungswert doch ziemlich schmälert. Schnell kommt heraus, dass die vermeintlich frischen Erfindungen gar nicht mehr so taufrisch sind. Von der "Schinkenfee" existieren schon neun Jahre alte Videos auf YouTube und Coox wurde sogar bereits bei QVC vertickt.

Das Ding des Jahres© ProSieben/Willi Weber

Wie gut, dass ProSieben die Fallhöhe vom "Ding des Jahres" vorsorglich selbst gesenkt hat, denn anstelle eines millionenschweren Werbedeals bekommt der Gewinner jetzt "nur noch" 100.000 Euro – und gut ist. Neu ist auch, dass die um die Amorelie-Chefin erweiterte Jury keinerlei Entscheidung mehr treffen muss, sondern als "Stiftung Produkt-Test" agiert, wie Moderatorin Janin Ullmann sie nennt, und das Publikum das letzte Wort hat. Auf diese Weise hat jetzt sogar Lena Gercke eine Daseinsberechtigung in der Show.

Dass die Erfindershow nicht mehr ganz so behäbig wirkt wie während der ersten Staffel, hängt indes damit zusammen, dass ProSieben in jede Ausgabe ein zusätzliches Erfinder-Duell gepackt hat. Aber ob das reicht, um aus dem "Ding des Jahres" noch eine echte Erfolgsgeschichte zu machen? Ja, die Show ist nett; im Gegensatz zur "Höhle der Löwen", mit der sie sich messen lassen muss, kommt sie aber doch arg oberflächlich daher. Womöglich wäre Stefan Raab gut beraten, etwas Neues zu erfinden.

ProSieben zeigt "Das Ding des Jahres" dienstags um 20:15 Uhr.

Über den Autor

Alexander Krei ist seit 2009 Redakteur beim Medienmagazin DWDL.de. Liebt die große Fernsehshow ebenso wie das kleine Kammerspiel. Analysiert neue Formate und die Quoten am Morgen danach. Sport mag er am liebsten, wenn er in der Glotze läuft.

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