WaPo Berlin © ARD/Daniela Incoronato
DWDL.de-Serienkritik

Neue "WaPo"-Serie im Ersten: Berliner Perspektivwechsel

 

Die "WaPo"-Familie wächst: Ab sofort ermittelt am Vorabend auch das Team der "WaPo Berlin". Inhaltliche Innovationen sind kaum zu erwarten, allerdings nimmt die Serie eine spannende Perspektive ein, erzählt sie das Hauptstadtleben doch vom Wasser aus.

von Alexander Krei / Kevin Hennings
28.01.2020 - 16:30 Uhr

Wenn es um Serien am Vorabend geht, blickt man bei der ARD womöglich ein Stück weit neidisch zum ZDF. Seit Jahren gelingt es den Mainzer Kollegen, mit der "SOKO"-Schiene eine verlässliche Programmierung anzubieten, die Tag für Tag von den Zuschauern mit Spitzen-Quoten belohnt wird. Die Serien im Ersten sind davon ein gutes Stück entfernt, auch wenn das tiefe Tal der Tränen längst hinter sich gelassen wurde. Dass oft schon kleine Hoffnungsschimmer genügen, um im ARD-Kosmos für Zufriedenheit zu sorgen, zeigt der Blick auf die "WaPo Bodensee".

2017 mit unspektakulären Quoten gestartet, brachten es inzwischen immerhin drei Staffeln zur Ausstrahlung – und eine vierte mit deutlich mehr Folgen ist bereits geplant. Als sei das nicht genug, wächst jetzt auch noch eine kleine "WaPo"-Familie heran. Neben den Kollegen aus dem Süden ermittelt ab sofort nämlich die "WaPo Berlin", was auch deshalb spannend ist, weil sich damit neuerdings der vergleichsweise kleine RBB in die Vorabendversorgung des Hauptprogramms einbringt. 

Angeführt wird die neue "WaPo Berlin" von der Kriminalhauptkommissarin Jasmin Sayed (Sesede Terziyan), die ihren äußerst ausgeprägten Gerechtigkeitssinn aus ihrem Vorleben aus dem Iran mitbringt. Dort hat sie als kleines Kind ihren Bruder verloren und ist kurz danach mit ihrer Familie nach Deutschland geflüchtet. Ein präsentes Thema, das bei der neuen Vorabendserie, hinter der Saxonia Media steht, jedoch erfrischend dezent eingestreut wird. Jasmin Sayed ist in erster Linie eine seit 30 Jahren in Deutschland lebende Frau, die ihrem Job mit ehrlicher Leidenschaft nachgehen möchte.

Für die Aufgabe, Berlins Wasserstraßen sicher zu halten, bekommt sie ein diverses Team an die Seite gestellt. Als Sayeds rechte Hand agiert die Ur-Berlinerin Paula Sprenger (Sarina Radomski), die mit ihrer freien Schnauze auch gerne mal so manches Gesetz links liegen lässt. Im Halteverbot parken, weil es die Chefin aus mehr oder weniger nachvollziehbaren Gründen eilig hat? Kein Problem. Wenn sich auch viele Autofahrer bei jener Szene ärgern dürften, dass es ausgerechnet bei solch einer Szene keinen Strafzettel gibt. Hinzu kommen Oberkommissar Fahri Cleik (Hassan Akkouch) als energiegeladener Jungspund, Kommissar-Anwärterin Marlene Weber (Melina Borcherding), die als IT-Expertin agiert und Diensthund Stulle.

Die klassischen Stereotypen wurden also einmal mehr brav besetzt. Bei einer "WaPo"-Serie, die nichts groß anders machen möchte, als ihr Vorbild, ist das auch absolut in Ordnung. Nur Innovationen sollte man besser nicht erwarten. Einzig Berlin-Fans bekommen frische Anreize gesetzt, erzählt die Serie die Stadt logischerweise oft vom Wasser aus. Damit wird die Hauptstadt auch mal aus Perspektiven in Szene gesetzt, die bislang selten in anderen Produktionen gesehen wurden. Dabei wird vor allem Berlins Schokoladenseite gezeigt – von der rauen Metropole bleibt wenig übrig. Eine schöne Abwechslung.

"WaPo Berlin" läuft dienstags um 18:50 Uhr im Ersten.

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