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Tipps für Cannes

How to MIP: Ein Survival-Guide für die TV-Messe

 

Es ist wieder soweit. Am Wochenende reist die Fernsehbranche gesammelt ins südfranzösische Cannes. Die MIPCOM kann dabei - besonders für erstmalige Besucher - überwältigend sein. DWDL.de gibt im Vorfeld pragmatische Tipps für neue Besucher (und alte Hasen).

von Thomas Lückerath
13.10.2017 - 16:48 Uhr

Alternativen zu abenteuerlichen Taxi-Fahrten

Wer nicht unmittelbar in der Innenstadt von Cannes übernachtet oder sich einen Mietwagen nimmt, der hat in Cannes schon seine ganz eigenen Taxi-Abenteuer erlebt. Die gleiche Strecke, höchst unterschiedliche Preise. Und dazu kommen hin und wieder kreative Zusatzgebühren. Wer Fahrten im Vorfeld planen will - etwa von Flughafen nach Cannes und/oder zurück - der kann zu günstigeren Konditionen einen Transfer über den Limousinen-Dienst Blacklane buchen. Vor Ort in Cannes selbst lässt sich für kürzere Fahrten übrigens auch der Service von Uber nutzen.

Günstige Unterkünfte mit kostenlosem Shuttle-Bus

Die Hotelpreise explodieren in Cannes zu Messen und Festivals. Da ist die MIPTV keine Ausnahme. Eine von DWDL.de selbst mehrere Jahre lang erprobte Möglichkeit gut und günstig zu übernachten: Der Nachbarort Juan les Pins. Von dort sind es 30 Minuten per Taxi/Uber/Blacklane oder nur 10 Minuten Fahrtzeit mit dem Zug bis zum Bahnhof Cannes der fußläufig vom Palais entfernt liegt. Oder man nutzt den mehrfach täglich verkehrenden kostenlosen Shuttle-Bus der MIPTV. Wer den Weg von Juan Les Pins nach Cannes in Kauf nimmt, wird mit Hotelpreisen ab etwa 120 Euro pro Nacht für ein gutes 3-Sterne-Hotel belohnt.

Messe, Kongress, Networking: Was macht die MIPCOM eigentlich aus?

Wer noch nie bei der MIPCOM TV oder MIPTV (wie die kleine Schwester der TV-Messe im Frühjahr heißt) besucht hat, fragt sich mitunter: Was erwartet mich in Cannes? Nun, in den Hallen des Palais des Festivals am Hafen sowie den umliegenden Pavillons gibt es ohne Termine wenig zu sehen. Es ist eine Messe, kein Festival. Die Attrativität des begleitenden Kongressprogramms schwankt. In diesem Jahr ist es mau, aber die meistbesuchte Veranstaltung steht auch diesmal schon im Vorfeld fest: Montags um 13.15 Uhr ist die Hölle los! TheWit präsentiert "Fresh TV" - einen Überblick über neue Formate aus aller Welt. Tipp: Das Grand Auditorium hat einen Balkon in der zweiten Etage - und dort meist noch ein paar Plätze frei.

Die gute alte Visitenkarte: In Cannes sehr sinnvoll

Haben Sie auch noch so viele Visitenkarten in der Schublade liegen? Wunderbar! In Cannes geht ohne dieses Relikt aus vermeintlich vergangenen Tagen auch 2017 wenig. Für alte Hasen mag der Tipp banal erscheinen, doch die junge Generation erlebt man oft genug an den Rezeptionen der großen Stände im Palais beim mühsamen Buchstabieren von Namen. Das geht einfacher! Und auch beim internationalen Networking werden noch immer erstaunlich oft die gedruckten Kontaktdaten ausgetauscht.

Enttäuschungen vermeiden: Keynote meint nicht Keynote

Auch wenn im Kongress-Programm immer wieder von "Media Mastermind Keynotes" die Rede ist, sollte man sich nicht täuschen lassen: Die wenigsten Keynotes in Cannes sind wirkliche Vorträge oder Reden. In den vergangenen Jahren ist es unter CEOs der Fernsehbranche in Mode gekommen, sich stattdessen auf der Bühne interviewen zu lassen. Im Programmheft sollte schon stutzig machen, wenn "Keynotes" einen Moderator haben. Erwarten Sie nicht zu viel von den höflich-harmlosen Plauderrunden.

Dienstag ab 17 Uhr lohnt ein Blick in den Keller

In der Regel haben MIPCOM-Besucher im Vorfeld schon alle wichtigen Termine abgestimmt und einen engen Zeitplan. Wer sich aber abseits der üblichen Verdächtigen und weltbekannten Marken von der manchmal absurden Vielfalt der im Palais vorgestellten TV-Ideen aus aller Welt überraschen lassen möchte, dem sei der Dienstagnachmittag ab 17 Uhr empfohlen. An diversen kleineren Ständen im Keller des Palais gibts bei Umtrunk und Häppchen Einblicke in teils doch sehr fremde Fernsehwelten.

Einige deutsche Get Together ohne MIP-Akkreditierung

Nicht jeder Fernsehmacher, der nach Cannes reist, akkreditiert sich auch für die kostspielige MIPCOM. Rund um das offizielle Programm laden längst diverse Firmen oder Verbände zu Empfängen ein, bei denen sich in der Theorie die internationalen Besucher treffen - in der Praxis aber auch ein Stelldichein der deutschen Branche sind: So etwa der u.a. vom Medienmagazin DWDL.de gesponsorte German MIP Cocktail am Montagabend ab 18 Uhr (nur auf Einladung und mit vorheriger Bestätigung) im C21 Beach Club oder der Beta Brunch am Dienstagmittag ab 12 Uhr im Hotel Majestic.

Der Weg ist das Ziel: Networking auf der Croisette

Die eigentliche Magie der MIPCOM liegt aber weder im Palais noch den Empfängen. Wenn das gar nicht mal so große Cannes zweimal im Jahr zum Treffpunkt der internationalen Fernsehbranche wird, dann reicht schon ein Schlendern über die Strandpromenade (Croisette), um allerlei Kolleginnen und Kollegen zu begegnen. Das setzt sich abends auch in den Straßen und Gassen von Cannes fort - auf dem Weg zum oder vom Abendessen, das wiederum in maximal bestuhlten Bistros und Restaurants manchmal unweigerlich zum Networking wird.

Eng getaktete Termine auch logistisch sinnvoll planen

Längst nicht jede Firma gönnt sich einen Stand auf der Messe. So finden viele Termine in den unzähligen überteuerten und überfüllten Straßencafés rund um das Palais des Festivals statt. Wenn Termine vereinbart werden, empfiehlt es sich rechtzeitig zu checken, ob die Lokalitäten auch wirklich nahe beieinder liegen. Gelegentlich sieht man panische Fernsehmacher hektisch durch die Stadt rennen, wenn das in Palais-Nähe erhoffte Cafe oder Restaurant plötzlich doch in der Altstadt liegt.

Nicht nur für die Amis auf der Karte: Burger in Cannes

Die Speisekarten der meisten Bistros und Restaurants in Cannes ähneln sich (mindestens) zur MIPCOM sehr. Fehlen darf beispielsweise nirgends das umstrittene und doch sehr oft gegessene Foie Gras sowie auch Steak Tatar. Auf fast jeder Karte steht auch ein Burger - und es empfiehlt sich geradezu, den zu probieren. Wer glaubt, diese Burger stünden doch nur für wenig abenteurlustige US-Besucher auf der Karte, der vergisst das Steak Tatar. Viele Restaurants machen daraus ganz frisch ihren Burger.

Über den Autor

Thomas Lückerath ist Gründer und Chefredakteur des Medienmagazins DWDL.de. Hatte schon viereckige Augen, bevor es Bingewatching gab. Liebt Serien, das Formatgeschäft und das internationale TV-Business. Ist mehr unterwegs als am Schreibtisch.

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