Eric Welbers © Beta
Kurz nachgefragt bei Eric Welbers

Beta legt neuen Schwerpunkt auf Kinderfernsehen

 

Mit "1992" bringt Beta das Nachfolge-Projekt von "Gomorrah" nach Cannes. Aber auch deutsche Produktionen wie "Tannbach" und "Starfighter" zählen zum Portfolio, erklärt Eric Welbers, Geschäftsleiter Beta Film. Daneben wird das Kinder-TV wichtiger.

von Alexander Krei
12.04.2015 - 10:15 Uhr

Herr Welbers, haben Sie den nächsten großen Hit im Gepäck?

Ein großer Hit wird, bzw ist bereits, der neue italienische Politthriller "1992", praktisch das Nachfolgeprojekt von "Gomorrah". Es geht um die großen Korruptionsprozesse von "Mani Pulite" ("Saubere Hände") Anfang der 90er, in deren Folge sich die gesamte italienische Parteienlandschaft aufgelöst hat. Wir haben die Sky Italia-Serie schon vorab international sehr gut durchverkauft, das Interesse ist riesig. Großes Interesse spüren wir im Vorfeld der Mip auch schon an der Sperl/Wiedeman&Berg-Miniserie "Tannbach", auf Englisch "Line of Separation" und an Zeitsprungs "Starfighter" über die dramatischen Militärjet-Abstürze in den 60er Jahren.

Auf welche Formate setzen Sie darüber hinaus auf der MIPTV?

Ein neuer Schwerpunkt wird das Kinderprogramm sein: Wir schließen uns zusammen mit dem außerordentlich erfolgreichen norwegischen Kindersender NRK Super, dessen Produktionen wir künftig vertreiben werden. NRK Super ist der Sender mit den meisten internationalen Auszeichnungen überhaupt, und wir versprechen uns eine Menge toller, herausragender Produktionen von dieser neuen Partnerschaft.

Schon im vorigen Jahr war zu spüren, dass Serien eine größere Rolle spielen. Inwiefern stellen Sie eine Verschiebung des Verhältnisses zwischen Fiction und Formatgeschäft fest?

Nun, wir verkaufen vielfach nicht nur fertige Serien, sondern gleich die Remake-Rechte mit, wie es zum Beispiel bei "Gomorrah" an The Weinstein Company in den USA der Fall war. Die spanische Serie "Grand Hotel" wird von der RAI für Italien als „Hotel Imperial“ in Südtirol zu neuem Leben erweckt. Bei "Kommissar Rex" gibt es bereits eine polnische Fassung, für Nordamerika verhandeln wir gerade. Formatrechte sind auf jeden Fall zunehmend interessant. 

Welche Stimmung erwarten Sie in diesem Jahr in Cannes?

Wir merken, dass die internationalen Sender ganz gezielt nach europäischen Serienproduktionen suchen. Langsam, ganz langsam, schaffen wir es, die Dominanz der USA in diesem Bereich aufzubrechen. Das lässt hoffen, zumal wir eine ganze Reihe hochqualitativer Serien in der Entwicklung haben, zum Beispiel "Babylon Berlin" für Sky und ARD Degeto oder unser Hitler-Projekt, das wir mit UFA Fiction für RTL produzieren.

Wie viel Musik steckt Ihrer Meinung nach im Thema VoD?

Die Musik spielt noch recht leise. Zwar steigt das Volumen ungeheuer an, aber die Gewinnmargen sind – auch im Verhältnis zum Abwicklungsaufwand - noch recht gering. Ich bin mir aber sicher, dass sich in diesem Bereich noch einiges tun wird.

Herr Welbers, vielen Dank für die Antworten.

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