Der Evangelische Pressedienst hat ausgewertet, wie häufig in den ARD-"Tagesthemen" im vergangenen Jahr ein Meinungsbeitrag gesendet wurde und kam auf insgesamt 112 solcher Kommentare. Das ist erneut ein deutlicher Rückgang: 2024 waren es demnach noch 156 Kommentare, im Rekordjahr 2021 sogar 265 - seither wurde die Zahl der Kommentare also um 58 Prozent gesenkt. Sieben Mal griff man auf das Pro-und-Contra-Format zurück, das erstmals 2021 eingeführt wurde und in dem zwei Journalistinnen oder Journalisten gegensätzliche Positionen vertreten.

Auffällig ist die breite Palette derer, die ihre Meinung vorbringen durften: Die 112 Kommentare wurden demnach von 71 unterschiedlichen Personen gesprochen, darunter 31 Frauen und 40 Männer. Am häufigsten kommentierten Julie Kurz vom NDR und Daniel Hechler vom SWR, die jeweils fünf Mal on air waren.

Julie Kurz ist ARD-Korrespondentin im ARD-Hauptstadtstudio und kommentierte unter anderem den Unionsantrag zur Verschärfung der Migrationspolitik Anfang des Jahres. Hechler leitet die Redaktion ARD-Aktuell Baden-Württemberg. Er kommentierte so unterschiedliche Themen wie die Mehrwertsteuer-Senkung für die Gastronomie, das israelische Vorgehen in Gaza und die erneute Verzögerung bei Stuttgart 21.

Von den ARD-Anstalten kamen die meisten Meinungsbeiträge der epd-Auswertung zufolge vom Bayerischen Rundfunk. Dies sei vor allem darauf zurückzuführen, dass es viele Kommentare mit Auslandsbezug gab und der BR unter anderem für die Studios in Israel und der Türkei zuständig ist.

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