Schon seit 60 Jahren besteht das vom Bayerischen Rundfunk (BR) verantwortete ARD-Studio Tel Aviv. Nun wurde ein neuer Standort in der israelischen Metropole bezogen. Diese biete "alle Möglichkeiten für eine moderne und effiziente crossmediale Berichterstattung", teilte der öffentlich-rechtliche Sender mit und verwies auf vier mit neuester Technik ausgestattete Arbeitsplätze, an denen die Korrespondentinnen und Korrespondenten Audio- und Videobeiträge erstellen und senden können. Für Aufzeichnungen, etwa von Kommentaren für die "Tagesthemen", ist außerdem ein Greenscreen vorhanden.

"Das neue ARD-Studio Tel Aviv ist viel mehr als ein Arbeitsplatz mit guter Technik und einer schnellen Leitung nach Deutschland. Es ist unser Anker in einer Region, in der sich die Ereignisse oft überschlagen", sagte BR-Intendantin Katja Wildermuth, die bei der Eröffnung ebenso vor Ort war wie der deutsche Botschafter in Israel, Steffen Seibert. "Die journalistische Arbeit in dieser komplexen Gemengelage", so Wildermuth weiter, "zeigt exemplarisch, worauf es heute mehr denn je ankommt: auf Raum für Hintergründe, Kontextualisierung, Differenzierung und Reflexion. Darauf, rauszugehen, vor Ort zu recherchieren und mit Menschen zu sprechen, dranzubleiben an den Geschichten. Das unterscheidet 'reporter intelligence' von 'artificial intelligence' und ist ein zentraler Wert unseres öffentlich-rechtlichen Qualitätsjournalismus."

Mit dem Einzug hat der BR gleich zwei bisherige Standorte aufgelöst. Historisch bedingt waren TV- und Radio-Studio bislang in verschiedenen Gebäuden untergebracht. Diese hätten nach Angaben des BR zuletzt jedoch die Sicherheitsauflagen nicht mehr erfüllt, zudem seien technische Geräte wie Radio- oder TV-Schnittplätze veraltet gewesen. Mit der neuen Immobilie, die eine crossmediale Berichterstattung vorsieht, verringert sich die Nutzfläche nun um die Hälfte.  

Die Einweihung des neuen Studios war zugleich für Christian Limpert eine der letzten Amtshandlungen als Leiter des ARD-Studios Tel Aviv. Zum 1. März tritt Björn Dake seine Nachfolge an. Seit 2010 beim Bayerischen Rundfunk, war er zuletzt Korrespondent im BR-Hauptstadtstudio in Berlin. Seit 2016 arbeitete Dake zudem vertretungsweise in verschiedenen ARD-Auslandsstudios, darunter auch schon in Tel Aviv.