Manchmal liegen gute und schlechte Nachrichten sehr nah beieinander: Am Montag hat die Muttergesellschaft von Sport1 und Constantin Film, die Highlight Communications AG, gute Geschäftszahlen für das Geschäftsjahr 2025 auf ungeprüfter Basis veröffentlicht. Zeitgleich gab es allerdings auch einen ziemlichen Nackenschlag: Die Highlight-Mutter, also die Highlight Event and Entertainment AG (HLEE), hat einräumen müssen, dass eine schon vor Monaten in Aussicht gestellte Finanzspritze wohl doch nicht kommen wird. 

Im August 2025 vermeldete die HLEE den Deal: Von einer Kapitalerhöhung in Höhe von 300 Millionen Schweizer Franken war damals die Rede (DWDL.de berichtete). Das Geld sollte von der CSL Mindset Ltd. kommen, die auf diese Weise Mehrheitsgesellschafterin geworden wäre. Mit dem Deal wollte Bernhard Burgener, bislang starker Mann bei Highlight, den Konzern fit machen für die Zukunft - und signifikant Schulden abbauen. 

Doch schon damals warf der Investor, der die Highlight weit über Börsenwert bewertete, Fragen auf. Hinter CSL verbirgt sich ein nicht namentlich genannter privater Investor sowie die Stiftung Clementy Schuman Legacy Foundation. Vor wenigen Tagen berichtete schon das "St. Galler Tagblatt" über größere Verzögerungen bei der Umsetzung der Kapitalerhöhung. Gegenüber der Zeitung erklärte ein Highlight-Sprecher, die Transaktion sei auf einem guten Weg, aber eben noch nicht spruchreif. 

Doch schon die Kollegen in der Schweiz stellten diverse Ungereimtheiten fest. So berichtete das "St. Galler Tagblatt" bereits, dass Highlight eine Meldung an die Schweizer Börse, die einen zeitnahen Vollzug der Transaktion nahelegt, revidiert habe. Die Zeitung berichtete auch, dass CSL auf den British Virgin Islands sitzt. Über die hinter der CSL stehenden Stiftung ist wenig bekannt. Die Eigenbeschreibung auf der Webseite wirft auch eher Fragen auf als sie zu beantworten: "Die Clementy Schuman Legacy Foundation begrüßt eine neue Renaissance: eine Renaissance, die in Schönheit, Menschenwürde, Einheit und gottgegebener Fülle verwurzelt ist", heißt es da. Kopf der Organisation ist Pierre Louvrier, bei dem nach Angaben des "St. Galler Tagblatt" in den zurückliegenden Jahren gleich mehrere zunächst angekündigte Deals geplatzt sind. 

Und so ist es nun offenbar auch bei der 300-Millionen-Kapitalerhöhung der Highlight. In einer Pressemitteilung vom Montag ist von einer "Verzögerung" die Rede. So hält man zunächst fest, dass der Deal nicht innerhalb des angestrebten Zeitraums umgesetzt wurde. Und weiter: "Der weitere Zeitplan der Umsetzung ist derzeit noch offen." Nun will die Highlight Communications AG ihrerseits "alternative Finanzierungsmöglichkeiten" prüfen. Dazu hat man nun auch bereits eine Investmentbank mit der Analyse und Beratung potenzieller Finanzierungsalternativen beauftragt. 

Bei Highlight zeigt man sich "zuversichtlich", geeignete Finanzierungsoptionen zu erhalten. Das begründet man mit der jüngsten Geschäftsentwicklung, die sich zuletzt in allen Bereichen deutlich verbessert habe. Um das zu untermauern, hat die Muttergesellschaft von Sport1 und Constantin Film am Montag auch ungeprüfte Zahlen für das Geschäftsjahr 2025 veröffentlicht. Basierend auf den vorläufigen Zahlen erwartet man einen konsolidierten Umsatz zwischen 405 und 410 Millionen Franken. 2024 erwirtschaftete man einen Umsatz in Höhe von 404 Millionen. 

Sollten sich diese Zahlen in der endgültigen Überprüfung bestätigen, wäre es für die Highlight ein starkes Jahresendspurt gewesen: In den ersten neun Monaten des Jahres 2025 ging der Umsatz sogar leicht zurück, was vor allem an der Schwäche des Bereichs Sport und Event lag. Betriebsergebnis und Konzernperiodenergebnis lagen damals im tiefroten Bereich. Zu diesen Zahlen macht Highlight jetzt keine Angaben auf Basis des vollen Geschäftsjahres. Dafür heißt es, das EBITDA, also also der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibung, würde 2025 zwischen 170 und 177 Millionen Franken liegen - nach 77,5 Millionen im Jahr davor. Die endgültigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2025 will man voraussichtlich im April 2026 veröffentlichen.