Zuerst fiel es auf in den sozialen Medien und Podcasts zum „Ich bin ein Star, holt mich hier raus“. Am Montag berichtete dann auch die „Jüdische Allgemeine“ darüber - mit Konsequenzen am Dienstag. Es geht um die Erstausgabe von Stefan Raabs „Die halbe Stunde nach der Stunde danach“ vergangene Woche Dienstag, den 27. Januar. 

In einem bissigen Einspieler zum diesjährigen Dschungel-Cast ging es auch um„IBES“-Kandidat Gil Ofarim. Ihm wurde ein „Betrüger-Gen“ attestiert, vererbt wohl von „Onkel Samuel“. Zu sehen gewesen sei, so die „Jüdische Allgemeine“, dann ein „orientalisch aussehender Mann zu sehen, der auf einem Markt hektisch Äpfel in seinem Einkaufstrolley verschwinden lässt.“

Zu Ofarims Musik wurden dann tanzende ultraorthodoxe Juden gezeigt. Aus dem Off hieß es dazu: „Trotz des großen Skandals ist er natürlich ein Ausnahmetalent, das vor allem in der jüdischen Gemeinde einen Hit nach dem anderen landet.“ Insbesondere aber das „Betrüger-Gen“ sorgt für Irritation und Verärgerung. Es bediene die antisemitische Unterstellung, Jüdinnen und Juden wären per se betrügerisch.

Am Dienstag nahm RTL zu den Vorwürfen Stellung. Man nehme die Kritik sehr ernst, wolle den Einspieler einordnen: „Der Beitrag setzt sich mit der Person Gil Ofarim und seinem öffentlichen Auftreten im Kontext der bekannten Betrugsvorwürfe auseinander, insbesondere mit der von ihm selbst erhobenen und später widerlegten Behauptung eines antisemitischen Vorfalls. Anlass für die humoristisch überspitzte Befassung mit seiner Person war ausschließlich dieses Verhalten und die mediale Inszenierung der eigenen Person.“

Weiter heißt es: „Im Rahmen der Sendung wurden alle Dschungelcamp-Teilnehmenden dem Zuschauer satirisch nähergebracht; hierzu kamen bewusst überzeichnete, fiktionale und teils absurde Bilder und Geschichten zum Einsatz. RTL weist jede Form von Antisemitismus entschieden zurück. Zugleich sehen wir ein, dass der Einspieler zu Missverständnissen führen konnte. Vor diesem Hintergrund nehmen wir den Beitrag offline und werden künftige Inhalte noch sensibler daraufhin prüfen, welche Deutungen sie ermöglichen.“

Auf YouTube wurde die hochgeladene Erstausgabe von Raabs „Die halbe Stunde nach der Stunde danach“ entsprechend gekürzt. Bei RTL+ ist die Sendung von vergangener Woche Dienstag derzeit nicht mehr verfügbar.