Als Dunja Hayali am vergangenen Sonntag, den 15. Februar, das "heute journal" moderierte, war darin auch ein Beitrag über die umstrittenen Aktionen der Migrationsbehörde ICE zu sehen. Dabei ist dem Sender aber allem Anschein nach ein Fehler unterlaufen, denn es waren auch Bilder zu sehen, die mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt wurden. Konkret waren etwa eine Frau und zwei Kinder zu sehen, die abgeführt wurden.
In der Version der Sendung, die mittlerweile in der Mediathek des ZDF zum Abruf bereitsteht, sind diese Szenen entfernt und durch andere ersetzt worden. "Video aus redaktionellen Gründen nachträglich geändert", heißt es an der Stelle inzwischen. Gegenüber der Nachrichtenagentur dpa erklärte der Sender, die in dem Beitrag verwendeten Bilder hätten als KI-generiert gekennzeichnet werden müssen.
"Diese Kennzeichnung wurde bei der Überspielung des Beitrags aus technischen Gründen nicht übertragen", so die Stellungnahme des ZDF weiter. Zuerst hatte das rechte Krawallportal "Nius" über das Thema berichtet. Dort war man direkt auf maximales Eskalationspotenzial aus: "KI-Skandal um heute journal: So verstrickt sich das ZDF in Lügen", titelte das Medium über einem entsprechenden Artikel.
In einer Sache hat "Nius" aber einen Punkt: Hat das ZDF wirklich nur vergessen, das Bildmaterial als KI zu kennzeichnen? Oder ist man schlicht und einfach auf ein KI-Video hereingefallen, das man so nie in den Beitrag hätte einbauen dürfen? Das ZDF bleibt hier Antworten schuldig und wollte sich auch auf dpa-Anfrage nicht dazu äußern. Etwas anders fiel ein Statement aus, das man der Tageszeitung "Welt" zukommen ließ. Darin hieß es, dass man habe zeigen wollen, "dass sowohl mit echten als auch mit KI-generierten Bildern ein Klima der Angst erzeugt wird". Man bedauere, "dass dabei nicht deutlich genug wurde, welche Bilder real sind und welche nicht". Das ist eine mindestens eigenwillige Erklärung.
Update (12:50 Uhr): Das ZDF hat sich nun auch noch einmal via Pressemitteilung zum Thema geäußert und entschuldigt. Zum KI-Video mit der Frau und zwei Kindern, schreiben die Mainzer: "Diese Sequenz hätte nach den Regeln des ZDF ohne Kennzeichnung und ohne Einordnung so nicht verwendet werden dürfen." Eine weitere Sequenz, in der ein Kind abgeführt wird, sei zwar real, stamme aber aus einem anderen Kontext aus dem Jahr 2022. Anne Gellinek, stellvertretende Chefredakteurin und Leiterin der Aktualität: "Wir entschuldigen uns in aller Form für diese Fehler. Der Beitrag entspricht nicht unseren Standards und hätte in dieser Form nicht gesendet werden dürfen. Wir haben ihn deshalb von allen Plattformen entfernt und werden auf ZDFheute sowie an gleicher Stelle im 'heute journal' heute Abend korrigierend berichten."
von



