Nachdem in der Nacht zu Dienstag das 7-tägige neuerliche Verhandlungsfenster zwischen Paramount und Warner Bros. Discovery zu Ende gegangen ist, hat Paramount ein überarbeitetes Übernahmeangebot vorgelegt. Zuletzt lag es bei 30 Dollar je Aktie, einzelne Konditionen hatte Paramount schon in den letzten Wochen nachgebessert, den eigentlichen Kaufpreis aber unverändert gelassen. Wie die neuen Konditionen nun aber aussehen, ist weiter unklar.
Paramount bestätigte lediglich die Abgabe eines überarbeiten Angebots, Warner Bros. Discovery bestätigte, ein solches empfangen zu haben - beide aber, ohne irgendwelche Details preiszugeben. Generell ist davon auszugehen, dass der Kaufpreis nun erhöht wurde - die Erwartung dessen war die Grundlage, dass es überhaupt noch einmal zu Verhandlungen kam, obwohl Warner Bros. Discovery ja eigentlich bereits einen Deal mit Netflix geschlossen hat.
Seitens Warner Bros. Discovery hieß es zunächst lediglich, dass man das neue Angebot nun in Absprache mit Finanz- und Rechtsberatern prüfe und die eigenen Aktionäre dann nach Prüfung durch den Vorstand auf dem Laufenden halten werde. Bis auf weiteres gilt damit weiterhin, dass man an der Fusionsvereinbarung mit Netflix festhalte und die Zustimmung dazu empfehle. "Den Aktionären von WBD wird empfohlen, zum jetzigen Zeitpunkt keine Maßnahmen in Bezug auf das geänderte Übernahmeangebot von Paramount Skydance zu ergreifen." Es ist die bekannte Formulierung, die man nach geänderten Angeboten bislang stets gewählt hat.
Falls der Vorstand von Warner Bros. Discovery diesmal allerdings zum Schluss käme, dass das nachgebesserte Angebot von Paramount Skydance nun besser sei als das von Netflix, hätte Netflix wiederum gemäß der Fusionsvereinbarung vier Tage lang das Recht, mit einem Matching Offer nachzuziehen. In diesem Fall würde Warner Bros. Discovery dann weiterhin den Deal mit Netflix empfehlen, der den Streamer aber noch teurer zu stehen kommen würde. Paramount Skydance würde in diesem Fall wohl weiter an seinem feindlichen Übernahmeangebot festhalten und versuchen, auf der Hauptversammlung zusätzlichen Einfluss zu gewinnen.
Netflix könnte sich aber auch zurückziehen. Ted Sarandos ließ kürzlich schon wissen, dass er im Zweifel bereit sei, sich zurückzuziehen und "andere zu viel bezahlen zu lassen". Warner Bros. Discovery müsste Netflix dann eine Breakup-Fee von 2,8 Milliarden Dollar zahlen. Paramount Skydance hatte zuletzt schon angekündigt, diese Kosten ebenfalls zu übernehmen.
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