Im Sommer 2025 hat RTL angekündigt, alle Aktivitäten von Sky in Deutschland, Österreich und der Schweiz übernehmen zu wollen. Weil der Deal eine europäische Tragweite hat, ist in Sachen Freigabe nicht das Bundeskartellamt zuständig, sondern die EU-Kommission. Sie prüft, ob das Vorhaben wettbewerbsrechtlich unproblematisch ist. Mit der Kommission führte RTL in den vergangenen Wochen und Monaten auch schon intensive Gespräche, um möglichst ohne große Auflagen grünes Licht zu bekommen. Nun hat man einen wichtigen Meilenstein erreicht.
RTL hat die geplante Übernahme am Freitag ganz offiziell bei der Europäischen Kommission angemeldet. Die Anmeldung ist auf der Webseite der Kommission öffentlich einsehbar und wird von RTL auch so bestätigt. Damit startet nun die erste Prüfung durch die Kommission - und womöglich wird sich schon dabei entscheiden, ob und wenn ja in welcher Form der Deal genehmigt wird.
Es gibt nun gleich mehrere Szenarien. Denkbar ist, dass die Kommission den Deal ohne Einschränkungen genehmigt. Im Raum stehen aber natürlich auch Auflagen, die man von RTL verlangen könnte, damit man grünes Licht gibt. Denkbar wäre auch, dass die EU-Kommission den geplanten Deal einer vertieften Prüfung unterzieht, das würde den von RTL angestrebten Zeitplan aber wohl gefährden. Bislang geht man davon aus, im ersten Halbjahr 2026 alles unter Dach und Fach zu haben.
Eine erste, vorläufige Frist, die sogenannte Provisional deadline, läuft nun erst einmal bis zum 8. April. Bis dahin wird die Kommission entschieden haben, wie man in der Sache weiter verfahren wird. Läuft alles nach dem Plan von RTL, könnte man dann schon grünes Licht haben und mit der operativen Übernahme beginnen. "Die RTL Group arbeitet weiterhin konstruktiv mit der EU-Kommission zusammen und ist zuversichtlich, die wettbewerbsrechtliche Genehmigung zu erhalten und die Transaktion im ersten Halbjahr 2026 abzuschließen", heißt es von einem Sprecher der RTL Group gegenüber DWDL.de.
Neue Aufgaben für Sky-Chef Mills
Erst am Freitagvormittag hatten sich die Anzeichen verdichtet, dass die geplante Übernahme von Sky Deutschland durch RTL näher rückt. Sky kündigte vor einigen Stunden an, dass der bisherige Deutschlandchef, Barny Mills, innerhalb der Gruppe zum Chief Financial Officer und Chief Executive Officer New Business aufsteigt - und das bereits ab dem kommenden Monat. Mills soll bis zum Abschluss des RTL-Deals Sky Deutschland auch weiterhin führen, künftig dürften seine Prioritäten aber wohl auf den anderen Aktivitäten der Sky-Gruppe liegen.
Als RTL die Sky-Übernahme im vergangenen Jahr angekündigt hatte, teilte man auch mit, dass RTL-Deutschland-Chef Stephan Schmitter künftig Geschäftsführer des gemeinsamen Unternehmens werden soll. RTL würde mit der Übernahme von Sky nicht nur die Sky-Sender übernehmen, sondern auch den Vermarkter Sky Media sowie die Pay-TV-Sender von NBC Universal Global Networks Deutschland.
RTL verspricht sich durch die Übernahme eine Stärkung seines Abogeschäfts, mit rund 11,5 Millionen zahlenden Abonnenten wäre das kombinierte Unternehmen RTL + Sky auf Platz drei hinter Netflix und Prime Video. Gleichzeitig will man sich so auch unabhängiger machen vom klassischen TV-Business, wo die Werbeeinnahmen weiter unter Druck stehen. Die Einigung mit Sky bzw. Comcast sieht vor, dass RTL für den Pay-TV-Sender im DACH-Raum erst einmal nur 150 Millionen Euro zahlt. Hinzu kommt allerdings noch eine Earn-Out-Möglichkeit für Comcast, die sich nach der Entwicklung des Aktienkurses der RTL Group richtet. Hier könnten für RTL zusätzlich noch einmal bis zu 377 Millionen Euro fällig werden, sofern der Aktienkurs der RTL Group eine bestimmte Schwelle überschreitet.
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