Die Konsolidierung im globalen Entertainment-Geschäft geht weiter, diesmal mit einer Hochzeit unter international agierenden, europäischen Produktionshäusern im audiovisuellen Markt: Die Banijay Group und RedBird IMI, das Joint Venture von RedBird Capital Partners und der in Abu Dhabi ansässigen IMI-Mediengruppe, wollen Banijay Entertainment (einschließlich Banijay Live) und All3Media unter Gleichen fusionieren. Banijay Group und RedBird IMI halten jeweils 50 Prozent.
Banijay Entertainment und All3Media würden sich gut ergänzen, so die Eigendarstellung. Während Banijay insbesondere in diversen europäischen Märkten aktiv ist, bringe All3Media eine stärkere Präsenz in Großbritannien und den USA mit. Gemeinsam wolle man die „Beschleunigung der Monetarisierung von geistigem Eigentum, weitere Diversifizierung unseres Angebots und Schaffung neuer Einnahmequellen durch digitale und Live-Adaptionen unter Nutzung komplementärer Kompetenzen im digitalen Bereich und im Bereich Live-Erlebnisse“ erzielen. In der Zusammenarbeit mit immer häufiger globalen Partnern wolle man durch die kombinierte Größe „auf einer ausgewogeneren Basis zusammenarbeiten“.
Auf Pro-forma-Basis hätte das fusionierte Unternehmen im Jahr 2024 einen Umsatz von über 4,4 Mrd. Euro und ein bereinigtes EBITDA von 690 Mio. Euro erzielt. Nach Abschluss der Transaktion - was für den Herbst ins Auge gefasst wird - soll Marco Bassetti, derzeit CEO von Banijay Entertainment, CEO der neu gegründeten Gruppe werden, und Jane Turton, derzeit CEO von All3Media, stellvertretende CEO. Der ehemalige NBC Universal- und CNN-Chef Jeff Zucker, heute CEO von RedBird IMI, wird Vorstandsvorsitzender des neuen fusionierten Unternehmens.
© CNN
Jeff Zucker
Er sagt: „Diese Transaktion ist ein entscheidender Schritt in der Strategie der Banijay Group, ihre führende Position im globalen Unterhaltungsbereich zu stärken. Banijay Entertainment und All3Media sind sich hervorragend ergänzende Plattformen mit außergewöhnlichen kreativen Ressourcen und globalen Ambitionen. In allen unseren Geschäftsbereichen sind wir führend bei der Konsolidierung, und diese Transaktion ist ein weiterer Beweis dafür im Bereich der Content-Produktion, ebenso wie die kürzlich angekündigte Übernahme von Tipico im Bereich Sportwetten und Online-Glücksspiele.“
© RTL / Stefan Gregorowius
"The Traitors"
Welchen Einfluss die Fusion auf die konkrete Aufstellung im deutschen Markt haben wird, ist unklar. Vorerst betont man die strategischen Wachstumschancen des neuen fusionierten Medienhauses, erklärt aber ebenso: Die Transaktion soll in den ersten zwölf Monaten schon Kostensynergien in Höhe von rund 50 Millionen Euro bringen. Ziel sei die „Stärkung der Größe in der globalen Entertainment-Industrie“ und die „Gewinnung und Bindung von Weltklasse-Talenten“. Man sieht den „branchenweit führenden Content-Katalog, der mehr als 260.000 Stunden Content aus verschiedenen Genres umfasst“, darunter etwa 45 Formate, die 2025 in mehr als drei Regionen international produziert wurden.
© Banijay
Marco Bassetti
von




