Gerade erst wurde der Rückzug von Jörg Schönenborn als WDR-Programmdirektor bekannt, im Zuge der Journalist künftig die Moderation der "Tagesthemen" übernehmen wird, da überrascht der WDR erneut mit einer Personalie: Georg Restle gibt sowohl Redaktionsleitung als auch Moderation von "Monitor" ab. Er war seit 2012 für das ARD-Politmagazin verantwortlich und galt vor allem in rechten Kreisen als Reizfigur. Im Jahr 2020 erhielt er stellvertretend für die Redaktion den Grimme-Preis für die "Besondere journalistische Leistung".

Wie der öffentlich-rechtliche Sender am Dienstag mitteilte, wird der 60-Jährige schon am 26. März seine letzte Sendung moderieren. Mindestens genauso überraschend ist sein künftiger Job: Zum 1. Juni wird Restle die Leitung des ARD-Studios Nairobi übernehmen und damit die Nachfolge von Antje Diekhans antreten, die schon seit über einem halben Jahr gemeinsam mit Juliane Fliegenschmidt die WDR-Auslandsabteilung in Köln leitet. Ganz neu ist der Posten für Restle indes nicht, schließlich war er in der Vergangenheit bereits als Auslandskorrespondent tätig, von 2010 bis 2012 im ARD-Studio Moskau. Darüber hinaus absolvierte er regelmäßig Studiovertretungen - auch in Nairobi.

"Ich freue mich sehr auf die neue Herausforderung, der ich mit großer Demut begegne", sagte Restle. "Dabei geht es mir vor allem darum, die Berichterstattung aus afrikanischen Ländern in der ARD zu stärken und die großen Themen aus diesem riesigen Berichterstattungsgebiet einem deutschen Publikum näher zu bringen, gerade weil sie auch von hoher Relevanz für uns sind. Ob Geopolitik, Migration oder die neuen Kriege um Rohstoffe, damit habe ich mich bei 'Monitor' journalistisch beschäftigt - das wird mich auch in Nairobi beschäftigen. Insoweit entspricht die neue Aufgabe auch meinem journalistischen Anspruch, Themen und Geschichten nach vorne zu bringen und Menschen zu Wort kommen zu lassen, die sonst nicht gesehen oder gehört werden."

Ellen Ehni © WDR/Annika Fußwinkel Ellen Ehni
Ellen Ehni, WDR-Chefredakteurin Politik und Zeitgeschehen, erklärte: "Georg Restle steht für hintergründigen und kritischen Journalismus mit Rückgrat. Bei 'Monitor' hat er mit seinem exzellenten journalistischen Kompass stets große Zusammenhänge aufgezeigt und deutlich gemacht, was sie für Menschen hier in Deutschland bedeuten. Er sucht Geschichten auch hinter und neben der Schlagzeile und beleuchtet akribisch die Hintergründe von Themen, die in der öffentlichen Debatte mehr Aufmerksamkeit verdient haben. Deshalb freue ich mich, dass wir Georg Restle in diesen Zeiten als crossmedialen Studioleiter für dieses spannende Berichtsgebiet gewinnen konnten, das geopolitisch immer mehr an Bedeutung gewinnen wird."

Wer bei "Monitor" auf Georg Restle folgen wird, steht noch nicht fest - darüber will der WDR eigenen Angaben zufolge "zu einem späteren Zeitpunkt informieren".

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