Das Jahr 2026 steht für die Teleshopping-Branche unter keinem guten Stern. Wie jetzt bekannt wurde, hat das Amtsgericht Hannover ein vorläufiges Insolvenzverfahren über die Channel21 GmbH angeordnet. Der Sender ist also pleite - und das ausgerechnet kurz nach dem 25. Geburtstag des Senders, den man zuletzt vor allem auf Social Media begangen hatte. Anlässlich des Geburtstags gab es zuletzt auch vereinzelte Presseberichte über den Sender, der mit einem Musterverkauf vor Ort in Hannover noch einmal Geld in die Kassen bekommen wollte.
Nun der Gang in die Insolvenz. Wichtige Entscheidungen können beim Sender ab sofort nur noch mit Zustimmung der vorläufigen Insolvenzverwalterin getroffen werden, als solche wurde Rechtsanwältin Dr. Stefanie Zulauf bestellt. Zulauf ist Partnerin der Kanzlei Eckert Rechtsanwälte, die auch die European League of Football GmbH (ELF) durch ihr Eigenverwaltungsverfahren führt.
Wie es für Channel 21 mittelfristig weitergeht, ist aktuell unklar. Schuldner des Senders wurden aufgefordert, offene Zahlungen nur noch unter Beachtung der gerichtlichen Anordnung zu leisten. Die Insolvenzverwalterin dürfte sich nun erst einmal einen Überblick verschaffen und prüfen, ob eine Fortführung des Betriebs inklusive Sanierung möglich ist. Eine kurzfristige Anfrage des Medienmagazins DWDL.de beim Sender zu den genauen Gründen der Insolvenz und dem weiteren Verfahren blieb am Mittwochvormittag noch unbeantwortet. Sollte es noch eine Antwort geben, werden wir diese an dieser Stelle ergänzen.
Rund um das zuletzt von Geschäftsführer Timm Hormann geleitete Unternehmen gab es in den zurückliegenden Jahren und Jahrzehnten immer wieder Spekulationen. Dass die Insolvenz diesmal unvermeidlich war, hat wohl auch damit zu tun, dass sich die Rahmenbedingungen seit dem Sendestart im Jahr 2001 massiv verändert haben. Wie andere TV-Sender ist auch Channel 21 davon betroffen, dass Menschen immer weniger lineares Fernsehen schauen. Hinzu kommt die immer stärker werdende Online-Konkurrenz.
Sender ist vergleichsweise unbekannt
Zum Verhängnis wurde Channel 21 wohl auch, dass der Sender vergleichsweise unbekannt ist. Erst kürzlich erklärte eine Moderatorin des Senders auf der Instagram-Seite von Channel 21, dass man möglicherweise "nicht der bekannteste Homeshopping-Sender" sei. Es ist nicht gerade die beste Voraussetzung, um in der heutigen Zeit zu überleben, wenn man auf eine möglichst hohe Bekanntheit angewiesen ist. Nur mit dem Online-Marktplatz ist Channel 21 offenkundig nicht überlebensfähig.
Mit Channel 21 gerät nun ein Sender ins Trudeln, der eine bewegte Vergangenheit hat. 2001 begann der Sendebetrieb in einem einstündigen Programmfenster von RTL, damals moderierten Walter Freiwald und Harry Wijnvoord noch zusammen. Damals hießen Programm und Sender noch RTL Shop. Weil der Sender aber durchgängig Verluste einfuhr, verkaufte RTL ihn 2008 an einen Finanzinvestor. Der verpasste dem Sender einen neuen Namen und verkaufte ihn kurze Zeit später schon wieder weiter.
Mediashop wird dicht gemacht
Channel 21 ist nicht der einzige Teleshopping-Sender, der aktuell in großen Schwierigkeiten steckt. Bereits vor wenigen Wochen wurde bekannt, dass der österreichische Sender Mediashop insolvent ist - und hier ist inzwischen auch klar, dass es keine Rettung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geben wird. Das Landgericht in Wiener Neustadt hat bereits die Schließung des Unternehmens angeordnet, zuvor war ein Sanierungsversuch gescheitert. Nach Angaben des österreichischen Kreditschutzverbandes hatten sich zuvor rund 46 Millionen Euro Schulden angehäuft.
Als Grund für die Insolvenz nannte Mediashop Umsatzrückgänge "infolge tiefgreifender Veränderungen im Konsumverhalten, einem hohen Wettbewerbsdruck und einer Verschiebung hin zu globalen Online-Plattformen". Es sind die Probleme, mit denen auch Channel 21 sowie generell alle Teleshopping-Anbieter zu kämpfen haben.
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