Schon Anfang Februar hatte ProSiebenSat.1 vorläufige Zahlen für das Geschäftsjahr 2025 veröffentlicht (DWDL.de berichtete). Nun hat der Medienkonzern sämtliche Zahlen veröffentlicht, böse Überraschungen gab es dabei nicht mehr. So lag der Umsatz im vergangenen Jahr bei 3,68 Milliarden Euro, was einem Rückgang von 6 Prozent entsprach. Organisch lag das Minus bei 2 Prozent. Die Rede war erneut von einem "herausfordernden makroökonomischen Umfeld", besonders der deutsche Werbemarkt sei schwierig gewesen. 

Im Kernbereich des Unternehmens, dem Segment Entertainment, gingen die Umsätze um 6 Prozent auf 2,38 Milliarden Euro zurück. Das ist vor allem auf den Rückgang an linearer TV-Werbung zurückzuführen, insgesamt sanken die Werbeumsätze des Segments Entertainment in der DACH-Region um 8 Prozent. Die digitalen und smarten Werbeeinnahmen entwickelten sich nur stabil, wobei Joyn dynamisch gewachsen ist. Alleine die AVoD-Umsätze von Joyn legten um 36 Prozent zu. 

Das adjusted EBITDA, also der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen beläuft sich nach Konzernangaben auf 403 Millionen Euro. Das waren nochmal 2 Millionen weniger als im Februar kommuniziert wurden. Insgesamt entspricht das einem Rückgang von 28 Prozent. Künftig will sich ProSiebenSat.1 in der Kommunikation der Geschäftszahlen nicht mehr auf diese Zahl stützen, sondern auf das EBITDA. Das belief sich 2025 auf 241 Millionen Euro, im Jahr davor waren es noch 512 Millionen. Die Anpassung erfolge, "da unbereinigte Ergebnisgrößen einen ganzheitlichen Blick auf die Aufwands- und Ertragsstruktur ermöglichen". Das adjusted net income und damit der um Sondereffekte bereinigte Konzernüberschuss betrug im vergangenen Jahr 209 Millionen Euro.

Zwei weitere Beteiligungen verkauft

Seit Januar dieses Jahres richtet sich ProSiebenSat.1 übrigens in zwei Segmenten neu aus. Neben dem Bereich Entertainment steht das zusammengeführte Segment Commerce & Dating. Und genau hier kommt es jetzt auch erneut zu Veränderungen. Die P7S1-Mutter Media for Europe (MFE) drängt bekanntlich darauf, Beteiligungen, die nichts mit dem Kern des Unternehmens zu tun haben, loszuwerden. Zuletzt verkaufte man bereits die Vermarktungsunternehmen esome und Kairion an Pivotum Capital. Und genau dieses Pivotum Capital hat nun erneut zugeschlagen: Die Vergleichsplattform Billiger-mietwagen.de unter dem Dach der FLOYT Mobility GmbH geht an ein Konsortium unter der Führung der Beteiligungsgesellschaft.

Und auch die Vergleichsplattform CamperDays wird verkauft, diese bekommt aber andere Eigentümer als Billiger-mietwagen.de. Nach Angaben von ProSiebenSat.1 verkaufe man die Camper-Plattform an eine "Gruppe privater Investoren", nähere Angaben machte das Unternehmen nicht. Über den Kaufpreis wurde in beiden Fällen Stillschweigen vereinbart. Der Vollzug der Transaktionen wird Ende April erwartet. 

Beim Ausblick auf das laufende Jahr zeigt sich ProSiebenSat.1 vorsichtig optimistisch, verweist jedoch auch auf die verhaltenen Konjunkturprognosen vor allem in Deutschland. Der Konzernumsatz werde voraussichtlich leicht unter dem Vorjahr liegen, organisch rechne man aber mit einem kleinen  Wachstum. Beim EBITDA rechnet der Konzern für das Geschäftsjahr 2026 mit einem hohen Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Hauptgründe dafür seien vor allem die "weitere Kostendisziplin und -reduktion".

Stabiler Entertainment-Umsatz in 2026?

Vor allem die Prognosen im wichtigen Entertainment-Segment lassen aufhorchen. So spricht man von einem "erkennbar rückläufigen TV-Werbemarkt im ersten Quartal". Das werde voraussichtlich dazu führen, dass der Umsatz im ersten Halbjahr "beeinträchtigt" sei. Im zweiten Halbjahr soll er sich dann besser entwickeln. Auf das ganze Jahr gerechnet erwartet man in Unterföhring, dass sich die Umsätze im Bereich Entertainment stabil entwickeln. Eine ähnliche Prognose stellte die Gruppe auch schon vor einem Jahr - und es kam letztlich ganz anders. Auch das zweite Halbjahr 2025, und vor allem das so wichtige vierte Quartal, schwächelten. Insofern muss man hinter die neue Prognose ein kleines Fragezeichen setzen. 

Marco Giordani, Vorstandsvorsitzender der ProSiebenSat.1 Media SE, sagt: "Wir entwickeln ProSiebenSat.1 konsequent von einer diversifizierten Gruppe zu einem fokussierten und reichweitenstarken Entertainment-Haus im DACH-Raum. Dazu stellen wir die entscheidenden Weichen und richten uns klar auf die Zukunft aus: mit attraktiven lokalen und Live-Inhalten, einem stringenten Multi-Plattform-Strategie, einer breiteren Monetarisierung und einem noch systematischeren Cashflow-Management. Zugleich investieren wir gezielt in Wachstumsfelder wie Technologie und Künstliche Intelligenz, um unsere Organisation weiter zu stärken."