RTL Deutschland will künstliche Intelligenz gezielt bei Produktionen für Streaming und TV einsetzen. Nachdem bereits erste Erfahrungen gesammelt wurden, indem etwa die Stimme des verstorbenen Hans Clarin mit KI reproduziert wurde, um sie in den "neuen Geschichten vom Pumuckl" einzusetzen, oder die von der ebenfalls verstorbenen Christiane Maybach verkörperte Figur der Margot Weigel bei "Unter uns" zum Leben erweckt wurde, hat das Unternehmen jetzt weitere von KI unterstützte Projekte angekündigt.

So soll KI in Content- und Produktionsprozessen eingesetzt werden - von der Herstellung über die Postproduktion bis zur Ausspielung. Erklärtes Ziel ist es, "Inhalte schneller auf den Screen zu bringen, Teams bei Routinen zu entlasten und kreative Spielräume zu vergrößern", teilte das Unternehmen mit, verwies aber zugleich auf "klare Standards für Qualität, Verantwortung, Datenschutz und Rechte".

So entstehen zsuammen mit Constantin Entertainment durch KI-gestützte Bearbeitung unter dem Titel "Strafgericht goes KI" aus fertig produzierten Folgen von "Ulrich Wetzel - Das Strafgericht"  neue Episoden mit veränderter Dramaturgie, neuen Darstellern und alternativen Urteilen. Nach Angaben des Senders werde dabei jede Folge juristisch geprüft und redaktionell verantwortet. Bei RTL Studios unterstützt ein KI-Tool namens "AI Director" derweil die Postproduktion von Reality-Formaten, indem das System Audio- und Videomaterial analysiert, Inhalte transkribiert, relevante Szenen erkennt und somit bei der Strukturierung von Storylines hilft. Der erste großflächige Einsatz erfolgt demnach bei der nächsten "Are You The One"-Produktion im April in Thailand.

In Babelsberg soll derweil unter realen Produktionsbedingungen pilotiert werden, wie KI Serienproduktion von UFA Serial Drama "flexibler und visuell anspruchsvoller" machen kann. Virtuell erweiterte Hintergründe sind bereits bei Szenen in "Unter uns" und "Alles was zählt" on Air, nun soll auch "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" folgen. Ähnlich verfährt auch Bantry Bay bei der Vox-Serie "Club der roten Bäder - Die neue Generation", wo KI genutzt wird, um Kulissen digital zu erweitern und visuelle Möglichkeiten gezielt auszubauen, "um damit neue gestalterische Spielräume zu schaffen", wie es heißt. An Ostern präsentiert RTL darüber hinaus vollständig KI-generierte Werbetrenner, nachdem zuletzt bereits zu Weihnachten eine Vielzahl KI-basierter Varianten ausgestrahlt wurden.

"Wir entwickeln RTL Deutschland konsequent zum führenden Agentic-AI-Medienhaus im deutschsprachigen Raum", sagte Stephan Schmitter, CEO von RTL Deutschland. "Der nächste Schritt besteht darin, KI als intelligenten Partner für unsere Mitarbeitenden fest in alle Prozessen zu verankern mit dem klaren Ziel, Qualität, Innovationskraft und den kreativen Fokus unserer Teams nachhaltig zu stärken." CCO Inga Leschek betonte zugleich, dass KI Prozesse beschleunige, Freiräume für kreative Teams schaffe und dabei helfe, "Must-See-Inhalte zu entwickeln, bei klarer kreativer Verantwortung des Menschen". Man freue sich "über alle Produzenten, die mit mutigen Ideen auf uns zukommen".