ProSiebenSat.1 hat im vergangenen Jahr 14,7 Millionen Euro an Abfindungen für die ehemaligen Vorstandsmitglieder des Unternehmens bezahlt. Konkret erhielt der frühere CEO Bert Habets rund 5,4 Millionen Euro für sein vorzeitiges Ausscheiden. Der ehemalige Finanzchef Martin Mildner hat 4,2 Millionen erhalten und weitere 3,2 Millionen gingen an Markus Breitenecker, bis Oktober 2025 noch Chief Operating Officer. Zusammen sind das 12,8 Millionen Euro. Die Differenz zu den 14,7 Millionen Euro erklärt ProSiebenSat.1 gegenüber "epd Medien" mit "weiteren abfindungsrelevanten Komponenten" wie zum Beispiel Sozialversicherungsbeiträge auf die Beträge und Freistellungskosten. 

Die Zahlen zu den Abfindungen sind im Geschäftsbericht für das vergangene Jahr enthalten, den ProSiebenSat.1 kürzlich veröffentlicht hatte. Im Konzern ist geregelt, dass die Höhe der jeweiligen Abfindung nicht die Jahresvergütung von zwei Jahren übersteigen darf. Vor allem im Fall von Bert Habets und Martin Mildner ist das relevant gewesen, sie wären nämlich eigentlich noch viel länger angestellt gewesen. 

Habets Vertrag wurde erst im Frühjahr 2025 bis Ende Oktober 2028 verlängert. Für viel Kopfschütteln im Kreis der Gesellschafter sorgte im Spätsommer bzw. Frühherbst die Vertragsverlängerung von Martin Mildner. Damals befand sich der Bieterwettkampf zwischen MFE und PPF um ProSiebenSat.1 auf dem Höhepunkt und es war klar, dass es zu weitreichenden Veränderungen im Gesellschafterkreis kommen wird. Dennoch stimmte der Aufsichtsrat damals einer Vertragsverlängerung für den Finanzchef zu, sein Vertrag wäre eigentlich noch bis Ende April 2029 gelaufen. Der Vertrag von Markus Breitenecker hatte noch eine Laufzeit bis Ende März 2027. 

Darüber hinaus zahlte ProSiebenSat.1 im vergangenen Jahr konzernweit weitere Abfindungen in Höhe von rund 67 Millionen Euro. Das ist vor allem auf das Freiwilligenprogramm, das man sich in der ersten Jahreshälfte auferlegt hatte, sowie den Umbau der ParshipMeet Group ("Verschlankung der Geschäftsprozesse") zurückzuführen. Deshalb kam es im vergangenen Jahr zu der Situation, dass ProSiebenSat.1 mehr Löhne und Gehälter zahlte als noch ein Jahr zuvor (637 Millionen in 2025 zu 588 Millionen in 2024), am Ende des Jahres aber nur noch 6.212 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zählte. Das waren fast 12 Prozent weniger als am Ende des Jahres 2024. Die Belegschaft reduzierte sich unter anderem auch durch Verkäufe von Beteiligungen, es ist also nicht alles auf den erfolgten Stellenabbau zurückzuführen. 

Über die wirtschaftliche Entwicklung von ProSiebenSat.1 hatte DWDL.de bereits an dieser Stelle berichtet. Sowohl Umsatz als auch Gewinn gingen im vergangenen Jahr spürbar zurück. Für das laufende Jahr peilt man organisch ein kleines Wachstum an.