Ted Turner ist tot. Der CNN-Gründer ist im Alter von 87 Jahren verstorben, das teilte der Nachrichtensender jetzt selbst mit. Turner gründete CNN vor knapp 46 Jahren - 1980 ging der Sender erstmals on Air und veränderte damit die Landschaft für TV-Nachrichten nachhaltig. CNN war damals der erste Sender überhaupt, der rund um die Uhr Nachrichten sendete. Schon vor einigen Jahren gab der einstige Medienmogul bekannt, an Demenz zu leiden.
"Ted ist der Gigant, auf dessen Schultern wir alle stehen, und wir werden uns heute alle einen Augenblick nehmen um ihm und dem Einfluss, den er auf unsere Leben und unsere Welt hatte, zu gedenken", sagte CNN-Chef Mark Thompson in Gedenken an den Gründer. Auch US-Präsident Donald Trump äußerte sich zum Tod Turners, er würdigte ihn als "einen der Größten aller Zeiten". Trump bezeichnete Turner darüber hinaus als einen Freund. Das kommt durchaus überraschend, giftet Trump sonst doch regelmäßig gegen CNN.
Aus dem Operativen hatte sich Turner allerdings schon vor langer Zeit - vor mehr als 20 Jahren - zurückgezogen. Bis 2022 wurde CNN von Turner Broadcasting System betrieben, das war bis dahin aber auch schon Teil von Time Warner bzw. WarnerMedia. Im Jahr 2022 erfolgte schließlich die Übernahme durch WarnerBros. Discovery (WBD). Aktuell steht dieser Konzern selbst vor der Übernahme, für 111 Milliarden US-Dollar strebt Paramount Skydance die Kontrolle an - es würde ein neuer Mega-Konzern entstehen, der auch mehrere TV-Sende rund Streamingdienste umfassen würde, darunter CNN.
Im Zuge der Übernahme von WBD durch Paramount Skydance ist auch immer wieder über die Rolle von CNN diskutiert worden. Paramount-Eigner David Ellison und sein Vater, Larry Ellison, stehen der Trump-Administration nahe. Kritiker des Deals befürchten, dass CNN nach der Übernahme seine redaktionelle Unabhängigkeit verlieren könnte. Donald Trump schrieb nach dem Tod von Turner, dass der Sender nach dem Ausscheiden des Gründers zerstört worden sei. "Es wurde woke und alles, was er nicht ist", so der US-Präsident. Die künftigen Eigentümer bezeichnete Trump als "wunderbare Menschen", die CNN "zu alter Glaubwürdigkeit und Ehre" zurückbringen könnten. Man ahnt schon, wie die Überprüfung der geplanten Übernahme durch die Regulierungsbehörden in den USA angesichts solcher Aussagen ausfallen wird.
von




