Es war erst Mitte April als Sky in München im Rahmen eines „Sky Spotlight“-Events sein LineUp kommender deutscher Eigenproduktionen vorstellte, die unter Führung von Christian Asanger, Vice President Entertainment, beauftragt wurden. Dabei waren neue Dokumentationen, etwa über Lothar Matthäus, Simon Messner oder den FC Bayern München-Arzt Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt. Und TrueCrime in Form von „Mein Mann, mein Mörder“ sowie mehr Reality mit der fünften Staffel von „Die Ochsenknechts“ und der zweiten Staffel des SpinOffs „Yeliz & Jimi“.
Außerdem eine Doku-Serie mit Ralf Schumacher und Étienne Bousquet-Cassagne über ihren Weg zum Trau-Altar. Geheiratet wurde nun vergangenes Wochenende in St. Tropez, was am kommenden Samstag als Finale der Doku-Serie bei Sky zu sehen sein wird. Für das glückliche Paar ein Happy-End, für den Auftraggeber des Formats weniger: Nach Informationen des Medienmagazins DWDL.de ist Christian Asanger einer der prominentesten Köpfe der bisherigen Sky-Führung, die nach der Übernahme in der neu aufgesetzten Struktur von RTL Deutschland nicht mehr dabei sind.
© Sky / Andreas Buttner
Mitte April noch an der Seite von Sky-Kollegin Elke Walthelm, jetzt Chief Human Resources Officer: Christian Asanger
Im neuen Entertainment-Team von Inga Leschek ist kein Platz für ihn vorgesehen. Auf Anfrage teilt RTL Deutschland nur knapp mit, sich dazu derzeit nicht äußern zu wollen. Asanger wurde im August 2016 Vice President Entertainment bei Sky Deutschland. Der Start verlief ambitioniert, aber holprig. Ein Comeback der Castingshow „X Factor“ im PayTV war erwartbar zum Scheitern verurteilt, etwas langlebiger mit drei Staffeln und SpinOff war eine Neuauflage der Kochshow „Masterchef“. Produktionen mit großen Budgets, welche die teuren fiktionalen Serienprojekte von Sky Deutschland flankieren sollten.
Es war die Hochphase von Sky, kurz bevor man den härter werdenden Kampf um Aufmerksamkeit und Preise mit den günstigen neuen Streamern zu spüren bekam. Mit dem überraschenden Ausstieg aus eben diesen fiktionalen Auftragsproduktion im Sommer 2023 lag die Weiterentwicklung des Entertainment-Programms von Sky Deutschland in den vergangenen Jahren in den Händen von Christian Asanger, der das Portfolio schärfte.
Weniger Show, mehr Doku & Reality. Es entstanden in der Folge Projekte, die durchaus Aufmerksamkeit generierten sowie Nominierungen und Preise einheimsten, etwa „Erfundene Wahrheit - die Relotius-Affäre“ oder „Juan Carlos – Liebe, Geld, Verrat“. Dazu eine Reality-Handschrift, die man vor zehn Jahren von Sky noch nicht erwartet hätte. Eine Expertise mit der man ihn sich, wenn es den Posten noch gegeben hätte, auch gut als Vox-Chef hätte vorstellen können. Nun aber ist für ihn, anders als für Kollegin Elke Walthelm, in der neuen Aufstellung kein Platz.
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