Jochen Schweizer könnte sich einen Rückkauf des ehemals von ihm gegründeten Erlebnis- und Gutscheingeschäfts vorstellen. Zur Erinnerung: Schon lange war Schweizer hier nur noch als Minderheitsgesellschafter mit im Boot, im vergangenen Jahr verkaufte er auch seine restlichen rund 10 Prozent am Unternehmen an ProSiebenSat.1. Dort kann man aber immer weniger mit diesem Bereich anfangen - allen voran seit der Mehrheitsübernahme durch Media for Europe (MFE).
ProSiebenSat.1-Chef Marco Giordani, ein ehemaliger MFE-Manager, hatte zuletzt im "Handelsblatt" erklärt, dass es für Jochen Schweizer mydays "eine bessere Heimat geben könnte". Schon zuvor hatte sich der Konzern von Firmenbeteiligungen getrennt, die nicht auf das Kerngeschäft Unterhaltung einzahlen. Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters sagt Jochen Schweizer jetzt: "Ich wäre interessiert, aber nicht um jeden Preis". Und weiter: "Ich wäre potenziell wahrscheinlich der logische Käufer, weil der größte Teil der Markenrechte ohnehin exklusiv bei mir liegt."
Er müsse zunächst prüfen, "wie sich der Wert meines vormals kerngesunden Unternehmens seit dem Verkauf 2017 an ProSiebenSat.1 entwickelt hat". Die Wortwahl von Schweizer lässt darauf schließen, dass der Unternehmer glaubt, dass der Wert in den vergangenen Jahren eher gesunken ist. Schon zuletzt war Schweizer nicht mehr sonderlich gut auf ProSiebenSat.1 zu sprechen: 2023 erklärte er öffentlich, dass der Verkauf seines Gutschein-Geschäftes an das Unternehmen "einer der größten Fehler meines Lebens" gewesen sei (DWDL.de berichtete). Vor wenigen Jahren gab es rund um Jochen Schweizer mydays regulatorische Probleme, Ende 2024 wurde deshalb eine Strafe in Höhe von 3,9 Millionen Euro verhängt.
"Wenn ich die Jochen Schweizer Mydays Group erwerben oder Teil eines Übernahmeprozesses werden würde, dann könnten wir den strategischen Fehler aus dem Verkauf korrigieren", erklärte Schweizer jetzt gegenüber Reuters. "Ich wäre nicht Jochen Schweizer, wenn ich das so lassen würde, wie es ist." Und dennoch: Der Kaufpreis müsse die Realität abbilden. Diese Aussage würde man wohl auch in Unterföhring unterstreichen.
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