ProSiebenSat.1 hat sich mit dem ZDF auf eine Vereinbarung zur Einbindung von On-Demand-Inhalten des öffentlich-rechtlichen Senders auf der ProSiebenSat.1-Streamingplattform verständigt. Damit haben beide Unternehmen am Dienstag bestätigt, worüber DWDL.de bereits vor einer Woche berichtete. Der operative Start ist demnach für das vierte Quartal 2026 vorgesehen. Nutzerinnen und Nutzer können ZDF-Inhalte damit fortan direkt über Joyn abrufen. Diese sollen kostenlos und werbefrei zur Verfügung stehen.
"Unser Auftrag ist es, möglichst viele Menschen mit unseren hochwertigen Angeboten zu erreichen", sagte Florian Kumb, Direktor Audience des ZDF. "Wenn ZDF-Streaming-Inhalte künftig auch auf Joyn auffindbar sind, stärken wir die Sichtbarkeit öffentlich-rechtlicher journalistischer Angebote im digitalen Raum."
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Nicole Agudo Berbel
Im vergangenen Jahr hatte ProSiebenSat.1 Inhalte von ARD und ZDF noch ungefragt übernommen und damit eine hitzige Debatte ausgelöst. Von "Raubrittertum" und einem "Anschlag auf das komplette System" sprach etwa der ARD-Vorsitzende Florian Hager. Die Öffentlich-Rechtlichen wehrten sich auch juristisch gegen das Vorgehen von Joyn - und keine vier Wochen nach dem Start war der "Beta-Test", wie ProSiebenSat.1 das Vorgehen nannte, wieder vorbei.
"Partnerschaftlicher Ansatz in der digitalen Medienwelt"
Zumindest mit Blick auf das ZDF haben sich die Wogen nun allerdings augenscheinlich geglättet. Bemerkenswert ist, dass die Einbindung nicht, wie ursprünglich von den Öffentlich-Rechtlichen vorgeschlagen, über eine Verlinkung erfolgt, sondern tatsächlich über das sogenannte Embedding. Die Userinnen und User bleiben beim Konsum von ZDF-Inhalten also in der Joyn-Umgebung. Der Traffic, der generiert wird, geht hingegen durch eine entsprechende AGF-Messung auf das Konto der Mainzer - wohl ein entscheidender Punkt, auch in Verhandlungen mit Produzentinnen und Produzenten, schließlich bleibt das ZDF nach dieser Logik Herr über sämtliche Produktionen und gibt keine Rechte an einen Konkurrenten ab. Der ProSiebenSat.1-Streamer fungiert in dem Fall als Aggregator und profitiert davon, dass die Personen, die ZDF-Inhalte schauen, möglicherweise auch ProSiebenSat.1-Sendungen schauen - die wiederum vermarktbar sind.
Die Kooperation dürfte aber auch im Sinne der Politik sein. ProSiebenSat.1 und das ZDF teilten am Dienstag mit, die Vereinbarung konkretisiere das Kooperationsgebot des neuen Medienstaatsvertrags und stehe "für einen partnerschaftlichen Ansatz in der digitalen Medienwelt". Man setze damit "ein Signal für die Stärkung des Medienstandorts Deutschland und für mehr Sichtbarkeit hochwertiger journalistischer Inhalte in einem zunehmend globalen Wettbewerbsumfeld".
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