„Wir sind eins“ war einmal der präsente Werbeslogan der ARD, formuliert aus einem Mix, irgendwo zwischen Überzeugung und Wunschdenken. Die Arbeitsgemeinschaft der Rundfunkanstalten Deutschlands ist ein föderales System, in dem der Vorsitz dieser vermeintlich geeinten ARD alle zwei Jahre wechselt, die Kommunikation damit ebenso. Kontinuität an der Spitze der Arbeitsgemeinschaft ist damit oft schwierig.
Denn auch wenn sich ARD-Vorsitzende und ihre Prioritäten turnusgemäß ändern mögen, so gibt es langfristige Themen und etwa medienpolitische Anliegen, bei denen Kontinuität in Präsenz und Repräsentanz nicht schaden könnten. Dafür hatte die ARD auch bislang schon ein überraschend großes Generalsekretariat, dessen Wahrnehmbarkeit sich jedoch selten im messbaren Bereich bewegte. Deswegen wird es ersetzt. Aus dem Generalsekretariat wird die ARD-Geschäftsstelle.
Es muss sich zeigen ob es mehr ist als ein Rebranding. Zum Jahreswechsel 2026/27 nimmt jedenfalls die neue ARD-Geschäftstelle in Berlin ihre Arbeit auf und soll zentral die administrativen Aufgaben des ARD-Vorsitzes übernehmen. Der wechselt weiter turnusgemäß, doch die neu aufgesetzte Geschäftstelle soll den Aufbau von eigenen Teams bei jedem Vorsitz-Wechsel ersetzen und so mehr Kontinuität gewährleisten. Außerdem soll sie „die Zusammenarbeit im föderalen Medienverbund stärken.“
Nun haben die Intendantinnen und Intendanten auch die Personalien geklärt: Christoph Rosenthal übernimmt die Gesamtleitung der ARD-Geschäftsstelle. Er war schon seit 2018 im Generalsekretariat tätig, seit 2021 Leiter „Zentrale Aufgaben“. Christoph Hammerschmidt, derzeit Leiter der ARD-Kommunikation im Vorsitz des Hessischen Rundfunks, wird diese Aufgabe in der ARD-Geschäftsstelle fortsetzen und Kerstin Skiba übernimmt die Leitung der Abteilung Medienpolitik. Sie war zuletzt seit 2023 Justiziarin des RBB.
Schwerpunkte der Arbeit der neuen Geschäftsstelle sollen dann ab Januar 2027 bei administrativen Aufgaben und dem ARD-Strategieprozess liegen. Zudem wird nun dauerhaft die ARD-Unternehmenskommunikation dort angesiedelt. Die Abteilung Medienpolitik ist Ansprechpartnerin für medienpolitische und -regulatorische Institutionen auf Bundesebene, zivilgesellschaftliche Organisationen sowie den neu konstituierten Medienrat.
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