TV-Zuschauer kennen Ben Blaskovic am ehesten aus den "Rosenheim-Cops", "Watzmann ermittelt" oder "Rote Rosen". Doch hinter den Kulissen ist der 37-jährige Schauspieler seit langem auch als Autor und Produzent aktiv. Mit seiner Münchner Produktionsfirma Victus Films steigt er jetzt ins Trendgenre Vertical Drama ein. Vorige Woche hat er am Schliersee die 60-teilige Hochkant-Serie "Yes!" gedreht. Darin geht es nach Angaben der Firma um die Hochzeitsplanerin Anna Weiss, gespielt von Jennifer Montero, die drei Hochzeiten an einem See zu managen hat. "Drama trifft Mystery: Was ist ein Ja wert, wenn jedes Versprechen ein Geheimnis trägt?", lautet die Kurzbeschreibung des Projekts. Eine der weiblichen Rollen ist mit Cathy Hummels prominent besetzt.
Für Blaskovic markiert "Yes!", das er zusammen mit Anna-Sophia Christmann geschrieben hat und in dem er auch mitspielt, den Start eines neuen Geschäftsfelds. "Für Victus Films ist das kein Nebenprojekt, sondern ein eigener Zweig", sagt Blaskovic dem Medienmagazin DWDL.de. "Wir haben dafür das Label Victus Verticals angelegt. Wir wollen das nicht einmal ausprobieren, sondern aufbauen – mit einer Finanzierungs- und Produktionslogik, die sich wiederholen lässt." Die Begehrlichkeiten, die das ursprünglich aus China stammende Format mit seinen kurzen Episoden und der Verbreitung via Smartphone-App vielerorts ausgelöst hat, hatte DWDL.de im Juni ausführlich analysiert.
© YES_NRB
Dreh am Schliersee: Cathy Hummels, Ben Blaskovic und Sandra Freisinger-Heinl (v.l.)
Die Münchner Agentur Brandplace der Product-Placement- und Branded-Content-Spezialistin Sandra Freisinger-Heinl hat für "Yes!" die Champagnermarke Taittinger und den Schmuckhändler Glambou als Partner vermittelt. Beide sind in die Hochzeitsszenen der Serie eingebunden und werten ihre Placements auch mit Gewinnspielen und Behind-the-Scenes-Material aus. Generell gebe es bei Markenartiklern großes Interesse am Vertical-Drama-Trend, so Freisinger-Heinl, und doch sei noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten: "Es gibt Marken, die an First-Mover-Projekten stärker interessiert sind als andere."
Ihre Agentur arbeite derzeit an Konzepten, die ein "maßgeschneidertes Branded-Content-Umfeld für eine einzige Marke" liefern. Drehten sich 60 Folgen unmittelbar um das Thema dieser Brand, seien "kleinere bzw. mittlere sechsstellige Beträge" als Vergütung realistisch. Bei Placements in vorab konzipierten Serien wie "Yes!" handele es sich "derzeit noch um einen geringeren Betrag als für ein vergleichbares Placement in einer Daily im TV oder in einem hochwertigen Kinofilm". Was ihn als Kreativen am Vertical Drama reize, sei die "Radikalität des Formats", sagt Blaskovic. "9:16 heißt: Das Bild ist ein Gesicht, eine Hand, ein Ring. Jede Episode hat ein bis zwei Minuten, um eine Frage aufzumachen, die der Zuschauer beantwortet haben will, bevor er weiterwischt. Und weil das Format so schlank ist, denkt man automatisch weiter: Spin-offs, Prequels, Sequels sind keine Träumerei mehr, sondern eine Frage von Buch und Drehplan."
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