Gordon Repinski präsentiert unter dem Titel "Hard Talk" ab sofort ein neues Gesprächsformat beim Nachrichtensender Welt. In der ersten Ausgabe trifft der Journalist auf SPD-Fraktionschef Matthias Miersch, zu sehen geben wird es das bereits am Donnerstag, den 24. September, um 17:30 Uhr. Das hat der Sender gegenüber DWDL.de bestätigt. Ein fester Ausstrahlungsrhythmus ist für "Hard Talk" nicht vorgesehen, die Sendung soll in Zukunft immer anlassbezogen ihren Weg ins Programm finden.
Vor rund acht Wochen ist eine Neuaufstellung von Axel Springers Premium-Gruppe bekannt geworden. Damals wurde Michael Bröcker zum Chefredakteur von "Politico" ernannt, bis dahin hatte Repinski die deutsche Ausgabe der Plattform aufgebaut. Repinski wechselte in die Rolle des International Political Anchor und schon damals kündigte Springer an, dass er als solcher führende Köpfe aus Politik und Wirtschaft interviewen soll - auch mit einer eigenen Talkshow bei Welt (DWDL.de berichtete).
Repinski selbst beschreibt "Hard Talk" gegenüber DWDL.de nun als "Interviewformat für politische Entscheider, internationale Gäste und führende Köpfe aus der Wirtschaft". In den 25 Minuten gehe es jedoch nicht um den üblichen Austausch vorbereiteter Positionen, stattdessen kündigt der Journalist ein "konzentriertes Gespräch mit konsequenten Nachfragen" an. Repinski: "Ich konfrontiere meine Gäste mit Widersprüchen, früheren Aussagen und konkreten Entscheidungen – und bleibe bei einer Frage, wenn sie nicht beantwortet wurde."
"Politiker und Wirtschaftsbosse machen es sich heute oft zu einfach in ihren eingeübten Positionen. Mein Ziel ist es, das mit ‘Hard Talk’ aufzubrechen."
Gordon Repinski
Ein Element der Sendung ist die Rubrik "Klartext", in der sich die Interviewgäste zu kritischen Themen positionieren müssen. "Politiker und Wirtschaftsbosse machen es sich heute oft zu einfach in ihren eingeübten Positionen. Mein Ziel ist es, das mit ‘Hard Talk’ aufzubrechen", so Repinski im Gespräch mit DWDL.de. "Wir leben in hyperpolitischen Zeiten und die Öffentlichkeit verdient einen klaren, pointierten Diskurs. Dafür starten wir den ‘Hard Talk’."
Selenskyj-Interview als Wendepunkt
Gleichzeitig sieht der Journalist eine Marktlücke für "Hard Talk" und sagt: "Die meisten Talkshows in Deutschland folgen einem ähnlichen Muster: Frage, ausweichende Antwort, nächstes Thema. Wir wollen aus diesem Muster an möglichst vielen Stellen ausbrechen." Tatsächlich ist das beschriebene Muster bei vielen Talkshows im TV zu beobachten, es gibt mit "Markus Lanz" aber auch ein prominentes Gegenbeispiel dieser These.
Durch seine neue Rolle als International Political Anchor gewinne er nun die Zeit, um sich wieder voll auf Journalismus zu konzentrieren, sagt Gordon Repinski. In seiner vorherigen Rolle habe er auch viel hinter den Kulissen tätig werden müssen. "Jetzt geht es um die großen Momente des Journalismus", so der Journalist, der auch genau benennen kann, wann der Wunsch nach einem Rollenwechsel in ihm aufgekommen ist. "Das 45-minütige Interview mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Kyjiv war der wohl besonderste Moment meiner journalistischen Karriere. Danach haben Helge Fuhst und ich uns zusammen gesetzt und gesagt: Das versuchen wir nun, häufiger hinzubekommen. Und da sind wir nun mit ‘Hard Talk’."
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